Wollüstige Wollust


40. Wochentipp – Thema
Einfach so – (zeitlos) so einfach
Luxuria – Wollust
die fleischliche Begierde in ihrer Ganzheit
mit lyrischer Hocherotik und Kirchengebimmel

Boris Dmitrievich Grigoriev

Boris Dmitrievich Grigoriev

Die Leiern der Wollust
(Max Dauthendey 1867-1918, deutscher Dichter und Maler)

In kleinen Cafés, hinter farbigen Scheiben, ist ein Treiben von Kastagnetten und

Tamburinen-Geklingel

Und vom Getingel der Silber- und Glasperlenketten an fetten, üppigen Frauen,

Die sich aufgestellt, wie fleischige Pflanzen, die sich im Blauen aufbauen

Und sorglos und ohne Gedanken für die vier Winde tanzen.

Von ihren Gesichtern fiel Schleier und Binde, und doch sind sie nur wie lächelnde Blinde

Und stehen da zur irdischen Feier fürs Blut und sind der Wollust Leier

Und tun den Fingern der Männer gut, die, ohne nach Herzen zu fragen,

Versteckt wie die Wilddiebe, lüstern und schonungslos jagen.

Wie den Hengsten die Nüstern zittern, wenn sie die Stuten wittern,

So drängen sich unter Flüstern, zwischen roten düstern Feuern, zwischen

Häuserschatten und Mond,

Die Männer in Massen hin in den Gassen und zwischen Gemäuern.

Es ist ein Kichern und Fassen, und gelassen in den Fensterbogen wogen die Busen der Frauen,

Sieht unverlegen und klar hinaus und hält geöffnet zur Wollust Busen und Haar.
Erschienen im Buch „Komm. Ziehn dich aus.“ – Das Handbuch der lyrischen Hocherotik deutscher Zunge – Herausgeber: Heinz L. Arnold, Haffmans Verlag- ISBN: 3-251-00169-8

Boris Dmitrievich Grigoriev

Boris Dmitrievich Grigoriev

Und weiter geht es im 40. Wochentipp mit einem weiteren Laster aus dem „Katalog der sieben Hauptlaster (Todsünden)“. Seit dem vierten Jahrhundert wurden sie von der katholischen Kirche als „Sünden“ deklariert, angelehnt an die sieben schlechtesten Charaktereigenschaften, diese wurden immer wieder variiert:
Es folgt höchst erquicklich die WOLLUST mit Kirchengeläut und köstlichen Schuldgefühlen.

Übersicht:
Dieser wenig erquickliche Wesenszug ist einer von den sieben Lastern der Menschheit.

Entstehung: Der ursprünglich vom Wüstenmönch Evagrios Pontikos um 390 aufgestellte Lasterkatalog mit acht Hauptsünden wurde von Papst Gregor dem Großen († 604) auf sieben fixiert, die sogenannten „Todsünden“.
Definition: Die Todsünden sind wissentliche und freiwillige Übertretungen des göttlichen Gesetzes in einer schweren Sache. 
Als eine „Sünde“ deklariert, angelehnt an die sieben schlechtesten Charaktereigenschaften, diese wurden immer wieder variiert:

  • Hochmut, Stolz –  Superbia
    (Stolz, Übermut, Überheblichkeit, Selbstgefälligkeit, Vermessenheit, Frevel, von sich selbst eingenommen, hier sind Egozentrik, Narzissmus, Arroganz und Blasiertheit mit im Bunde) http://berlinspirit.de/der-herbst-und-der-hochmut/
  • Wollust, Unkeuschheit – Luxuria
    (Genuss auslösender Reiz, Begehren, Genusssucht, Verlangen, Ausschweifung, Nebenabsichten in der Liebe)
  • Geiz, Habsucht, Habgier – Avaritia
    (Enge, Gier, angstbesetzte Lebensverneinung, Gewinnsucht, Geldgier, Begierde, Wucher, ungestillter Hunger auf immer mehr)
  • Zorn – Ira
    (Groll, Bitterkeit, Wut, Rachsucht)
  • Völlerei, Unmäßigkeit – Gula
    (Maßlosigkeit, Selbstsucht, Gefräßigkeit)
  • Neid – Invidia
    (Eifersucht, Missgunst)
  • Faulheit, Trägkeit, Überdruss – Acedia
    (Trägheit des Herzens, Feigheit, Ignoranz)
Boris Dmitrievich Grigoriev

Boris Dmitrievich Grigoriev

Schöne neue Welt oder Neuzeit, denn „Gott sei Dank“ wird heute von den meisten menschelnden Menschen Wollust mehr als Begierde unserer sexuellen Natur angesehen, denn als Sünde.
Ok, die Kirche gibt hier zur menschlich fleischlichen Begierde heute noch ein anderes Statement ab.

Diese Moraltheologie duldet frohsinnig und gnädig, was das Sexualleben der Menschen betrifft, den Geschlechtsverkehr mit dem Ziel der Fortpflanzung.
Als sündig galt es denn auch für Ehepaare die des Leibes sinnlich wohlige (wol-lüstige) Lust beim Geschlechtsakt zu empfinden.

Ich bin zwar keine Freundin der  Psychoanalyse im Sinne Sigmund Freuds doch hat er genau mit seinen Ansätzen in der Psychoanalyse zur Enttabuisierung des Themas Sexualität entscheidend beigetragen, dies allerdings mehr auf wissenschaftlich forschender Ebene.
Dank der sexuellen Revolution nach der Mitte des 20 Jahrhunderts durch die bahnbrechende Erfindung der „Anti-Baby-Pille“ änderte sich ab den 1960er Jahren peu à peu das vormals bezüglich seiner Folgen von Angst besessene sexuelle Verhalten betreffend ungewollter Schwangerschaften.

Gebärfähige Frauen brauchten somit keine Angst mehr vor einer ungeplanten Schwangerschaft zu haben und die Herren der Schöpfung konnten somit unverbindlich „beischlafen“ ohne Angst vor einer verbindlichen Verpflichtung, auch einer finanziellen befürchten zu müssen. ABER, was trotzdem blieb und das bis heute, trotz Aufklärung und freier Liebe, sind dem einen bewusst, dem anderen unbewusst, die tief eingegrabenen, recht umtriebigen Schuldgefühle der jahrhundertelangen kirchlichen Prägung.

Glaubt ihr tatsächlich von Schuldgefühlen hinsichtlich eurer Sexualität komplett frei zu sein?

Dann schaut euch einmal an – in Kurzversion versteht sich – was die Art der kirchlichen Erziehung an Spuren von arglistiger und verlogener Prägungen in unseren Zellen bis in unsere heutige Zeit durch die Erziehung von einer Generation an die nachfolgende Generation weitergebend so hinterlassen hat.
Jahrhundertelang gut konserviert und mit jedem Samenschuss der reifend ankam, wurden Schuldgefühle, Schuld und Sünden-Denken dann an die „Frucht“ erzieherisch bewusst oder unbewusst  weitergegeben.

Boris Dmitrievich Grigoriev

Boris Dmitrievich Grigoriev

Ich persönlich finde es einerseits perfide, was sich die machtbesessenen Kirchenherren so ausgedacht haben, andererseits war das Buch der Bücher auch ein Gesundheitspflege-Katalog zum Beispiel, was die „Nachwehen“ eines sündigen „wollüstigen, der Fleischeslust ergebenen Lebensstils betraf, wie Geschlechtskrankheiten.

  • Fakt ist, ungeschützter Sexualkontakt ist der Förderung von Krankheiten wie Syphilis, Gonorrhö, Chlamydien, etc. oder der Verbreitung des HI-Virus dann wollüstig dienlich.
  • Und in der frühen Neuzeit (16-17 Jhdt.) stellte eine uneheliche Geburt ein gesellschaftliches Desaster dar, denn in dieser historischen Zeitspanne der von Kriegen, Pest, Inquisition, Feudalismus und Wandlung betroffenen Zeit der Not, war der Schutz durch die „Familie“ existenziell notwendig für das Überleben.
  • Durch die Kirchen-Direktiven wurde somit die auszulebende Sexualität auf die Ehegemeinschaft zweier Menschen beschränkt, um so das Volk vermeintlich zu schützen und das Funktionieren der Gesellschaft zu lenken. Naturellement wurden die Direktiven (die alternativlos von allerhöchster Stelle kamen) so verfasst, wie es den Kirchenmächtigen mit ihrem Machthunger und materialistischen Bestreben nach dienlich war und sich gut mit der adligen, regierenden Riege vereinbaren ließ.
    Wollust – die fleischliche Begierde wurde somit in den Pakt der Ehe verbannt.

Ein wahrer Schelm, der hier Ähnlichkeiten der Praktiken in der Heute-Zeit betreffend Politik und Wirtschaft vermeint zu bemerken.

Boris Dmitrievich Grigoriev

Boris Dmitrievich Grigoriev

Schaut man noch tiefer in dieses Sitten-Handbuch ist die sinnliche Lust (die nebenbei gesagt ja auch der lustvollen Entspannung dienlich ist und „Paare“ zusammenhält) einfach (immer noch) sündige Sünde.
Über die Selbstbefriedigung als solche wollte ich mich erst gar nicht auslassen, aber diese auf sich selbst bezogene Lust  wurde von der Kirche ab dem 18. Jhdt. bis weit ins 20 Jhdt. mit Schreckens-Szenarien bis hin zu der Behauptung der gesundheitsgefährdenden Wirkung, im wahrsten Sinne des Wortes „ver-Teufel-t“. 
Schuldgefühle – wohin unser Blick auch schweifen mag – Schuldgefühle – werden hier prächtig als Gratisbeigabe vermittelt.
Bravissimo, jahrhundertelang währende Gehirnwäsche lässt kein Hinterfragen zu – und das auch heute noch.

 „Cui bono –  Wem nützt es? Wer hat davon einen Vorteil?“
 – Ein von Schuld geplagtes Volk, tja, das lässt sich halt leichter lenken und für dumm verkaufen. Auch mit Wollust.

Der moralische Einfluss der katholischen Kirche hatte bis ins 20 Jhdt. zwar noch einen gravierenderen Einfluss bis hinein in die Schlafzimmer der Menschheit, als das heute der Fall ist, und somit hatte/hat sie mit ihrer Sittenlehre bis in die heutige Gegenwart viele Menschen voll im Griff. Man schaue nur einmal, ganz nahe hin nach Polen, dann weiter fort zum südlichen Europa, ab geht es über den großen Teich hin zu den lateinamerikanischen Ländern.

Boris Dmitrievich Grigoriev

Boris Dmitrievich Grigoriev

Dogmatismus (auch Intoleranz) in jedweder Art auch immer praktiziert, ist meiner Meinung nach eine ganz und gar schädliche Geisteshaltung für das gesunde Miteinander in einer Gesellschaft. Wenn es der Massenbeeinflussung dienlich erscheint, wird das dogmatisch, religiöse dann als gottgefällig deklariert.
Wollust kann demnach Gott ja offensichtlich nicht gefallen haben, das wurde durch die Vertreibung aus dem Paradies von Adam und Eva deutlich bewiesen.
So steht es im 1. Buch Moses, Genesis genannt, geschrieben. Dies war das erste Buch von einer Reihe von Büchern (Bibelkanon), welche im Judentum und Christentum dann als Maßstab (Kanon) und Bestand in der Bibel zur Religionsausübung festgelegt wurde.

Was den Begriff eines „autoritären Charakters“ ausmacht, schließe ich mich gerne der Aussage von Erich Fromm an (deutsch-US-amerikanischer Psychoanalytiker, Philosoph und Sozialpsychologe), wo sich seiner Auslegung nach, bestimmte Merkmale, Einstellungen und Eigenschaften einer Persönlichkeit in deren negativen Verhaltensweisen und somit in der Form von ablehnender sozialer Einstellung zeigen.
Diese präsentieren sich dann in Vorurteilen, Übereinstimmung durch Konformität und Destruktivität  mit zerstörenden, zersetzenden Mitteln, dieses ausübende Muster hat sich offenbar seit hunderten von Jahren menschlich, menschelnd auch nicht verändert.
Ich glaube, dass solch ein praktiziertes Modell, speziell das der katholischen Kirche jahrhundertelang kulturell nur durch diese ganz bestimmten Persönlichkeitseigenschaften der führenden Kirchen-Mächtigen, welche einen extremen Gehorsam gegenüber Autoritäten forderten, möglich war.

Boris Dmitrievich Grigoriev

Boris Dmitrievich Grigoriev

Kurze Abschweifung:

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sehr stark konservativ-rechtslastige Regierungen, Sekten oder Parteien die jeweils gleiche dogmatische Haltung betreffend ihres Sozialverhaltens zeigen. Man schaue sich deren Frauenbild an, den Rassismus usw.
Angst zu verbreiten lähmt die Menschen und lässt sie wie folgsame Schäfchen verdummen.
Eine beschränkende Sexual-Moral ist der Garant dafür in einem Meer von Schuldgefühlen zu ertrinken.

Aber: Die katholische Kirche hat ja das probate Mittel der Beichte zur Sündenvergebung. Feinchen, diese Methode sorgt höchst effizient dafür, dass die Mitglieder-Bindung an dieses Institut so hervorragend klappt.
Eigentlich schade, dass es den Ablasshandel nicht mehr gibt, dann könnte man sich nicht nur von der Wollust freikaufen.
Wer hat doch gleich mal den Kapitalismus erfunden?

So was aber auch – der böse Martin Luther hat mit seinen 95 Thesen, welche die darauf folgende Reformation in Europa auslösten, dieses Freikaufen von Sünden versaut.

Boris Dmitrievich Grigoriev

Boris Dmitrievich Grigoriev

Meine Lieben, die Wollust mit ihrer ausschweifenden Lust ist jetzt thematisiert als Sexualität hin zu einer laufenden, lustvollen Bereitschaft mit einem Hang zur ständigen Verfügbarkeit mit einem Zwang zur Lust. Herzlich willkommen in unserer ach so schönen Leistungs-Gesellschaft. Wollust ist zwar keine Sünde mehr, aber ständig ist das Thema Sexualität, Sex anwesend. Das kann uns Menschen auf eine andere, ungesunde Art unter Druck setzen.
Die Er-Lösung heißt genießen, der Genuss besteht darin seinen wollüstigen Trieben aus dem Bauch heraus mit seinen Kopf-Betrachtungsweisen in Einklang zu vereinen – das ist sinnlicher Genuss.

Und das fühlt sich dann aber so was von einem genussvollen, entspannten, befriedigenden, lustvollen und unser Immunsystem stärkenden GUUUUT in unserem Leben an und das gilt dann – so einfach – einfach so – bitte schön, auch für die Selbstbefriedigung.

Boris Dmitrievich Grigoriev

Boris Dmitrievich Grigoriev

Erster Akt
Der Wollust Anbeginn

 

Wollust des Geistes: es beim Geheimnis belassen;
Wollust des Fleisches: das Geheimnis zerstören.
Leo (Lew) Nikolajewitsch Graf Tolstoi (1828 – 1910), russischer Erzähler und Romanautor

 

denn

 

Die Wollust liebt die Mittel, nicht den Zweck.
Hugo von Hofmannsthal (1874 – 1929), österr. Lyriker, Dramatiker, Erzähler

Zweiter Akt
Zu bedenken gäbe es…

 

Das Zartgefühl ist der Schatten,
die Wollust der Körper und
die Grausamkeit
der Geist der Liebe.
Donatien Alphonse François Marquis de Sade (1740 – 1814), französischer  Romanschriftsteller und Novellist, nach ihm wurde der Sadismus benannt

 

denn

 

Eifersucht, Wollust und Ehrgeiz
richten die Menschen zugrunde.
(Aboth 4.21) Talmud »Lehre«, Sammlung der Gesetze und religiösen Überlieferungen des Judentums nach der Babylonischen Gefangenschaft

 

und

 

Mord ist der Wollust nah wie Rauch dem Feuer.
William Shakespeare (1564 – 1616), englischer Dichter, Dramatiker, Schauspieler und Theaterleiter, Quelle: Shakespeare, Perikles, Prinz von Tyrus (Pericles, Prince of Tyre), entstanden um 1607, erste Druckfassung 1609

Boris Dmitrievich Grigoriev

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Dritter Akt
Der Wollust Ehrenrührung

 

Die Wollust zu bändigen, ist Tugend, und nicht, keine zu empfinden.
Erasmus von Rotterdam (1469 – 1536), holländischer Theologe, Philologe und Humanist, Quelle: Erasmus von Rotterdam, Handbuch des christlichen Streiters (Enchiridion militis Christiani), 1503

 

Vierter Akt
Liebe und Wollust

 

Wie oft ist die Liebe nichts als Eigenliebe – mit Wollust gewürzt.
Paolo Mantegazza (1831 – 1910), italienischer Arzt, Anthropologe, Ethnologe und Neurologe

 

Fünfter Akt
Spielarten der Wollust

 

Ehrgeiz ist eine Wollust, die nie erlischt, die der Genuss nur noch wilder entflammt.
Unbekannt

 

und

 

Die Wollust sucht nicht immer das Schöne, das Fremde in der Form reizt sie.
Sully Prudhomme (1839 – 1907), eigentlich René François Armand Prudhomme, französischer Notar und Lyriker, erster Nobelpreisträger für Literatur 1901, Quelle: Aus: »Kuriositäten«, Weimar, 1882

 

denn

 

Segen und Freude um sich her zu verbreiten,
welche Wollust, welche Verzückung!
Johann Heinrich Pestalozzi (1746 – 1827), Schweizer Pädagoge und Sozialreformer, Quelle: Pestalozzi, Briefe. Aus der Zeit der Verlobung, 1767-1769

Boris Dmitrievich Grigoriev

Boris Dmitrievich Grigoriev

Sechster Akt
Der süßen Wollust Vielfalt Schlusswort

 

Es ist Wollust, süße, süße Wollust,
so in diese seligen Tage der Unschuld zurückzugehen,
sich all die Standorte wieder zu vergegenwärtigen
und die schönsten Augenblicke noch einmal zu fühlen, wo man – gelebt hat.
Ulrich Bräker (1735 – 1798), Schweizer Schriftsteller, anfangs Hirtenjunge, dann Weber; eignete sich seine Bildung autodidaktisch an, seine »Lebensgeschichte und natürliche Ebentheuer des armen Mannes im Tockenburg« zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Autobiografien, Quelle: »Der arme Mann im Trockenburg«

 

Sehen Sie, dass auch die Freude ihre Tränen hat?
Hier rollen sie, diese Kinder der süßesten Wollust.
Gotthold Ephraim Lessing (1729 – 1781), deutscher Schriftsteller, Kritiker und Philosoph der Aufklärung

 

Süß ist ein neidloses Anerkennen,
Doch eine Wollust, dann und wann
Einen aufgeblasenen Scharlatan
Recht gradheraus einen Wicht zu nennen.
Paul von Heyse (1830 – 1914), deutscher Romanist und Novellist, Nobelpreis für Literatur 1910, gleichzeitig geadelt, Quelle: Heyse, P. v., Spruchbüchlein, Verlag von Wilhelm Hertz (Bessersche Buchhandlung) 1885. Originaltext

 

Sei ohne Tugend, doch verliere
Den Vorzug eines Menschen nie!
Denn Wollust fühlen alle Tiere,
Der Mensch allein verfeinert sie.
Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832), deutscher Dichter der Klassik, Naturwissenschaftler und Staatsmann, Quelle: Goethe, Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, Aus: Der wahre Genuss

 

Der Kunstgriff

 

Wollt ihr zugleich den Kindern der Welt und den Frommen gefallen?
Malet die Wollust – nur malet den Teufel dazu.
Johann Christoph Friedrich von Schiller (1759 – 1805), deutscher Dichter und Dramatiker, Quelle: Schiller, Gedichte. Xenien. Erstdruck in: Musenalmanach für das Jahr 1797

 Ich wünsche euch, eine hinreißende Woche
voller sinnlicher Aktivität um diese
dann genussvoll spürend in eurem Leben genießen zu können
herzlichst eure Ute Weiss-Ding

Boris Dmitrievich Grigoriev

Boris Dmitrievich Grigoriev

Bilder: Boris Dmitrievich Grigoriev 1886-1939, war ein russischer avantgardistischer Maler und Dichter. Er lebte einige Zeit in Paris, wo er auch starb.

Quellen:
Erich Fromm: Psychoanalyse und Religion von, dtv Verlagsgesellschaft, und Anatomie der menschlichen Destruktivität, Rowohlt Taschenbuch Verlag

Eine österreichische, in Wien erscheinende Tageszeitung – nach dem Vorbild der New York Times.
http://derstandard.at

http://www.amigoo.de/gedichte/index.html

https://de.wikipedia.org/wiki/17._Jahrhundert