Sinnlichkeit und Herzlichkeit ist das Wesen von Genuss. Die Feiertage stehen vor der Tür und dazu sinnlich, herzlich das Rezept meiner „Mousse au Chocolat“.


12. Wochentipp – Thema

Der Schwelgerei letzter Akt:

Frohsinnige Erinnerung an das Gastmahl.
Daraus folgend ein Spaziergang über den Naschmarkt der Markthalle Neun in Berlin-Kreuzberg.
Passend zu Ostern habe ich euch ein paar Adressen von kleinen erlesenen Manufakturen aus Berlin mit ihren Köstlichkeiten mitgebracht. 

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Großzügigkeit ist das Wesen der Freundschaft.
Oscar Wilde (1854 – 1900), irischer Lyriker, Dramatiker und Bühnenautor

Freude: Als letzter Gang der Gänge folgt – einfach so – so einfach:

Schlussendlich – das Dessert!

Ich gebe zu, dass ich nicht so sehr der Fan von Mousse au Chocolat blanc  bin. Ich persönlich finde diese zu süß und ein bisserl fad. Tja, und wenn – mag ich diese nur in Verbindung mit frischem Obst. Aber die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden und somit „frei“, was das Goutieren anbelangt.

Meine Freunde sind schon längst wieder in Nürnberg angekommen und schon folgt zum Dessert als Themen-Begleiter ein Ausflugs-Geflüster mit „süßen Tipps aus Berlin“. Diese Exkursion mit meinem liebreizenden Mann und meiner holden Schwester, führte mich geradewegs zum „Frühlingserwachen“ – dem Naschmarkt in der Markthalle Neun in Berlin-Kreuzberg.
Na, wenn das mal kein interessanter Ab-Gang für mein Mousse au Chocolat ist!

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Diese Markthalle lockte mich schon einmal an einem Donnerstag mit all seinen Köstlichkeiten vom Streetfood-Market an. Überall fanden wir Auserlesenes, denn da war für jeden Geschmack etwas dabei.
Also wollten wir nichts wie hin zum Markt mit seinem „Frühlingserwachen“ und waren heiß darauf, die süßen Naschereien von kleinen Manufakturen aus Berlin genussvoll genießen zu dürfen.
Naturelement interessierten mich persönlich eh nur feine Backwerke und delikat Schokoladiges von Manufakturen, die ich noch nicht kannte. Es gab dort sicherlich viele weitere tolle Schoko-Queens und Kings, von den Zuckerbäckerinnen- und Bäckern ganz zu schweigen, leider muss ich mich „schreib-platz-mäßig“ mit der Auswahl etwas beschränken.
Aber die folgende Miniauswahl hat mich doch recht anmutig überzeugt und ihr wisst ja – ich bin halt so ‘ne richtige „Süße Berlinerin“, die och noch Ahnung hat vom Janzen, von dem wat so richtig juuut is… Das Fazit zog mein kleines Schwesterlein – mei, das war hier so richtig harmonisch zwischen uns zwei beiden – wir waren uns komplett einig und es reichten unsere verdrehten Augen aus, aus denen „oh, wie köstlich ist das denn“ herausblitzte, um die Auswahl rund zu machen.

Fangen wir an mit: „Verzuckert Berlin“

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Originelle Hochzeits- und Geburtstagstorten vom Feinsten und dazu die Patisserie mit ihren köstlichen kleinen „Törtchen“ – frisch, frischer am frischesten und dazu auf das Kööööööstlichste vom Geschmack her zu genießen und zum Anschauen einfach grandios. Mehr gibt es zu dieser Konditorin aus Friedrichshain nicht zu sagen, außer dass sie richtig, richtig GUUUUT ist, ihr Handwerk perfekt beherrscht und mich mit ihren Kreationen „verzuckert“, pardon, geschmacklich verzaubert hat. http://www.verzuckert-berlin.de/ und auf facebook.      

Jetzt aber ab zu den: „Antojitos“

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Süßes jetzt aus Südamerika – „Antojitos“ aus Chile mit ihren „Alfajores“.
Das sind süße Doppelkekse gefüllt mit „manjar“ = eine Art karamellisierte Milchmarmelade. Alfajor ist eine Keks-Delikatesse, deren Ursprung wohl in Spanien liegt. Ich war hin und weg von dem „Alfajor de Chocolate“. Ok, ich liebe eben alles Schokoladige und hier kam ich nicht daran vorbei, zumal ich dieses auch nicht kannte. Wer keine Angst vor Süß hat, wird diese Kekse zu einem heißen doppelten Espresso liiiieben.
Zu finden bei: Facebook.com/dulcedeleche.berlin

Mit „Sinn für die Sinne“ zur Schoko-Queen: Sandra Stops

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Pralinen aus der Manufaktur von Sandra Stops, mit ihrem Sitz in Berlin Mitte auf der Fischerinsel 10.
Sie war die heimliche Königin meiner Verkostungstour. Diese Pralinen sind sowas von cremig zart, fein im Geschmack und von einer wirklich sehr, sehr guten Couverture umhüllt – einfach nur exzellent. Ein wohl schon zehn Jahre alter Lichtblick am Berliner Pralinenhimmel, den ich erst jetzt wahrgenommen habe. Ich habe eine  Mango-Chili Praline verkostet und war im siebten Schokohimmel gelandet (ebenso meine Schwester!). Für die sinnlichen Pralinen-Süchtigen und sinnenden Schokoholiks unter euch, hier ist ihre Internet-Adresse  http://www.sinnfuerdiesinne.de

Immer wieder begeisternd: Bock & Gardener • von der Frucht zur Marmelade

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Sie sind eigentlich alte Hasen, was die Befruchtung der Konfitüren-Landschaft Berlins betrifft, aber sie werden immer besser und besser. Ich habe die „Citrus sinensis aus Blutorangenfilets mit getrockneten Feigen“ verkostet. Was soll ich sagen, außer, dass meine Geschmacksnerven aber so was von einem umschmeichelnden GUUUUT getroffen wurden.
Und ihre Milchcremes von der „Dulce lactis Vanille Milchcreme“ mit Bourbon-Vanille bis hin zur „Dulce lactis Quadraginta tres Milchcreme mit Licor43™“ (diese enthält Alkohol) sind einfach nur legendär köööööstlich.
http://marmelade.berlin/     mit dem folgenden Link könnt ihr euch ihre vielfältige Auswahl anschauen: http://marmelade.berlin/download/orderlist.php?what=Bestellung

Wer hatte die beste Schokolade? – Sorry, ich kann nicht anders, hier bitte schön, die Auflösung vorweg: Wohlfarth Schokolade!

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Mei, was für ein berufener „Schokoladen-Handwerker“. Dieser passionierte Chocolatier hat seine Gläserne Schokoladen-Manufaktur (Bio-Qualität) in einem kleinen Laden in der Choriner Str. 37, Berlin Prenzlauer Berg.
Bei ihm haben mich seine  Kakao Salzstäbchen angelockt, das sind hauchdünne dunkle 70 % Schokoladenstäbchen mit 1 % Steinsalz. Gibt es auch in 50 %  Milchschokolade oder in 38 % weißer Schokolade. Die waren einfach zärtlich schmelzend, mit einem ganz feinen, salzigen Abgang, geschmacklich „wow“ und sehr köstlich. Dieser Mann weiß, wie man Schokolade behandeln muss und das schmeckt man einfach. Gutes liegt so nahe – und ich kannte seine Produkte nicht. Aber jetzt weiß ich wo ich wirklich gute und auch ausgefallene Schokolade herbekomme, wie z. B. Salami aus Schokolade, Nougat, Butter und Mandeln, mit oder ohne Rumrosinen oder wie wäre es mit einer Schallplatte aus Schokolade?  http://www.wohlfarth-schokolade.de/

Endlich, das Ende naht mit: Olivia Schokoladen & Tartes

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Diese Konditorin hat ihren Sitz in der Wühlischstraße 30, in Berlin Friedrichshain.
Hier haben wir die Kuchenpraline „Holunderröschen“ verkostet und ich muss sagen: Luftig, duftig und ein richtig guter ausgewogener Geschmack von Mandeln und Holunder, frei von irgendeinem künstlichen Nebengeschmack. Chapeau, für so ein kleines, aber feines Gebäck. Auch die kleinen Törtchen sahen uns alle so lockend, verlockend appetitlich an – schade, wir konnten eben nicht alles genüsslich schnabulieren, irgendwann hätte sonst der Zuckerschock eingesetzt … http://www.olivia-berlin.de/

Die Macarons (s. auch Foto oben) stammen von „Art Sucré“ –

Nina Junghans und ihr Team stellen – die mit einer zarten Cremeschicht zwischen den Doppelscheiben – kleinen, köstlichen, bunten französischen Mandelbaisers her und sehr schöne, farbige Themenkekse. Hier ihre Internetadresse: http://www.art-sucre.de/

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Die handgemachten „italienischen Schillerlocken“ (s. auch Foto oben) stammen von Crème caramel – ein klitzekleines Bistro, welches von Mo – Fr von 11 bis 19 Uhr, allerlei handgemachte Köstlichkeiten anbietet, von Frühstück, belegten Ciabattas bis hin zu Pasta, Törtchen und Dessert. Adresse: Pariser Str. 59, Berlin Wilmersdorf-Charlottenburg, U-BHF Spichernstrasse, Tel. 887 084 24

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Meine Lieben, ich hoffe der kleine Naschmarkt-Ausflug in die Welt des handgemachten „Süßen“ von kleinen Manufakturen aus Berlin hat euch inspiriert auch mal wieder selbst etwas Neues auszuprobieren und euch (vielleicht mit euren Gästen) davon genüsslich überraschen zu lassen.
Diese Leidenschaft und Liebe zum dem, was diese Menschen dort mit viel Leidenschaft und Begeisterung mit ihrem „Handwerk“ schaffen, hat mich stark berührt. Denn Begeisterung für das, was ich mache oder selbst herstelle fühlt sich dann einfach nur sowas von einem lustvollen, dankbaren und lebendigen GUUUUT an.
In diesem Sinne könnt ihr euch gleich an dem Rezept von der Mousse au Chocolat begeistert selbst versuchen…

6 – 8 Personen
Zutaten für den vierten Gang:
Das Mousse au Chocolat – eine klassische französische Nachspeise mit dunkler Schokolade

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Zutaten:

  • 100 Gramm Bitterkuvertüre
  • 150 Gramm Vollmilch-Kuvertüre
  • 5 sehr große frische! Eigelb
  • 1 ½ EL          Puderzucker
  • 3                     Eiweiß
  • 312 ml           Sahne

Zubereitung:
1. Schokolade über dem warmen Wasserbad schmelzen.

2. Eier trennen, die Eigelb mit dem gesiebten Puderzucker bestreuen – stehen lassen.
(Achtung: Bitte nur sehr frische Eier verwenden und sorgfältig behandeln. Das fertige Mousse möglichst kühl, nicht länger als 3 Tage aufheben.)

3.  Eiweiß sehr fest schlagen und kühl stellen.  Sahne steif schlagen.

4.  Jetzt Eigelb und Puderzucker verquirlen (Schüssel ca. 25 cm hoch und breit)
Und sehr schnell die geschmolzene Schokolade mit einem Teigschaber zu dem Eiergemisch geben und alles sehr – sehr schnell verquirlen.
Dann das Eigelb-Puderzucker-Schokoladen-Gemisch mit der geschlagenen Sahne verschlagen.
Achtung bitte schnell und zügig arbeiten – da sonst die Schokolade am Boden haften bleibt.
Die Schokolade muss vom Boden weg!

5. Das Gemisch wird von der Konsistenz her wieder flüssiger und zum Schluss wird der feste Eischnee mit dem Schneebesen unter gehoben.

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6. Ich persönlich bevorzuge es die Mousse au Chocolat in kleine Gläser einzufüllen – Rand sorgfältig abwischen, falls bekleckert.
Die kleinen Teegläser von Ikea sind prima dafür geeignet oder die kleinen Weck-Gläser mit Deckel. Zum Schluss die Gläser mit Klarsichtfolie fest über den Rand ziehend verschließen – Achtung die Folie darf die Schokolade nicht berühren. Für 24 Stunden ab in den Kühlschrank.
Oder in eine große Glasschale einfüllen und am nächsten Tag mit zwei Esslöffeln zu eiförmigen Nockerln formen und auf Desserttellern mit etwas frischen Obst anbei dekoriert, anrichten.

12.-wochentipp-mousse löffel rahmen.7. Zur Feier nur noch Genießen – Genießen – Genießen
Guten Appetit!

Wie versprochen: Hier die PDF-Datei des gesamten Menüs.   4 Gang Menü Coq au Vin

Das Entree war:
Ein Seelen-Süppchen danach eine Seligsprechung mit Feldsalat

Freundschaft ist die Ehe der Seelen.
Voltaire (1694 – 1778), französischer Philosoph der Aufklärung, Historiker und Geschichts-Schriftsteller

Der Hauptgang war:
Mit Besonnenheit gewürzt

Die Wahrheit ist die Waagschale der Freundschaft.
Johann Georg Hamann (1730 – 1788), deutscher Philosoph und Schriftsteller

Der Nachtisch war:
Eine maßvolle Feinschmeckerei

Seinem Gefühle nicht misstrauen.
– Die frauenhafte Wendung, man solle seinem Gefühle nicht misstrauen, bedeutet nicht viel mehr als:
» man solle essen, was einem gut schmeckt. «
Dies mag auch, namentlich für maßvolle Naturen, eine gute Alltagsregel sein.
Andere Naturen müssen aber nach einem anderen Satze leben:
» Du musst nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit dem Kopfe essen, damit dich nicht die Naschhaftigkeit des Mundes zugrunde richte. «
Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 – 1900), deutscher Philosoph, Essayist, Lyriker und Schriftsteller, Quelle: Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister, 1878-1880. Zweiter Band. Erste Abteilung. Vermischte Meinungen und Sprüche

Ich wünsche euch, eine lustvolle und achtsame Woche
In der ihr genussvoll – was auch immer –  genießen könnt
herzlichst eure Ute Weiss-Ding

Quelle: Das Rezept des Mousse au Chocolat stammt von meinem Freund Hubertus Lermann, einem begnadeten Koch, der im richtigen Leben einen Handwerks Betrieb hat.