Narzissmus – Egoismus – Egozentrik – Egomanie


 24. Wochentipp – Thema

Einfach so – (zeitlos) so einfach

Hat man bemerkt, dass im Himmel alle interessanten Menschen fehlen?
Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 – 1900), deutscher Philosoph, Essayist, Lyriker und Schriftsteller,
Quelle: Nietzsche, Nachgelassene Fragmente. November 1887 – März 1888

24.-Wochentipp_Narzissmusi titelbild

Merkmal des Narzissten:
Übersteigerte eitle, selbstbezogene, geltungsbedürftige Eigenliebe,
bedingungsweise dabei beziehungsunfähig und er kann sich nicht spüren, emotionslos.

Merkmal des Egoisten:
Egoistisches rücksichtsloses Handeln
und dabei wohlig, immer hübsch auf seinen Vorteil bedacht.

 Merkmal des Egozentriker:
Benötigt viel Aufmerksamkeit, betrachtet seine Person als Zentrum allen Geschehens.

Merkmal des Egomanen:
Extrem auf sich selbst fixiert, krankhaft übertriebenes Selbstbewusstsein,
bezieht alles auf sich selbst, Ich-Sucht.

In einem meiner älteren Wochentipps (http://berlinspirit.de/positiv-denken/) habe ich mich als eine altruistische Egoistin bezeichnet und über die Kunst des positiven Denkens geschrieben. Dort bin ich schon einmal kurz auf das Thema Egoismus eingegangen.
Gegenwärtig haben mich die neuen maßlosen, verbalen Attacken von einem Prachtexemplar eines urstämmigen Egomanen, nämlich die des Herrn Erdogan, auf das köstlichste dazu frisch inspiriert mehr über die Zusammenhänge der menschlichen, psychologischen, Ausdrucks- und Erscheinungsformen zu erfahren.
Für dieses Wochentipp-Thema bedankt euch also bei dem türkischen Präsidenten, diesem meisterlich menschlichen Glanzstück an egomanischer Zumutung.

24.-Wochentipp_Narzissmusi 4

So wie es eine Fülle an unterschiedlichsten duftenden, bunten Blumen in unserer Flora und Fauna gibt, so verschieden sind auch wir Menschen in unserer Vielfalt an narzisstischem, egoistischem, egozentrischem oder gar egomanischem Benehmen auf diesem Planeten.

Bewusstwerdung heißt, es sich zu erlauben, sich die Zeit zu nehmen „bewusst“ zu unseren Zeitgenossen hinzuschauen und hinzuhören.

Denn wenn wir es uns immer wieder bewusst machen, dass jeder Mensch von seinem Umfeld und seiner Umgebung geformt wurde und mit seinen Charaktereigenschaften und seinen Bedürfnis-Motiven einmalig ist, dann ist der kleine Schritt hin zu mehr Verständnis gegenüber unseren Mitmenschen relativ einfach.
Das Zauberwort heißt Verständnis aufbringen. Zusammenhänge zu erkennen hilft uns viel leichter zu verstehen, dass wir Menschen nun einmal sehr viele anders geartete psychologische, emotionale Ausdrucksweisen besitzen.

Das heißt für mich nicht, dass ich alles, was mir dort im Außen sich präsentierend begegnet für gut heiße. Nur unterstützt mich mein Verstehen (ich habe auch nicht für alles Verständnis) persönlich besser mit bestimmten Menschen klar zu kommen.
Hardcore-Narzissten und -Egoisten, sowie Egomanen sind halt schwer zu händeln. Tja, und ich bin halt auch geistig und physisch von meiner Tagesform abhängig, daher habe ich ein breites Repertoire um mit solchen verhaltensgestörten Menschen einigermaßen klar zu kommen. Die harmlose Spezies der Egozentriker liebe ich, sie sind für mich die bunten Paradiesvögel auf dieser Erde. Allerdings mit der Ausnahme derjenigen Egozentriker, welche auch noch egoistisch narzisstische Züge aufweisen, die meide ich wie die Pest, denn die sind einfach nur unerträglich nervig und stehlen mir Lebensenergie.

24.-Wochentipp_Narzissmusi 7

Hier drängt sich sicherlich die Frage auf, ob empathisches Einfühlungsvermögen in unserer heutigen Gesellschaft überhaupt noch einen anerkannten Wert, als Fundament für den gesellschaftlichen Solidaritäts-Gemeinschafts-Sinn ausmacht oder ob der gängige Narzissmus mit seinen kunterbunten Stilblüten den Geist der Solidarität schon längst hat versumpfen lassen.
Ich vermute, dass zum Beispiel die Maßlosigkeit und Gier in der menschlichen Daseinsgeschichte schon immer eine bedeutungsvolle Rolle gespielt hat.
Noch eine Frage:
Hat unsere moderne Zeitströmung mit ihrer kapitalistisch ausgerichteten Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung mit all ihren eigenartigen gesellschaftlichen Regeln die Menschen so deformiert?

24.-Wochentipp_Narzissmusi 8

Über die narzisstischen Auswüchse in unserer Gesellschaft schreibe ich unten noch etwas ausführlicher.

  • Nur so viel sei angemerkt, die narzisstische Persönlichkeit mit ihrer eigenen krankhaften Form der Persönlichkeitsstörung von übersteigerter Eigenliebe hält sich emotionslos daraus folgernd generell für besser als alle anderen.
    Narzissten haben jeglichen realistischen und empathischen Blick für die Wirklichkeit ihrer Umwelt verloren. Sie finden sich so toll, dass sie selbst das Einzige sind, was sie wirklich interessiert.
    Den Mythos von Narziss könnt ihr im Abspann nachlesen.
  • Die Egoisten sind immer nur auf ihren Vorteil bedacht.
    Ich persönlich finde, dass eine gesunde Selbstliebe und erfrischender Eigennutz lebensnotwendig sind.
    Nur leider hat die krankhafte Eigenliebe bei vielen dieser egoistischen Artgenossen vortrefflich die eigene Wahrnehmung für das, was im Außen geschieht nachhaltig unangenehm gestört. Mit ihrem ungezogenen und rücksichtslosen Verhalten, auch ohne Rücksicht auf eventuelle Verluste, stressen und behindern sie den Rest der Menschheit.

24.-Wochentipp_Narzissmusi10

  • Die Egozentriker halten sich in ihrer Ich- oder Selbst-Bezogenheit für den Nabel der Welt und sortieren all ihre Lebens-Erfahrungen auf das eigene ich hin ein. Sie wollen alles und vor allem das Größte, das Bedeutungsvollste.
    Ich finde, dass Egozentrik noch eine relativ harmlose Art der zur Schaustellung des eigenen Wesens ist. Ok, hier kann es an Selbstreflexion fehlen und ein reinrassiger Egozentriker kann dann mal schnell pikiert sein, wenn er nicht als Mittelpunkt des Geschehens wahrgenommen wird. Es gibt natürlich auch solche Zeitgenossen, die sich ständig auf einem selbstsüchtigen Egotrip Namens „Ich – Ich – und nochmals Ich“ befinden. Diese mich ermüdende Selbstbezogenheit ist zwar lästig und auch anstrengend, aber dies kann ich noch am besten gelassen ertragen, wenn ich meinen „Gänseblümchen-Gemüts-Tag“ habe.
  • Der Egomane ist besessen von seiner Ich-Sucht, verfangen in seinem krankhaft übertriebenen Selbstbewusstsein und seiner Selbstbezogenheit oder Selbstzentriertheit. Par Exzellenz: Ein Egomane ist zugleich eine durch und durch egoistische Person, bei der sich eh nur alles um ihn selbst dreht, fein gewürzt mit der krankhaften Seite des Egozentrikers, der Auffassung und Verarbeitung von Erlebtem nur in Hinsicht auf ihn selbst.
    Es ist einfach nur gruselig, dass in den Führungsriegen, der Politik und der Wirtschaft so viele dieser egomanisch geprägten Zeitgenossen umhertoben.

24.-Wochentipp_Narzissmusi 3

Jedenfalls sind wir Menschen es gewesen, die die Welten-Zeit mit unseren mehr oder weniger aufrichtigen Handlungsmotiven geprägt und mitgestaltet haben.
Augenscheinlich ist der heutige Homo Sapiens einerseits von nichtssagender Formlosigkeit, gekennzeichnet und gleichzeitig erkennbar auch von der narzisstischen Form der Beziehungsunfähigkeit. Diese fehlende Beziehungsfähigkeit betrifft sowohl seine eigene Person, als auch die hin zu seinen Mitmenschen in seinem nächsten Umfeld.

Somit sind spürbar und im Außen sichtbar vermehrt zurzeit die menschlichen Ausdrucks- und Erscheinungsformen anzutreffen, welche irgendwie gestaltlos und gleichzeitig egoistisch, narzisstisch anmuten.
Frühkindliche Schutzmechanismen mit gut einstudierter Gefühlskontrolle gipfeln dann im Erwachsenenalter bis hin zur Gefühlsverdrängung. Hier schneiden wir Menschen uns dann einfach von ungeliebten Gefühlen, Empfindungen und Regungen diese einfach unbewusst zurückdrängend ab.

Wenn wir es uns genauer anschauen werden wir feststellen, dass die offensichtlich erfolgreichste Fähigkeit des 21. Jhdt. zumindest was den beruflichen aufwärtsführenden Weg ausmacht, Emotionslosigkeit heißt. Dies wird fälschlicherweise dann gerne von der Obrigkeit mit Beherrschung verwechselt. Für mich ist es Gefühlskälte pur.

24.-Wochentipp_Narzissmusi 9

Egal wieviel an Aktivitäten wir Menschen im Außen zur Schau stellen, sei es beruflich oder privat, nichts täuscht darüber hinweg, dass viele Menschen Leere, Melancholie und Niedergeschlagenheit empfinden.
Dieses Gefühl der Langeweile und auch die eigene Belanglosigkeit unbewusst zu spüren, wird sich ein durch und durch narzisstischer Mensch niemals erlauben fühlend zu empfinden.
Die Wahrnehmung eines reinrassigen Narzissten ist meist gepaart mit Egoismus und Egozentrik. Außerdem glaubt diese Spezies von sich erstaunliche Fähigkeiten zu besitzen. Ein Narzisst ist leider unfähig sich in die Belange seiner Mitmenschen hinein versetzen zu können und sich somit auch ernsthaft um andere kümmern zu können.

Der Verein der Mächtigen, zusammengewürfelt aus Politikern und elitären Wirtschaftsführern, gehört größtenteils in diese Gruppierung der Emotionslosen.
Ich habe mal in einem Buch oder Artikel gelesen, dass Selbstverliebtheit eine steile Karriere garantieren soll. Allerdings wäre hier zu beachten, dass Verliebtheit nicht mit echter Liebe zu verwechseln ist, denn dazu gehören lebendig gelebte Werte wie Ehrlichkeit, Loyalität und Respekt usw.

24.-Wochentipp_Narzissmusi 2

Mir dämmert es jetzt jedenfalls, dass ein ganz starkes Ausführungsmotiv des narzisstisch- egoistisch und wohl auch egomanisch angehauchten Persönlichkeits-Typs aus einem Minderwertigkeits-Gefühl und einer daraus folgenden emotionalen Bedürftigkeit entspringen. Egozentrisch umtriebig für sich kämpfend, werden Erfolge sicherlich nicht lange auf sich warten lassen und das alles wird sich Dank des suchthaften Bedürfnisses aus sich selbst heraus immer weiter nähren.
Es ist ja auch verführerisch, solchen Menschen dann auch noch Bestätigung und Bewunderung zu zollen, denn sie weisen ja auch eine Menge auf. Zum Beispiel wäre das dann die Anhäufung von monetärem Vermögen bis hin zu Machtpositionen usw.
Immerhin resultiert von Menschenhand kreiert daraus unsere anerkannte „Volkswirtschaft“.
Unser Preis: Großkonzerne, die die Politik mitbestimmen, Maximaler Profit und Wachstum um jeden „Preis“, wir haben uns durch unsere eigene Gier und Geltungsbedürfnis zu Gratis-Handlangern für genau diese Großkonzerne gemacht, hausgemachte Naturkatastrophen usw.

24.-Wochentipp_Narzissmusi1

Meine Lieben, ich habe heute von meinem liebreizenden Schwesterlein zu hören bekommen, ich solle doch bitte mal wieder etwas Leichteres schreiben!
Dumm nur, dass ich als altruistische Egoistin auch noch egozentrische Züge besitze und eh nur machen bzw. schreiben kann wonach es mir gelüstet und was meinen Mitmenschen dann einen sogenannten Nachdenker-Mehrwert bringen könnte…
Ihr seht, das Leben ist total einfach, wenn Mensch es sich erlaubt – sich kennen und lieben zu lernen, denn dann klappt das auch mit unseren Mitmenschen.

Nächstenliebe erfolgt aus der gesunden Selbstliebe. Authentizität und ein solides Selbstbild, sowie ein gesunder Selbstwert und Mitgefühl lassen uns empathisch mit unserer Umwelt in Kontakt treten. Einfühlungsvermögen ist eine Fähigkeit und eine dem Menschen dienliche Magie, welche den Geist der sozialen Solidarität in Aktion zu treten erlaubt und uns wiederum dann füreinander eintreten lässt.

Es folgt der Konjunktiv, denn ich darf ja wohlig auch mal ein wenig träumen!
Tja, und das würde und könnte sich dann aber sowas von einem gemeinsamen, lebendigen, liebevollen und achtsam handelnden GUUUUT im solidarischen Miteinander anfühlen.

24.-Wochentipp_Narzissmusi 6

Der Auftakt

 

Die Selbstsucht besteht nicht darin, dass man lebt, wie man will,
sondern dass man von anderen verlangt, sie sollen leben, wie man will.
Oscar Wilde (1854 – 1900), irischer Lyriker, Dramatiker und Bühnenautor

 

Narzisstischer Narzissmus

 

Ein wenig Narzissmus versüßt das Leben.
Zu viel davon treibt autistische Blüten.
© Manfred Poisel (*1944), deutscher Werbetexter, »Sprach-Juan« und »Verbanova«, Quelle: »Küßchen vom Mann im Mond – der Mensch & die Liebe«, Frieling & Partner GmbH, Berlin

 

schon geschehen

 

Bei einem Selfie richtet man den Fokus nur auf sich selbst
und schafft es dennoch, den Narzissmus einer ganzen Generation im Bild festzuhalten.
© Dirk Brotberg (*1968), Altenpfleger

 

Bestandsaufnahme

 

Würden Kinder die Welt regieren,
hätten wir irrsinnige Regierungsbeschlüsse,
ein äußerst fragwürdiges wirtschaftliches Operieren
und eine Welt voll von Ineffizienz,
kompromissloser Streitereien und Schulzeit-Kürzung;
so haben wir bloß Massenmord, systematische Ausbeutung,
ein versklavendes Zinsgeldsystem, Medienpropaganda,
narzisstische Psychopathen-Führer und eines: grenzenlose Dummheit.
© Philipp Helmer (*1995), Autor

 

Egoistischer Egoismus

 

Über sich denken, macht demütig, an sich denken egoistisch.
Unbekannt             

 

vermutlich

 

Egoismus ist die gesündere Form des Altruismus.
© Kerstin Sauer (*1954)

 

oder

 

Der Altruist sucht das Wohl der anderen,
weil sein eigenes zu egoistisch ist…
© Elmar Kupke (*1942), deutscher Aphoristiker und Stadtphilosoph, Quelle: Kupke, Der Stadtphilosoph 2, 1992

 

dat isset

 

Selbstlosigkeit ist ausgereifter Egoismus.
Oscar Wilde (1854 – 1900), irischer Lyriker, Dramatiker und Bühnenautor

 

Egozentrische Egozentrik

 

Nach innen zu blicken und das Erkennen zu üben,
ist keine egozentrische Nabelschau.
Ein Ergebnis ist Weisheit und Mitgefühl für alle und alles.
© Jo Taijun Fuss (*1957), Buddhismuskundler

 

Gegenpart: Erwachsenen-Gehabe in Kinderschuhen

 

Kinder sind gänzlich egozentrisch.
Sie fühlen ihre Bedürfnisse intensiv und streben danach,
sie rücksichtslos zu befriedigen.
Sigmund Freud (1856 – 1939), öster. Psychiater und Begründer der Psychoanalyse

 

daraus folgt eine ichbezogene Gestaltung

 

Ziele sind als Wegweiser hilfreich, aber sie engen den Blick auch ein.
Wie verheerend sich der egozentrische Tunnelblick auswirken kann,
sehen wir nicht nur bei Betrunkenen, sondern auch bei Politikern und Managern.
© Prof. Querulix (*1946), deutscher Aphoristiker und Satiriker

 

Egomanische Egomanie

 

Egomanie = Amor’s Pfeil traf mich selbst.
© Marina Zuber (*1978), Pädagogin, Bildungswissenschaftlerin, Wirtschaftsfachwirtin, Aphoristikerin und Wortspielerin

 

multipliziert

 

Die größte Schwäche der Demokratie ist das unheilvolle Zusammenspiel
der Egomanie und der Beutegier der Alphas
mit der Dummheit und Bequemlichkeit der Massen.
© Prof. Querulix (*1946), deutscher Aphoristiker und Satiriker

 

diagnostizierend

 

„In welcher Welt leben wir eigentlich?“, schrie der Egomane,
 „wenn nicht einmal ich anständig bin?“
© Wolfgang J. Reus (1959 – 2006), deutscher Journalist, Satiriker, Aphoristiker und Lyriker, Quelle: »Zeit-Zeugnisse« (38)

 

Der Ausklang

 

Sein Prinzip ist überhaupt:
Was beliebt, ist erlaubt.
Denn der Mensch als Kreatur
hat von Rücksicht keine Spur.
Wilhelm Busch (1832 – 1908), deutscher Zeichner, Maler und Schriftsteller, Quelle: Busch, Bildergeschichten. Julchen, 1877

 

erfahrungsgemäß

 

Mensch werden ist eine Kunst.
Novalis (1772 – 1801), deutscher Lyriker, Quelle: »Poeticismen«

 

erprobt

 

Kluge Egoisten denken an andere,
helfen anderen so gut sie können –
mit dem Ergebnis, dass sie selbst davon profitieren.
© Dalai Lama (*1935), (Das Lächeln des Himmels), eigentlich Tenzin Gyatso, 14. geistiges und politisches Oberhaupt der Tibeter, wurde 1989 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

 

denn

 

Wohl jedem, der nur liebt, was er darf, und nur hasst, was er soll.
Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach (1830 – 1916), österreichische Erzählerin, Quelle: Ebner-Eschenbach, Aphorismen, 1911. Originaltext

24.-Wochentipp_Narzissmusi 5

Ich wünsche euch,
eure achtsame und heile Selbstliebe genussvoll zu spüren,
um so den Geist und die Magie der Nächstenliebe zu genießen
herzlichst eure Ute Weiss-Ding

24.-Wochentipp_Narzissmusi11

Der griechischen Mythologie nach war Narziss (Narcissos) der Sohn der Nymphe Leiriope und des Flussgottes Kephissos.
Er war von herablassendem Stolz durchdrungen und von seiner eigenen Schönheit besessen.

Er wurde von Frauen und Männern ebenso begehrt, welche er erbarmungslos zurückwies.
Der abgewiesene Ameinios brachte sich auf der Türschwelle mit dem erhaltenen Schwert von Narziss um. Er rief im Sterben die Götter auf – seinen Tod zu rächen.
Die Rachegöttin Nemesis bestrafte Narziss mit unersättlicher und unstillbarer Selbstliebe.
An einer Wasserquelle verliebte er sich in sein eigenes Spiegelbild.
Versessen begehrte er sein Ebenbild leidenschaftlich und so verzehrte sich nach sich selbst bis hin zu seinem Tod.
Die Nymphen der Eichbäume, die Dryaden fanden an der Stelle des toten Narziss, eine Narzisse.

Quellen:
http://www.dwds.de/?qu=egozentrisch
Mayers Lexikon
Der große Brockhaus
Wikipedia
Duden

Bilder:
John-William-Waterhouse, 1849-1917, britischer Maler