Man nehme gute Freunde – mixe sie gar herzlieblich fein, serviere dazu eine ménage à trois als Dreigang Menü und bilde den Abschluss mit einer Mousse au Chocolate


10. Wochentipp-Thema

Eine Einladung, liebe Freunde und der Tafelfreuden erster Gang
mit einem gar köstlichen Rezept für
Rinderbrühe mit Griesklößchen, Feldsalat mit Schoko-Dressing
dazu eine Rezeptur zur Freundschaftspflege

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Gesinnungsgleichheit bewirkt Freundschaft.
Demokrit (460 – 370 v. Chr.), griechischer Naturphilosoph

Und

Ein gutes Essen bringt gute Leute zusammen.
Sokrates (470 – 399 v. Chr.), griechischer Philosoph

Ich bin im Monat März ein wenig mit Zeitknappheit gesegnet.
So sei es drum, deshalb gibt es diesmal meine Menü Rezepturen „warm, kalt“ vorbereitet und noch schön verdaulich auf die nächsten zwei folgenden Wochentipps aufgeteilt – wie es jeden beliebt – zum Nachkochen oder nur zum Anschauen.
Naturelement, wie immer textlich hübsch verpackt mit Aphorismen und Lebensweisheiten, ok, auch Fotos … Lesen und Kochen ist schließlich eine vergnügliche Angelegenheit.

Auf geht es – denn ich darf mich glücklich schätzen, freundliche, herzliche Menschen als meine wahren Freunde zu bezeichnen. Die Betonung liegt auf wahrhaftig lebendige Freunde.
Dumm nur, dass ein Teil sich frecher Weise schon vor Jahrzehnten einfach aus Berlin verabschiedet hat. Aber nichts destotrotz sehen wir uns jedes Jahr immer wieder hier in Berlin oder im schönen Frankenlande.

Dazu der Freundschafts-Tipp Nr. 1.:

Wer sich wertschätzt, der wird auch seine Freunde wertschätzen und er wird darum auch seine Freundschaften pflegen.
Das heißt ganz banal, sich bei persönlicher Anwesenheit gegenseitig vertrauend anzusehen, Blickkontakt zu haben, um sich dann – einfach so, so einfach – seelisch aktiv gegenseitig geistig zu befruchten.

Also wird mein „Freundesbesuch“ mit einer Tafelorgie samt einem vier Gänge Menü erfreut und wir feiern dann alle gebührlich unser Wiedersehn.

Stress und ich werden nie gute Freunde sein, geschweige denn werden, ergo plane ich alles bis ins kleinste Detail, um ja am Tage des Geschehens frohsinnig mit am Tisch sitzen zu können, auf dass auch ich Freude an der Unterhaltung habe.

Planen und organisieren sind meine Lieblings-Beschäftigungen, das meine ich ernst!
In diesem Punkt kann ich es hier mit jedem General aufnehmen… Umsetzung geht einfach, wenn die Ausarbeitung stimmt.
Jedenfalls wird nach dem Ende meiner gedanklichen „Küchenschlacht“ alles schön schriftlich nochmals „planerisch“ festgehalten.
Tja, und wenn ich eh alles aufschreibe, könnt ihr daher gleich mit daran teilhaben und von meinen Vorbereitungen partizipieren.

Dazu der Freundschafts-Tipp Nr. 2.:

Wer Freundschaft lebt, der gibt Freundschaft und nicht indem er sie nimmt.
Von Aufmerksamkeit bis hin zu Wissen und Unterstützung, dieses achtsam und verbindlich in den Bund der Freundschaft einfließen zu lassen und zu teilen, das fühlt sich dann so einfach – einfach sowas von einer zufrieden machenden, glücklichen Freundschaft an.

Hier kommt nun mein freundliches Freundschafts-Menü mit seinem ersten warmen und kalten Rezept und weil ich die Vorlieben meiner Freunde kenne, bekommt jeder etwas von seinen begehrten „Köstlichkeiten“ serviert:

  • Erster Gang:

    Rinderbrühe mit Grießnockerl und Brätklößchen.
    Wie genial, dies kann ich einen Tag vorher vorbereiten.

  • Zweiter Gang:

    Ok, was jetzt folgt ist weniger stilecht, denn es könnte den einen oder anderen befremdlich stimmen, weil es vorab den geschmacklich feinen Gout vom Coq au Vin beeinträchtigen könnte, aber wat mut dat mut.
    Ein Feldsalat, mit Birne, Blue Stilton (muss sein, Lieblingskäse meines ältesten Freundes), Ziegen-Frischkäse und Ziegentaler, mit einer Schokoladen-Balsamico-Dressing und die ist einfach nur leeeecker. Das Dressing wird einen Tag vorher vorbereitet und kann schön durchziehen.

  • Dritter Gang:

Coq au Vin – stilecht, mit knusprig, frischem Baguette serviert.
Das Hühnchen wird vorher noch über Nacht in Rotwein mariniert und erst am Tag des Stelldicheins fertig zubereitet.

  • Vierter Gang:Mein über alles geliebtes „Mousse au Chocolate“, klassisch dunkel.

Die Mousse wird einen Tag vorher zubereitet, das ist ein „Muss“, da sie sonst nicht durch- und anziehen kann, sie schmeckt zu frisch einfach nur fad und zu flach.

Dazu der Freundschafts-Tipp Nr. 3.:

Wenn ein guter Freund euch seine Unterstützung anbietet, dann erlaubt euch diese Hilfe anzunehmen, denn sich helfen zu lassen ist a) doppelt unterhaltsam und b) führt einen zusammen.  In meinem Fall, hat mir mein Freund Ivan gar köstlich geholfen, indem er mir die Fotostrecke mit den einzelnen Kochschritten abgenommen hat. Kochen und fotografieren, tja, das überfordert mich tatsächlich ein wenig.
Freude und Dankbarkeit zu fühlen, das fühlt sich dann, einfach so – so einfach, nur glücklich und zufrieden machend an.

Das Rezept für die Rinderbrühe mit zweierlei Klößchen:

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Diese Brühe koche ich komplett – bis auf das Julienne-Gemüse – einen Tag im Voraus vor. Achtung: es wird ein Passiertuch benötigt.
Ist die Suppe, wie in meinem Fall als Vorspeise gedacht, kalkuliere ich ca. 200 ml Flüssigkeit, ca. 150 Gramm Gemüse und ca. 250 Gramm Rinderbeinscheiben pro Portion.
Es geht aber auch mit Tafelspitz (bevorzuge ich als Fleisch) und Rindermarkknochen extra als Geschmacksträger. Alles Rohgewicht – die hohe Fleischmenge wird für den Geschmack der Brühe so hoch benötigt.
Solltet ihr eine Hauptspeise daraus kreieren, bitte, doppelte Menge an Zutaten pro Person berechnen.
Die Griesnockerl bereite ich komplett vorgekocht auch einen Tag vorher zu und erwärme sie vor dem Servieren problemlos in etwas Brühe.
Die Brätklößchen – werden auch fertig gegart zubereitet. Sie kommen bei mir auf ein Blech ins Gefrierfach und werden später in einem Gefrierbeutel eingefroren. Sie sind anschließend nach Bedarf einzeln entnehmbar und werden dann in etwas Brühe erwärmt. Die Prozedur geht bei mir nicht anders, da mein Fleischer nur einmal in der Woche frische ungebrühte Kalbsbratwurst anbietet. Das geht sehr gut, ohne nennenswerte Geschmackseinbußen. Bitte daran denken – alles nur abgekühlt in die jeweilige Kühlung zu stellen.

Für 6 – 10 Personen
Zutaten für den ersten Gang:
Die Rinderfleischbrühe –

  • 750 Gramm Tafelspitz
  • 1,5-2 Kg Rindermarkknochen
  • oder 2,5 /3 kg Rinderbeinscheiben
  • 2 Stück Gemüse-Zwiebeln
  • 2 TL Pfefferkörner
  • 20 Gramm Salz
  • 2 kleine Petersilienwurzeln
  • 3 große Möhren
  • 1 kleine Knollensellerie
  • 1 Stange Lauch
  • 3 Liter Wasser

 Zutaten für die Griesnockerl –

  •  120 Gramm Butter
  • 3 Stück Eier
  • 150 Gramm Grieß
  • Gewürze Muskat frisch gerieben und Salz

 Zutaten für die Brätklößchen –

  •  400 Gramm Kalbsbrät (feine ungebrühte Bratwurst ist Brät)
  • 120 ml Milch
  • 6 EL Schlagsahne
  • 50 Gramm Butter, weich
  • 3 Stück M-Eier
  • 6 EL  Semmelbrösel
  • Gewürze Salz, Pfeffer, Muskat

Vor dem Servieren der Suppe wird in Juliennestreifen geschnittenes Gemüse beim Erwärmen der Brühe ca. 5-10 Minuten mit geköchelt

Das wären:

  • 3 Stück Möhren – diese schneide ich mit meinem Spiralschneider von „GEFU“
  • 2 Stangen Lauch – in sehr, sehr feine Streifen mit einem sehr scharfen Messer

Zubereitung

1.
Das Suppenfleisch und die Knochen waschen.

Die Gemüse-Zwiebeln mit der Schale halbieren, mit den Schnittflächen in eine fettfreie Pfanne, auf ein Stück Alu-Folie legen (brennt die Pfanne nicht so an) und goldbraun anbraten.
Das Suppenfleisch mit Zwiebeln und Pfeffer in einen Topf geben, salzen und mit 2,5 – 3 l Wasser aufgießen. Die Suppe bitte ca. 2-3 Stunden bei 75-95°C leicht köcheln/simmern lassen. Kann auch länger köcheln, kommt immer auf das Fleisch und die Menge an! Bei sprudelnden 100 ° gehen wichtige Inhaltsstoffe und Geschmacksträger verloren. Gar ist die Suppe, wenn das Fleisch beim Einstechen mit der Gabel ganz leicht – von der Gabel rutscht. Bitte beachten, dass gleich zu Anbeginn (bei 70° beginnt das Eiweiß zu gerinnen) der Schaum abgeschöpft werden muss.

2.
Nach der Hälfte der Garzeit – das geputzte, kleingeschnittene Gemüse mit in die Brühe geben.

09.-Wochentipp-_TEIG-Griestklößchen rahmen

3.
Während die Suppe gart: Für die Grießnockerl die sehr weiche Butter mit dem Ei cremig rühren, dann den Grieß einlaufen lassen und nach und nach einrühren mit Salz und Muskat würzen und etwa 15 Minuten ruhen lassen. Mit zwei nassen Teelöffeln Nockerl formen und in leicht siedendem Salzwasser

ca. 20 Minuten gar ziehen lassen.

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4.
Für die Brätklößchen:

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Das Kalbsbrät mit der Milch, der Sahne, der Butter, dem Ei und den Semmelbröseln zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Kleine Klößchen aus der Masse formen und in leicht siedendem Salzwasser
in etwa 10 Minuten gar ziehen lassen.

09.-Wochentipp-_Kalbsbrätklößchen rahmen

5.
Wenn das Fleisch fertig gegart ist – aus der Brühe nehmen. Die Brühe durch ein Sieb gießen und das Gemüse darin auffangen.
Dieses Gemüse püriere ich mit einem Stabmixer und friere es Portionsweise ein, entweder dicke ich später damit Saucen an oder mache eine Gemüsecreme-Suppe davon.
Die Brühe durch ein Passiertuch, wenn sie klar sein soll (oder ein Sieb) gießen, etwas einkochen lassen und abschmecken.

6.

Suppe erwärmen und das in Julienne (-Streifenform) geschnittene Gemüse – also den Lauch und die Möhren hinzufügen und 5 Minuten köcheln lassen. Inzwischen so viel Fleisch in Streifen schneiden wie erwünscht ist – ebenfalls in die Suppe geben und darin erwärmen. Die gewünschte Anzahl Grießnockerl und Brätklößchen separat in etwas Brühe erwärmen, dann die Suppe mit den Klößchen und Nockerln (schneide ich in Scheiben, weil sie mir sonst zu groß sind) in vorgewärmten Tellern anrichten und servieren. Wer mag streut noch frische gehackte Blattpetersilie darüber.

– der Rest an Rind-Fleisch kann verwendet werden für:

  •  die verbliebene Rinderbrühe
  •  wenn noch vom Coq au Vin ein Rest von Sauce ohne Huhn verblieben ist, in die restliche Sauce klein geschnitten hinein geben,– einfrieren oder für den nächsten Tag aufheben.

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Guten Appetit!

Für 6 – 10 Personen
Zutaten für den Zweiten Gang: Der Feldsalat, mit Birne, Blue Stilton, Ziegen-Frischkäse und Ziegentaler, mit einer Schokoladen-Balsamico-Dressing. Das Dressing wird einen Tag vorher vorbereitet und kann schön durchziehen.

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Zutaten:

  •  300 – 600 Gramm Feldsalat
  • 150 – 300 Gramm Ruccula
  • 200 Gramm            Blue Stilton oder Roquefort, Blauschimmelkäse
  • 200 Gramm            Ziegenfrischkäse
  • 200 Gramm            Ziegenkäserolle, französischer Weichkäse
  • 4 Stück                     Birnen (kommt auf die Größe an, ich bevorzuge kleinere Birnen)
  • Schokoladen-Agrodolce (Balsamico)
  • Pistazien-Kernöl (Haselnuss-Öl schmeckt auch sehr gut)
  • Frisch gemahlener Pfeffer, Sal de Fleur,

Wer es mag kann noch dazu je nach Jahreszeit – 1-2 Erdbeeren fein in Scheiben aufgeschnitten pro Portion dazu geben.

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Zubereitung:

  •  Den Feldsalat sehr gut putzen, waschen und die Enden abschneiden und in der Salatschleuder trocken schleudern.
  • Die Birnen schälen, vierteln – das Herz und die Kerne entfernen.
  • Jedes Viertel als Fächer in sehr dünne Scheiben schneiden.
  • Käse je nach Geschmack aufteilen und schneiden.
  • Den Salat kurz vor dem Anrichten kurz in der Dressing schwenkenich mag das lieber als das raufträufeln… das mache ich nur bei der Birne und dem Käse
  • Salat zügig auf den Tellern portionsweise anrichten
  • Die Birne – evtl. noch die Erdbeere – flott anbei dekorierend legen
  • Den vorgeschnittenen Käse ebenso schnell
  • Birne, Käse mit frisch gemahlenem Pfeffer aus der Pfeffermühle pfeffern
  • Über die Birne und den Käse etwas Dressing träufeln
  • Sofort servieren

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Guten Appetit!

Meine Lieben, ich hoffe, dass dem einen oder anderen die Rinderbrühe und der Feldsalat als erster und zweiter Gang Lust auf Mehr macht, in welchem Sinne auch immer. Ladet einfach mal ein paar liebe Menschen ein, macht euch einen vergnügten Abend, denn es kommt bei schönen Treffen nie auf die zeitaufwendige Machart der Bewirtung an. Ich liebe zum Beispiel die klassische Spaghetti Bolognese, einfach unkompliziert dazu mit viel Spielraum an verbleibender Zeit für bewegende Begegnungen. Dass ich dies aufwändiger gestaltete, das ist mein Vergnügen und gleichzeitig ein Geschenk für und an meine Freunde. Es kommt auf den Austausch des freudvollen, freundschaftlichen Miteinanders an, dieses für einander Dasein und das fühlt sich dann einfach nur sowas von einem lustvollen, frohsinnigen, lebendigen GUUUUT an.

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Zu beachten wäre da:

Freundschaft ist ein schönes Wort.
Freundschaft wechselt oft den Ort.
Freundschaft finden das ist schwer.
Freundschaft halten noch viel mehr!

Unbekannt

Das könnte nicht schaden:

Auf der Tafel der Sitten ist die Sanftmut das Salz.

Aus Persien

Dem wäre Aufmerksamkeit zu schenken:

Wer Freunde ohne Fehler will, bleibt ohne Freunde.

Buch des Kabus, eigentlich Kabus-Nameh, persische Weisheitsliteratur des 11. Jahrhunderts. Deutsch erstmals von Heinrich Friedrich von Diez, 1811

Gemeinsamkeit –

überlegen, bedenken und dann Schritt für Schritt zubereiten

Es ist schön, sich Gedanken nicht nur zu machen,
sondern sie sich – wie ein gutes Essen – zuzubereiten.

© Gregor Brand (*1957), deutscher Schriftsteller, Lyriker und Verleger, Quelle: Brand, Meschalim. Zweitausend Aphorismen, Gregor Brand Verlag 2007

Der krönende Nachtisch

„Was ist der Weg zum Glück?“, wurde der Dalai-Lama von einem seiner Jünger gefragt. Seine Antwort: „Guter Schlaf und gutes Essen!“

© Dalai Lama (*1935), (Das Lächeln des Himmels), 14. geistiges und politisches Oberhaupt der Tibeter, wurde 1989 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis Seiner Heiligkeit

Ich wünsche euch, dass euch in eurem Leben
herzliche und vor allem ehrliche Freunde begleiten und dass ihr gemeinsam
viele schöne Momente genussvoll genießend erleben könnt
herzlichst eure Ute Weiss-Ding

Quelle:
Rezept Rinderbrühe etwas abgewandelt – EAT SMARTER
Rezept Feldsalat – Eigenkreation