Freude & Spaß – der Spaß an der Freude


 Das Wochentipp – Thema:

Gaudium – die Freude – der Spaß
„der Spaß an der Freude“

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Der Spaß ist der Bruder der Freude.
© Fred Ammon (*1930), Aphoristiker, Quelle: Books on Demand, 2008, »Kleine Dumm- und Weisheiten zum Schmunzeln und Nachdenken«

Gaudium – die Freude packt mich, die 3. Adventswoche ist schon in Sicht und ich will mir den Spaß an der Vorfreude auf Weihnachten doch auf keinen Fall entgehen lassen.
Bäh, Vorfreude auf Weihnachten – ihr fragt euch, welche Freude das sein sollte und an was, bitte schön, an was ihr Spaß haben solltet?
Na, einfach so – so einfach „Spaß an der Freude“ daran zu haben, wie zum Beispiel:
An der strapazierenden Geschenkejagd, dem Streben nach Perfektion beim Backen, dem Einkaufen, welches mit nicht unerheblichen Menschenmassen geteilt werden darf, dem Streiten, dem Lieben, dem Kuscheln, dem Alleinsein, dem Arbeiten – eben an allem was unser aller Leben so gedanklich nervend oder liebevoll zugewandt begleitet.

Noch kurz etwas zum Schenken:
Der Charme oder der Zauber des Schenkens liegt darin, dass wir über das Geschenk in Beziehung und in die Kommunikation mit dem Beschenkten kommen. Hier geht es nicht um einen (geldlosen) Warenaustausch.
Viele Menschen denken, sie müssten dem anderen im Sinne – von „ich schulde dem anderen etwas“, wenn sie nicht den gleichen „Wert“ an Geschenk zurück schenken. Leider wird das Schenken von Geschenken immer mehr von ökonomischem Denken bestimmt. Viel harmonischer fühlt es sich aber an und vor allem viel mehr „Spaß an der Freude“ haben wir alle beim Schenken, wenn wir den Beschenkten mit einem sehr persönlichen oder ihn inspirierendem Geschenk  beglücken. Dann kommt das Miteinander-Kommunizieren ganz von alleine und wir sind mit „Spaß an der Freude“ gemeinsam in Beziehung. Das nenne ich sich gegenseitig zu beglücken…

Achtung, jetzt wird es persönlich zu diesem köstlichen Thema.
Mein armer Göttergatte wurde gerade operiert und kann nicht so recht lustvoll lachen, weil ihm dann alles weh tut. Sehr zu meiner Freude, macht es mir Spaß ihn trotzdem zum Lachen zu bringen – Ergo, Spaß, Freude und „Spaß an der Freude“ auf beiden Seiten – Ok, wenn auch etwas schmerzhaft auf der einen Seite…
Wie ihr lesen dürft, ist dies doch ein recht erfreuliches Thema zur 3. Adventswoche, in der so manchen von euch schon das Grauen vor Weihnachten packt, denn es erwarten euch vier herrliche an einander gereihte Tage zum Müßiggehen oder zum persönlichen Stressaufbau.
Besser, viel besser – um den Stress mit der Arbeit oder der liebsten Familie aushalten zu können, wenden wir uns lieber dem „Spaß an der Freude“ zu. Ach ja, auch hier lauert schon wieder herzallerliebst die Polarität – auf der einen Seite die Überlastung und auf der anderen Seite würde man allem am liebsten entfliehen um vielleicht zu faulenzen.

Wie stelle ich es nur an, um nun mehr Freude und Spaß in mein Alltagsleben zu bekommen?

Tja, aber was besagt eigentlich dieses „Spaß zu haben“ und „Freude zu empfinden“? 

Laut meinen Recherchen bedeutet Spaß so viel wie:  Zerstreuung, Zeitvertreib, Spiel, Vergnügen, Fröhlichkeit, lustig sein, Amüsement, Ausgelassenheit, oft laute Aktivitäten und Necken.
Upps, Spaß ist also ein, in einem flüchtigen Moment des Augenblicks erlebtes Gefühl, denn Spaß zu haben währt nicht ewiglich. Spaß zu haben, heißt, die Fügung eines glücklichen Momentes in einer augenblicklichen Situation auszukosten.
Hier sei die Frage erlaubt: Machen aneinanderreihte vergnügliche Aktivitäten einfach so zum Zeitvertreib – um Spaß zu haben – auf Dauer wirklich Freude?
Tja, es gibt also einen gravierenden Unterschied zwischen den Gefühlen Spaß und Freude.

Freude – ist eine Ableitung von freuen und gehört zur gleichen Wortsippe wie → froh; Freude hat für mich auch etwas mit „sich glücklich und zufrieden fühlen“ zu tun.
Freude äußert sich bei mir, wenn ich mich in einer frohen Stimmung befinde. Ich bin froh, dass mein Dasein so ist, wie es ist. Meist fühlt es sich leicht, luftig perlend wie Champagner an, es ist ein Gefühl, das nach außen drängt, lebendig gefühlt und gelebt wahrgenommen werden möchte.
Bei dem Gefühl Freude zu empfinden, haben wertende Gedanken keine Chance und das Gedankenkarussell ist im Ruhestand.
Freude hat etwas Tiefes, Freude hält viel länger an, sie hat etwas Dauerhaftes und Spaß währt eben nur einen flüchtigen Moment in unserem Dasein, Spaß dagegen ist und bleibt eben nur eine flüchtige dazu nur kurzfristige Befriedigung.

Daher halte ich es für gesund „Spaß an der Freude“ zu haben.
Wir können uns nicht ewig einreden und auch die Ohren von der Medienwelt voll blasen lassen, dass die Arbeit, die Beziehungen, die Freundschaften, die lieben Kinderchen, das Leben immer Spaß machen soll.
Denn kein Job, kein Partner, kein Leben kann immer nur Spaß machen. Wir sitzen da einer Täuschung in einer Erwartungshaltung auf und umso tiefer wird die Enttäuschung lebendig Einzug in unserem Leben halten.
Bei manchen sind es dann Alkohol, Drogen, Arbeitswahn, Essen, Spielsucht und was es noch so alles gibt, um den inneren Frust zu betäuben.

Wenn ich mich zu Weihnachten dem Backwahn und dem Pralinenmachen hingebe, dann beruht dies einerseits auf meiner Begeisterung für das Machen an sich, so rein theoretisch betrachtet und gleichzeitig aber auch auf der anstrengenden von mir zu leistenden Arbeit, damit ich ein brauchbares Ergebnis erzielen kann. Ich kann mir sehr wohl meine Begeisterung und den „Spaß an der Freude“ des Arbeitens bewahren, indem ich mir klar mache, dass das mich dabei begleitende Denken, meine Gedanken für die benötigte Ausdauer bei der Arbeit und dem vielleicht mühseligen Machen an sich, dabei voll in meiner Verantwortung liegen. Üben, üben, üben – von nix kommt nichts – auch keine fröhlichen Gedanken. Also immer schön aufpassen auf das, was mich so während des Schaffens so an Gedanken begleitet… Besser viel besser: sich dem „machenden Machen“ lustvoll hinzugeben…

Hierzu ein wunderschöner Spruch von Rabindranath Tagore (1861 – 1941), dem indischen Dichter und Philosophen, er hat 1913 den Nobelpreis für Literatur erhalten.

Ich schlief und träumte, das Leben sei Freude.
Ich erwachte und sah, das Leben war Pflicht.
Ich handelte, und siehe, die Pflicht war Freude.

Ist das nicht eine sinnliche Sinn bringende Weisheit? Ich finde sie absolut passend für meine manchmal auch weniger geliebten Arbeiten… Das, was für mich zählt, ist das, was mich während meines Machens geleitet und abschließend an „geistiger oder materieller Produktion“ bei mir heraus kommt. Das sind mein „Spaß an der Freude“ und die Liebe an meinem Schaffen.

Meine Lieben, je größer die Erwartung, umso tiefer kann einen die die Enttäuschung treffen. Es empfiehlt sich also generell Spaß und Freude zu unterscheiden.

– Also begebe ich mich auf meine persönliche Suche nach dem, was mir im Leben Freude bereitet.

– Lasse ich mich beim Finden von meinen bewussten Bedürfnissen leiten und mich von meinen unbewussten Bedürfnissen überraschen.

– Freude bringende Erfahrungen hat ein jeder von uns in seinem Lebensbuch zu stehen.

– Fokussieren wir uns auf das, woran wir bisher Freude hatten, so werden wir den „Spaß an der Freude“ leichter erkennen.

– Das zu tun im Leben worin ich Freude empfinde, wird mir auch Kraft und Energie für mein Schaffen geben.

Wir sollten aufhören alles gedanklich zu werten und zu bewerten.
Ok, ich gebe zu, dies ist eine echte Herausforderung, aber wenn ich mich dieser stelle, lebe ich freier, freudiger und vor allem gesünder.

Wenn wir uns bewusst  auf unsere inneren Bedürfnisse konzentrieren, uns unser Denken bewusster machen, aufhören ständig alles zu werten und wir dann diesen „Spaß an der Freude“ bewusst anstrebend erleben, dann fühlt sich das aber auf Dauer so was von einem lebendigen, glücklich und zufriedenen, gesund machenden GUUUUT in unserem Leben an.

Bitte beachten …

Der meiste Stress im Leben kommt daher,
dass man sich gezwungen meint,
in Konkurrenz zu anderen sich zu denken,
statt mit Spaß und Freude seine Sache zu betreiben.
© Matthias Pleye (*1977), Historiker, Blogger und Schriftsteller

Mitmachen erlaubt

Lust und Freude sind nicht ausgestorben, nein, sie sind da:
macht also rasch und nicht viel Federlesens!
Sonst habt ihr das Nachsehen, und aus ist’s und vorbei mit dem Spaß!
Honoré de Balzac (1799 – 1850), französischer Philosoph und Romanautor, Quelle: Balzac, Tolldreiste Geschichten (Les contes drolatiques), 1832-37 (dt. 1908)

Einfach so – so einfach: Liebe

Liebe Gedanken,
über viele Kilometer zu Dir geschickt

Freude über alltägliche Erlebnisse
Allein zu Haus und doch nicht einsam
Spaß bei der Arbeit, Freude über Erfolg

Glücksgefühl Deine Stimme zu hören
Verständnis für Deinen Alltag
Kleine Liebenswürdigkeiten
Lachen, und keine Tränen mehr

Das alles, nur durch Dich
Unbekannt

Trotz allem… das Schlusswort …

Trotz Krieg, in Frieden leben.
Trotz Neid, anderen geben.
Trotz Hass, dem Feind vergeben.
Trotz Liebe, den Verschmähten mögen.
Trotz Freude, die Trauer zulassen.
Trotz Luxus, das Wenige schätzen.
Trotz Stress, die Ruhe in sich belassen.
Trotz Spaß, das Ernste genießen.
Trotz allem… sich selbst bleiben!
© Stefan Wittlin (*1961), Schweizer „Medicus-Canis“, Buchautor und Kolumnist

Ich wünsche euch
 „multo gaudium“ in dieser 3. Adventswoche
genießt lustvoll, ausgiebig und bewusst Spaß und Freude
mit „Spaß an der Freude“
herzlichst eure Ute Weiss-Ding