Genuss mit berlinspirit http://berlinspirit.de Sun, 25 Sep 2016 11:53:19 +0000 de-DE hourly 1 http://berlinspirit.de/wp-content/uploads/2016/01/cropped-01_StempelBerlin-Spirit_600-hell-1-32x32.jpg Genuss mit berlinspirit http://berlinspirit.de 32 32 Monats-Prognose Oktober http://berlinspirit.de/monats-prognose-oktober/ Sun, 25 Sep 2016 11:50:38 +0000 http://berlinspirit.de/?p=3730 39. Wochentipp – Thema
Einfach so – (zeitlos) so einfach
Vorausschau Oktober 2016
Ein bezaubernder Seiltanz der Polaritäten
zwischen
den Wunsch nach Vereinigung und rechthaberischer Intoleranz

Eugène Samuel Grasset

Eugène Samuel Grasset

Beim Vorausschauen lässt sich nicht erkennen,
ob man das Nachsehen haben wird.

© Brigitte Fuchs (*1951), Schweizer Autorin, Lyrikerin, Sprachspielerin

 Die Oktober-Schwingung 2016

Ich würde gerne, hätte, täte, wollte… – ach nöööö, ich hasse den Konjunktiv – … ABER zum Schreiben dieser Oktober-Vorausschau wäre mir doch tatsächlich ein einfacherer, unkomplizierterer Prognose-Textinhalt lieber gewesen.
Es ist wie es ist, denn wir sind ja die Meister unserer Gedanken, also können und dürfen wir uns jetzt voller Freude dem Guten zuwenden, um die „reizvolle“ Oktober-Schwingung positiv für uns nutzend einzusetzen.

Zwar tobt um uns herum mal wieder die Polarität auf der einen Seite mit ihrer ungeduldigen, reizbaren Voreingenommenheit und auf der anderen mit der wohlig ersehnten harmonischen Seelenruhe, der Ruhe nach einem Frieden. Dieses beinhaltet sowohl weltpolitische Krisen als auch den eigenen, ganz allgemeinen persönlichen Kreis, wie Familie, Beruf und Liebe.  Hier dürfen wir uns im Oktober immer wieder bewusst auf unsere eigene Mitte konzentrieren, da wir sonst sehr schnell die eigene Deckung, sprich Identität verlieren könnten.
Sich schutzlos zu fühlen, macht hilflos und lässt uns dann schnell aggressiv, wütend oder sehr ärgerlich werden.

Besser ist es, sich schon einmal im Vorfeld darauf einzustellen, dass uns der Oktober ganz schön auf Trab hält.
Hinter vielem, ach so Offensichtlichen pflegen sich meist ganz andere Motive zu verbergen, das heißt, wir sind aufgerufen vor unserem Urteilen und Handeln bis dato vernebelte weitere Anhaltspunkte bewusst zu sichten, um diese dann in unsere Aktionen mit einzubeziehen.
Die wahren Beweggründe zu ergründen, dies ist der Zauberschlüssel zum Tor der Oktober-Energie.

 

Emilio Sanchez Perrier

Emilio Sanchez Perrier

Worauf sollte im Oktober 2016 geachtet werden?

Die Oktober-Schwingung ist gar lustig dabei uns zu verwirren. Es wird turbulent zugehen mit dieser Dynamik eines irrwitzigen Gauklers im Verbund. Einerseits treten Verbesserungen unserer Lebensumstände ein und andererseits drohen Misserfolge, eventuell aber auch Verluste.

Bei den Finanzen ist es sehr gesund seiner Intuition zu folgen. Alles was aus unserer Mitte heraus entsteht, da sind wir nahe bei uns und dürfen diesen Eingebungen vertrauensvoll, spontan und instinktiv folgen. Somit seid ihr auf eurer Seite und beachtet alles zuversichtlich, realistisch aus eurer persönlichen Einstellung heraus. Hier bleiben dann Übertreibungen und auch Schädigungen von alleine außen vor.

Im Oktober zählt in der Liebe und den Beziehungen vor allem, sich gebefreudig, wohlwollend und voller Mitgefühl auf den anderen einzulassen. Das gilt naturellement für beide Seiten, denn Geben und Nehmen müssen im Einklang sein, sonst droht halbherziges Handeln und das Erbrachte erscheint im schalen Lichte und schwimmt trübe in einem See von erbrachten Höflichkeitsfloskeln. Für diesen Selbstbetrug zahlt man den hohen Preis der Ent-Täuschung.

Es ist ein guter Monat um Differenzen mit Widersachern beizulegen, weil jetzt die Zeit reif ist, um klar zu verstehen, worin das Problem der voran gegangenen verwickelten Konstellation bestanden hat.
Das, was jetzt geschieht, klärt euer Verständnis für die Verstrickungen in eurem Leben.

Emilio Sanchez Perrier

Emilio Sanchez Perrier

Entwicklung:

Geschickt und clever werden wir allerdings auch von den Machtinhabern, egal welcher Couleur, immer mehr manipulativ und kontrollierend in bestimmte Richtungen gedrängt.
Deshalb ist ein jeder aufgerufen wach und scharfsinnig sich vertrauensvoll seiner eigenen denkerischen Fähigkeiten zu bedienen, dadurch ist es uns möglich Distanz zu wahren, um klarer zu verstehen und somit friedlicher auch mit uns und unserer Umwelt umzugehen.

Diesen Filz aus Korruption und auch boshafter Falschheit gilt es nachdenkend, vorausschauend erst einmal zu durchdringen. Engstirnigkeit auf der einen Seite und Faulheit auf der anderen, sind keine guten Ratgeber und womöglich auf Rache zu sinnen schon gar nicht. Auch wenn der Einzelne vielleicht wenig ändern kann, es ist trotzdem wichtig sich immer wieder diese Willkür, die uns umgibt bewusst zu machen und sich ihr zu stellen, um dem eigenen Versumpfen in die Belanglosigkeit vorzubeugen. Bewusstmachen ist das eine –  Bewusstwerdung das folgende, um im Fluss der Zeit-Geschehnisse
„wissend mit Sinn und Verstand“ zu handeln.

Die Oktober-Schwingung ist denen hold gesonnen, die gewillt sind selbstständig Entscheidungen zu treffen, dazu präzise und unbestrittene Fakten zur Grundlage ihrer Entscheidungen besitzen, Vertrauen in die eigene Intuition zu haben und dabei Hand in Hand mit der eigenen Vernunft klug zu planen. Genau dazu haben wir, was die eigene Zukunft betrifft, im Oktober die Chance, einen mächtigen Riesenschritt in  Richtung persönlicher Wunscherfüllung  zu machen.  

Emilio Sanchez Perrier

Emilio Sanchez Perrier

Machwerk:

Tja, wir hätten alle so gerne unsere Heros, aber diese sollten sich gefälligst schon unseren persönlichen Vorstellungen unterwerfen.
Oh, wie herzbewegend, ich möchte euch an dieser Stelle noch kurz darauf hinweisen, dass diese  Oktober-Bewegung nach Klarheit verlangt und ihr euch geschwind von euren „erdachten irrealen“ Illusionen und Hirngespinsten verabschieden dürft.

Herzlich Willkommen in der realen Welt. Das heißt im Klartext sich dieser zu stellen, sich klar und deutlich auszudrücken, denkt einfach so – so einfach daran, dass niemand es allen recht machen kann. Solltet ihr es dennoch probieren, werdet ihr es im Oktober mit dem Preis des Niedergeschlagen-Seins und sich garstig zu fühlen bezahlen.
Ok, ihr könntet euch auch abwenden, wegschauen und euch Ehr-Geizig irgendwelchen Projekten hinwenden. Nur hier seid ihr dann dabei euch selbst zu verlieren, denn all das wäre nur Ablenkung vom Wesentlichen und nichts davon wird euch  weiterbringen…
Was für ein Dilemma, aber die Eier legende Wolfsmilchsau gibt es im wirklichen Leben einfach nicht.  

Realistisch umsetzbare Wunschbilder in seinem Leben zu bewerkstelligen, das wird demjenigen gelingen, der auch weiß, dass er das Erstrebenswerte auch wirklich in seinem und zu seinem Leben auch wahrlich braucht.
Gleichgültig, welchen guten oder schlechten Umständen ihr im Oktober auch begegnen werdet, hier folgt euch die eingesetzte Energie der Vergangenheit, welche ihr in eure privaten oder beruflichen Absichten schon bewusst oder unbewusst eingesetzt habt.

All eure folgenden Erfahrungen sind das Produkt eurer eigenen vorangegangenen und heutigen Bemühungen.
Die Ideen und Neuanfänge, die jetzt erlebt werden können, sind der Ausdruck des Gesetzes von Ursache und Wirkung.  
Ereignisse, die euch als Zufall oder glückliche Fügung erscheinen, resultieren in Wirklichkeit aus den Anstrengungen, die ihr bereits in den letzten Monaten geleistet habt.
Ihr könnt diese Oktober-Periode freudig als eine Wende beachten hin zu etwas Besserem, mit dem Beginn von etwas Neuem.

39 wochentipp_oktober prognose 4

Emilio Sanchez Perrier

Meine Lieben, jeder Mensch ist eine geistig bewegliche Persönlichkeit und ist daher in der Lage seinen persönlichen Weg, mal mehr, mal weniger lustvoll zu beschreiten.
Niemand ist gezwungen sich zeitlebens nur auf eine Rolle in seinem Leben zu beschränken. Wer sich selbst führen kann, wird die Oktober-Energie als eine Bereicherung wahrnehmen, auch wenn es kreuz und quer, kunterbunt zugehen sollte.
Sprecht mit euren Ideen andere Menschen an und überzeugt sie, wenn es euch und der Sache dienlich ist. Weist mutig ungewollte Verpflichtungen oder Abhängigkeiten von euch. Engagiert euch dort zuverlässig und verantwortungsbewusst, wo es für euch sinnvoll  und nützlich ist.
Die Oktober-Entwicklung schwingt sich recht umtriebig mit einem Zustrom von neuen Erkenntnissen und Ereignissen in unser Leben und fordert uns dazu auf, immer wieder neue Entscheidungen bereitwillig, bedenkend und auch charakterfest zu treffen.

Verabschiedet euch von falscher Gutgläubigkeit und verschafft euch stets einen guten Überblick in allen Situationen, denn das fühlt sich auf Dauer so was von einem wohligen, aus sich selbst heraus agierenden, vertrauensvollen, ausgeglichenen und erfolgreichen GUUUUT in unserem Leben an.

Emilio Sanchez Perrier

Emilio Sanchez Perrier

Eine Fabel von Gotthold Ephraim Lessing
aus der Zeit der Aufklärung mit der Lehre,
dass der Mensch seinen Verstand einsetzen soll, bevor er handelt.

~ Der Besitzer des Bogens ~

Ein Mann hatte einen trefflichen Bogen von Ebenholz, mit dem er sehr weit und sicher schoss, und den er ungemein wert hielt.
Einst aber, als er ihn aufmerksam betrachtete, sprach er:
„Ein wenig zu plump bist du doch!
Alle deine Zierde ist die Glätte.
Schade! Doch dem ist abzuhelfen!“, fiel ihm ein.

„Ich will hingehen und den besten Künstler Bilder in den Bogen schnitzen lassen.“
– Er ging hin; und der Künstler schnitzte eine ganze Jagd auf den Bogen; und was hätte sich besser auf einen Bogen geschickt als eine Jagd?

Der Mann war voller Freude. „Du verdienest diese Zierraten, mein lieber Bogen!“
– Indem will er ihn versuchen; er spannt, und der Bogen – zerbricht.

Emilio Sanchez Perrier

Emilio Sanchez Perrier

Ich wünsche euch, dass ihr die Oktober-Schwingung
voll der neuen Erfahrungen und Erlebnisse
genussvoll spürend in eurem Leben genießen könnt
herzlichst eure Ute Weiss-Ding

Bilder: Emilio Sanchez Perrier 1855 – 1907, war ein spanischer Landschaftsmaler und Aquarellist

Oktober-Bild: Eugène Samuel Grasset 1845-1917, war ein schweizerisch-französischer Bildhauer, Maler und Illustrator der Belle Époque und Wegbereiter des Jugendstils.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Der Herbst und der Hochmut http://berlinspirit.de/der-herbst-und-der-hochmut/ Sun, 18 Sep 2016 13:00:49 +0000 http://berlinspirit.de/?p=3711 38. Wochentipp – Thema
Einfach so – (zeitlos) so einfach
Zum Herbstanfang am 22. 09. 2016
geht es gar fabelhaft mit zwei Fabeln zur Sache

Der herbst und der Hochmut, Giuseppe Arcimboldo

Der herbst und der Hochmut, Giuseppe Arcimboldo

Alles hat seine Zeit:
Winter und Sommer,
Herbst und Frühling,
Jugend und Alter,
Wirken und Ruhe.
Johann Gottfried von Herder (1744 – 1803), deutscher Kulturphilosoph, Theologe, Ästhetiker, Dichter und Übersetzer

Wie jeder weiß, liebe ich diese ethisch berührenden Erzählungen, genannt Fabeln.
Wohlig passend zur Herbstanfangs-Woche habe ich für den 38. Wochentipp zwei allerliebste Fabeln ausgesucht.
Die Tage werden kürzer, kühler und für mich wohlig behaglich.
Eine farbenreiche veränderliche Zeitspanne, die bunten Blätter der Bäume verabschieden sich leise fallend, ihr Leben langsam aushauchend. Auch nach und nach verlassen wehmütig die farbenfrohen Blumen und Früchte, die Flora und Fauna. Wie eine Diva lässt sich die Helligkeit mit ihrem Erscheinen morgens länger Zeit und wie ein Dieb so leise schleicht sich abends die Dunkelheit immer schneller ein.
Ach, was soll es, dann nutzen wir eben diesen anmutig farbigen Zeitabschnitt, um beim Lesen der folgenden zwei Fabeln uns eines der gar apartesten, hochaktuellen Geistesgifte, wie dem Hochmut (Überheblichkeit gepaart mit Einbildung), sinnlich sinnend hinzuwenden.
Nachdenkend anstupsen nenne ich dieses.

Der herbst und der Hochmut, Giuseppe Arcimboldo

Der herbst und der Hochmut, Giuseppe Arcimboldo

Und weiter geht es mit einer kleinen Info:  
Dieser wenig erquickliche Wesenszug ist einer von den sieben Lastern der Menschheit und entstammt aus dem Katalog der sieben Hauptlaster (Todsünden). Seit dem vierten Jahrhundert wurden sie von der katholischen Kirche als „Sünden“ deklariert, angelehnt an die sieben schlechtesten Charaktereigenschaften, diese wurden immer wieder variiert:

  • Hochmut – Superbia
    (Stolz, Übermut, Überheblichkeit, Selbstgefälligkeit, Vermessenheit, Frevel, von sich selbst eingenommen, hier sind Egozentrik, Narzissmus, Arroganz und Blasiertheit mit im Bunde)
  • Wollust – Luxuria
    (Genuss auslösender Reiz, Begehren, Genusssucht, Verlangen, Ausschweifung)
  • Geiz – Avaritia
    (Habgier, Gier)
  • Zorn – Ira
    (Wut, Rachsucht)
  • Völlerei – Gula
    (Maßlosigkeit, Selbstsucht, Gefräßigkeit)
  • Neid – Invidia
    (Eifersucht, Missgunst)
  • Faulheit – Acedia
    (Trägheit des Herzens, Feigheit, Ignoranz)

Bravo, ab hier dürft ihr gar lustvoll die beiden Fabeln lesen, auf dass wir uns gemeinsam dieser herrlichen um sich greifenden „Untugend“ oder vielleicht besser „schlechten Gepflogenheit“ gefahrlos annähern, denn diese hat ja aber auch rein gar nichts mit uns zu tun – oder?

Der herbst und der Hochmut, Giuseppe Arcimboldo

Der herbst und der Hochmut, Giuseppe Arcimboldo

Der Fuchs und die Trauben

Eine Maus und ein Spatz saßen an einem Herbstabend unter einem Weinstock und plauderten miteinander. Auf einmal zirpte der Spatz seiner Freundin zu: „Versteck dich, der Fuchs kommt“, und flog rasch hinauf ins Laub.

Der Fuchs schlich sich an den Weinstock heran, seine Blicke hingen sehnsüchtig an den dicken, blauen, überreifen Trauben. Vorsichtig spähte er nach allen Seiten. Dann stützte er sich mit seinen Vorderpfoten gegen den Stamm, reckte kräftig seinen Körper empor und wollte mit dem Mund ein paar Trauben erwischen. Aber sie hingen zu hoch.

Etwas verärgert versuchte er sein Glück noch einmal. Diesmal tat er einen gewaltigen Satz, doch er schnappte wieder nur ins Leere.

Ein drittes Mal bemühte er sich und sprang aus Leibeskräften. Voller Gier huschte er nach den üppigen Trauben und streckte sich so lange dabei, bis er auf den Rücken kollerte. Nicht ein Blatt hatte sich bewegt.

Der Spatz, der schweigend zugesehen hatte, konnte sich nicht länger beherrschen und zwitscherte belustigt: „Herr Fuchs, Ihr wollt zu hoch hinaus!“

Die Maus äugte aus ihrem Versteck und piepste vorwitzig: „Gib dir keine Mühe, die Trauben bekommst du nie.“ Und wie ein Pfeil schoss sie in ihr Loch zurück.

Der Fuchs biss die Zähne zusammen, rümpfte die Nase und meinte hochmütig:
„Sie sind mir noch nicht reif genug, ich mag keine sauren Trauben.“
Mit erhobenem Haupt stolzierte er in den Wald zurück.
Aesop

Der herbst und der Hochmut, Giuseppe Arcimboldo

Der herbst und der Hochmut, Giuseppe Arcimboldo

Eine Begegnung

 

Der Hochmut ging eines schönen Tages spazieren.
Er trug eine Krone aus Seifenblasen auf dem Kopf, und die schillerten bunt und prächtig im Sonnenschein. An seinem purpurfarbigen Gewand hingen zahllose vergoldete Glaskugeln; die Plattfüße hatte er in Schuhe mit ungeheuren Hacken gesteckt und schritt auf ihnen so majestätisch einher, wie ein hölzerner König in der Puppenkomödie.
Sein breites Gesicht strahlte von Selbstzufriedenheit, seine roten, fingerdicken Lippen waren verächtlich verzogen; aus halbgeschlossenen Lidern blickte er um sich, als ob nichts da wäre, der Mühe wert, ihm einen ganzen Blick zu gönnen.

 

Da kam ein Wesen ihm entgegen, bei dessen Erscheinen er stutzte.
Ein Wesen von schlichtem Aussehen; bescheiden sein Gang, seine Haltung, seine Gebärde; schön sein Angesicht, auf dem ein edler Ernst und tiefinnerlichsten Frieden sich malten.

Weiche mir aus!“ rief der Hochmut ihm zu.

„Gern“, erwiderte der Andere lächelnd, und gab Raum.

Dennoch fühlte der Hochmut sich verletzt: „Du lächelst? wie darfst du es wagen, zu lächeln in meiner Gegenwart?“ schnaubte er und warf sich wütend auf den Beleidiger.
Dieser wehrte ihn nicht ab, regte sich nicht einmal, stand nur ruhig und fest.
Der Hochmut aber stürzte zur Erde, und alle seinen Seifenblasen zerplatzten, und alle seine Glaskugeln lagen in Scherben — er war an das Verdienst angerannt.

Marie von Ebner-Eschenbach 1830 in Mähren-1916 in Wien, sie war eine österreichische Schriftstellerin und gilt mit ihren   psychologischen Erzählungen als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Erzählerinnen des 19. Jhds.
Verdienst ist eine große oder kleine selbstlose Leistung zum Wohle anderer Menschen, die von allen anerkannt wird.

Der herbst und der Hochmut, Giuseppe Arcimboldo

Der herbst und der Hochmut, Giuseppe Arcimboldo

Meine Lieben, sich seiner Sehnsüchte und seiner Bedürftigkeit in seinem eigenen Leben bewusst zu werden und zu sein, um sich –  selbst – bewusst – sehen, hören und spüren zu können, sich selbst und somit auch anderen Beachtung schenken zu können, das ist wahre aktive Attraktivität im Sinne von Anziehungskraft und Charisma, so wie die Natur zum Beispiel im Herbst farbenprächtig und authentisch ihr schönes Gesicht zeigt.

  • Die erste Grundvoraussetzung hierfür lautet, sich seines eigenen Mangels an persönlicher Wahrnehmung erst einmal bewusst werdend einzugestehen und sei es mit Hilfe von Freunden, Familie oder therapeutischer Unterstützung.
    Indem ich mich im Laufe der Zeit selbst-bewusster wahrnehme und auch kennenlerne, bewege ich mich selbst heilend immer mehr in Richtung gesunder, heilsamer Bewusstwerdung.

 

  • Während dieses Prozesses dürfen wir immer mehr unserer eigenen wahrhaftigen
    „Ich-Seele“, unserem wahren „Ich“ mit all seinen dunklen bis hellen Facetten erkennend begegnen.

 

  • Unsere Sehnsüchte und Bedürfnisse haben hier Platz zur Verwirklichung, folgen keinen falschen Trugbildern mehr und keine Angst besetzten Schatten werden unser bewusstes Selbst darüber hinaus dominieren.
Der herbst und der Hochmut, Giuseppe Arcimboldo

Der herbst und der Hochmut, Giuseppe Arcimboldo

Sich von sich selbst abzuwenden, indem man sich gefühllos abschneidet von seinem wahren „Ich“ und dazu begehrlich im Außen in immer übermütig werdender Selbstüberschätzung, in welcher Form auch immer auslösend, gepaart mit einem scheinbaren Reiz nach einem Genuss, welcher einen dann innerlich Dinge begehren lässt, die einen mit einem fieberhaften Verlangen nach mehr „Ansehen, Einfluss, Image, Prestige usw.“ – einen innerlich nach sich selbst verzerren lässt.
Bis nur noch eine leere Hülle unseres Seins von uns übrig bleibt.
Dies vermag andere Menschen für eine gewisse Zeit blenden zu können, aber wie es so ist, Trugbilder lösen sich irgendwann einmal schwabbelig in Nebel auf.

 

Das eigene Selbst zerstörerische Potential, ist sicherlich auch ein Ausdruck unserer modernen, von Medien geleiteten Gesellschaft, hier wird uns gekonnt manipulativ vorgesetzt und einprägend das Denken vernebelt, dass wenn wir dieses oder jenes so oder so machen, dann werden wir schon irgendwann erfolgreich, schön, anziehend etc. sein.
Wir werden wie dumme „Schäfchen“ vorgeführt, dann abgezockt, dazu für blöd verkauft und das Ganze mit unseren  schillernden Seifenblasen im Gehirn, die irgendwann zerplatzen. Hochmut kommt halt eben vor dem Fall.

Der herbst und der Hochmut, Giuseppe Arcimboldo

Der herbst und der Hochmut, Giuseppe Arcimboldo

Den Preis, den wir bezahlen für unser unreflektiertes seelenloses Verhalten, für dieses angebliche Dazugehören, um irgendeinen zweifelhaften Ruhm der Anerkennung zu ernten oder Bestätigung, Ansehen und Aufmerksamkeit trügerisch zu erhaschen, heißt von unserer eigenen Wahrhaftigkeit gefühllos abgeschnitten zu sein.
Konsumieren ohne nachzudenken – Trends mitmachen ohne diese zu hinterfragen usw. – Vereinfacht ausgedrückt – ohne zu prüfen, zu fühlen und zu spüren, dieses Bewusstsein in Allem zu erlangen, geht nur indem wir lernen Eigenverantwortung zu übernehmen hin zum Anfang zur bewussten Verantwortung auch für unser gesellschaftliches Miteinander. Hier dürfen wir es uns erlauben – uns auch unbequeme Fragen zu stellen und nach Antworten zu forschen.

Der herbst und der Hochmut, Giuseppe Arcimboldo

Der herbst und der Hochmut, Giuseppe Arcimboldo

Ich glaube, dass es auf der einen Seite schon sehr viele Menschen gibt, die den nachhaltigen, gesellschaftlichen Entwicklungsprozess unterstützen.
Auf der anderen Seite ist jeder Einzelne aufgerufen, sich seiner  strategischen, methodischen Form des Nachzudenkens hin zu öffnen, um sich von diesem dümmlichen Machen und auch Druck ausübenden „Angepasst Sein“ zu befreien.

Auf lange Sicht hin gesehen, erlösen wir uns selbst durch das Mit- und Nachdenken von unserem inneren Druck des immer gleichgeschalteten Machens, hin zu unserer natürlichen, innewohnenden, feinfühligen Kraft der bejahenden heilsamen Veränderung und bis hin zur Eigenverantwortung und der Verantwortung gegenüber unserem sozialen Miteinander.
Hier wäre dann „in der Tat, tat-sächlich“ der größenwahnsinnige Hochmut überflüssig, hier zählt uneingeschränkt der Verdienst des Einzelnen, auch zum Wohle der Gemeinschaft.

Und das fühlt sich dann in unserem Leben einfach so – so einfach so was von einem zu sich selbst hinwendenden, emanzipierten, lustvollen, voller Leichtigkeit lebenden gemeinschaftlichen GUUUUT an.

Der herbst und der Hochmut, Giuseppe Arcimboldo

Der herbst und der Hochmut, Giuseppe Arcimboldo

 

Herbstsolo

 

 

Zwischen dem traumhaft, verlockend flauschigen Grün des Sommers
und dem hüllenlosen, silbrigen Grau des Winters liegt der leuchtend bunte Herbst.
Ach, ihr Lieben, was vergeht die Zeit so schnell in ihrer Vielfalt …
Ute Weiss-Ding

 

 

… aber

 

 

„Ich denke froh und heiter,
Glück ist mein Begleiter.“

Ulrich Ernst Theodor Strunz ist ein deutscher Internist, Buchautor und ehemaliger Triathlet.

 

Der herbst und der Hochmut, Giuseppe Arcimboldo

Der herbst und der Hochmut, Giuseppe Arcimboldo

 

Zum Spätsommerlichen Abgang:
– Melancholisch wehmütig –
Nietzsche und der Herbst

 

 

Dies ist der Herbst:
der – bricht dir noch das Herz!
Fliege fort! fliege fort!
Die Sonne schleicht zum Berg
Und steigt und steigt
Und ruht bei jedem Schritt.

 

 

Was ward die Welt so welk!
Auf müd gespannten Fäden spielt
Der Wind sein Lied.
Die Hoffnung floh –
Er klagt ihr nach.

 

 

Dies ist der Herbst:
der – bricht dir noch das Herz!
Fliege fort! fliege fort!
O Frucht des Baums,
Du zitterst, fällst?
Welch ein Geheimnis lehrte dich
Die Nacht,
Daß eisiger Schauder deine Wange,
Die Purpur-Wange deckt? –

 

 

Du schweigst, antwortest nicht?
Wer redet noch? – –

 

 

Dies ist der Herbst:
der – bricht dir noch das Herz!
Fliege fort! fliege fort!
Ich bin nicht schön
– so spricht die Sternenblume –,
Doch Menschen lieb ich
Und Menschen tröst ich –

 

 

Sie sollen jetzt noch Blumen sehn,
Nach mir sich bücken
Ach! und mich brechen –
In ihrem Auge glänzet dann
Erinnerung auf,
„Erinnerung an Schöneres als ich: –
– ich seh’s – und sterbe so.“ –

 

 

Dies ist der Herbst:
der – bricht dir noch das Herz!
Fliege fort! fliege fort!
Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 – 1900), deutscher Philosoph, Essayist, Lyriker und Schriftsteller, Quelle: Nietzsche, Nachgelassene Fragmente. Herbst 1884

 

Der herbst und der Hochmut, Giuseppe Arcimboldo

Der herbst und der Hochmut, Giuseppe Arcimboldo

Ich wünsche euch,
dass der Herbst euch auf das vergnüglichste inspiriert,
und ihr dann genussvoll spürend
des Herbstes wundervolles, buntes Frohlocken genießen könnt
herzlichst eure Ute Weiss-Ding

Bilder: Giuseppe Arcimboldo 1526-1593, war ein italienischer Maler der Spätrenaissance, speziell des Manierismus. Berühmt sind seine Tafelbilder, auf denen er Blumen, Früchte oder Gemüse, aber auch anorganische Objekte wie Bücher darstellte und daraus überraschende Porträts oder Stillleben komponierte.

 Quelle: Das kleine Fabelbuch, von Reinhard Atzbach, Edition Aisopus
http://www.hr-online.de/website/specials/wissen/index.jsp?rubrik=77227

http://eins.dwds.de/

 

 

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Loyalität braucht die Menschheit. http://berlinspirit.de/loyalitaet-braucht-die-welt/ Sun, 11 Sep 2016 13:00:02 +0000 http://berlinspirit.de/?p=3695 37. Wochentipp – Thema
Einfach so – (zeitlos) so einfach

In einer Zeit wo persönlicher Gewinn
die meisten Beziehungen und Taten bestimmt,
ist Loyalität da ein überholter Charakterzug?

37 wochentipp_loyalität Titelbild

Die Welt ist viel zu gefährlich, um darin zu leben –
nicht wegen der Menschen, die Böses tun,
sondern wegen der Menschen,
die daneben stehen und sie gewähren lassen.

© Albert Einstein (1879 – 1955), theor. Physiker, geb. in Deutschland, 1896-1901 staatenlos, ab 1901 Schweizer Bürger,
ab 1940 auch Bürger der USA. Forschungen zu Materie, Raum, Zeit und Gravitation;
Hauptwerk ist die 1915 publizierte Allgemeine Relativitätstheorie. Nobelpeis für Physik 1921.

 

In dem letzten Wochentipp hatte „die Treue“ das Wort und streifte kurz die darin beheimatete Loyalität (franz.: legal „dem Gesetz entsprechend“).

Als Eigenschaftswort: loyal Adj. ‘Regierung, Gesetze, höhere Instanzen respektierend’,
auch ‘Vereinbarungen haltend’.

Loyalität als meine Handlungsweise mit dem dazugehörigen loyalen Verhalten verweist darauf, dass ich aus eigenem Antrieb einem Partner, einem Freund, Familienangehörigen, einem Unternehmen, Kollegen oder einem Vorgesetzten etc. „in der Tat“ unterstützend loyal zur Seite stehe.

Nach meinem Ermessen braucht es dazu als Voraussetzung zu einem „ehrlichen“ loyalen Verhalten erst einmal menschliche, persönliche Integrität (Unbescholtenheit · Unversehrtheit)  um überhaupt eine loyale Haltung  gegenüber einer Gegenseite einzunehmen, so dass ich mich zum Beispiel gegenüber dem Staat (in diesem politischen System leben wir alle in einer Personen-Gemeinschaft) als ein loyaler Staatsbürger verhalten kann.
Dieses beinhaltet, dass ich mich fremden Menschen gegenüber spontan loyal verhalten kann. Es sind die kleinen Taten im Alltag, denn Loyalität ist ein ehrlicher Beweis von Respekt.

Als Eigenschaftswort: integer Adj. ‘unversehrt, unberührt, makellos, redlich, rechtschaffen’.
= moralisch einwandfrei · nicht korrupt · nicht käuflich · unbestechlich.

Upps, naturellement stellt sich hier die Frage – wie es denn die Gegenseite mit der Loyalität hält?

37 wochentipp_loyalität 1

Tja, und hier komme ich ins Stolpern und gleich ist gar lustig die Polarität mit im Bunde.
„Moralisch einwandfrei“, wer kann das bitte wahrhaftig von sich behaupten?
Ok, ich für mich persönlich kann von mir behaupten weder korrupt, käuflich noch bestechlich zu sein, da die weil ich für gewisse Angebote unwillig bin als Gegen-Beitrag meine Freiheit als Preis einzusetzen.  

ABER wer weiß schon, was geschieht – wenn, wie, wo, wann die Gier einen übermannt und diese einen blind siegessicher macht, da kann die Loyalität mal flugs flöten gehen und die eigene Integrität sich lieblich in Luft auflösen, oder?
Moral und Gier – hm, gut gelaunt gehen die beiden dank der Polarität hier Hand in Hand.
Ok, ich wiederhole mich zum x-ten Mal, aber das Zünglein an der Waage heißt Bewusstmachung!
Ich kann mit beiden Seiten gut leben, vor allem wenn meine Schoko-Gier einsetzt, bewusstes genüssliches Schoko-Schmausen hält meine „Gier“ dann in überschaubare Grenzen…
Denn wohin, in welche Richtung ich letztendlich mehr tendiere und welchen Preis ich letztendlich für meine Handlungen bereit bin zu bezahlen, entscheide bitte jeder selbst für sich.
Es ist halt echt blöd, wenn das Bewusstsein für ein angemessenes Handeln fehlt, Fakten zu schaffen und für Klarheit zu sorgen und dabei durch Abwesenheit zu glänzen, dann übernimmt und regiert eben die Gier zu 100 %…
Hier bin ich mir selbst untreu und wem bin ich hier gegenüber loyal?

37 wochentipp_loyalität 2

Ich persönlich kenne mich prima mit Disziplin, Pflichtbewusstsein und Pflichttreue aus, denn dies sind gut trainierte Charakterzüge meinerseits, da war bei mir das loyale Verhalten meinen Arbeitgebern gegenüber, auch wenn ich ihre Ansichten, Beweggründe und Ziele nicht immer teilte, eine Selbstverständlichkeit für mich.
Dumm nur, dass sich dies für mich oft als eine einseitige Bemühung herausstellte, denn Loyalität beim Gegenüber stillschweigend vorauszusetzen, insbesondere bei Chefs oder einer Firmenphilosophie, halte ich heute schlichtweg für gefährlich naiv, mit oft trostlosen Folgen für den, der sich selbst absichtslos loyal verhält.
Hier ist jeder Mitarbeiter aufgefordert das Unternehmen, die Menschen und  Situationen auf Gegenseitigkeit im loyalen Miteinander hin zu prüfen.
Selbstverständlich gilt das auch für die Unternehmen, denn man sollte meinen, dass loyale Mitarbeiter ja ihr größtes Kapital darstellen.
Nur wird dies von deren Seite aus ganz gerne vergessen.

37 wochentipp_loyalitä 3

Erwartungshaltung ist ganz schlecht für die Loyalität, denn zu erwarten, dass Menschen sich bei schlechter Bezahlung dem Betrieb gegenüber loyal verhalten werden, wobei sich das Unternehmen auf der Gegenseite aber nette Renditen erlaubt, die Führung sich fröhlich Gehälter in einer unappetitlichen Größenordnung ausbezahlt, diese Firma ist wohl kaum loyal ihren Mitarbeitern gegenüber.
Es geht noch perfider, oft wird loyales Firmenverhalten durch manipulative Schönfärberei fein säuberlich inszeniert. Tolles Ambiente, Mütterfreundlichkeit, gleitende Arbeitszeiten, super Bezahlung und wenn genauer hingeschaut wird, viel Schaumschlägerei für viel Arbeitszeit, denn wer am Angelhaken hängt und nicht mitmacht – der ist raus.

Hier sollten die Vorhaben oder Ziele eines Unternehmens hin auf die Ernsthaftigkeit im Handeln überprüft werden.

37 wochentipp_loyalitä 4

Lasset euren Worten Taten folgen, nur so kann sich die Verlässlichkeit und auch die Loyalität zeigen. Fehlt diese bei den Betrieben, aber auch bei den Angestellten, wird sich wunderbar angepasst mit einer inneren Haltung fern ab eines loyalen Verhaltens (in dem Falle auf beiden Seiten), geprägt von Interessenlosigkeit, Wortbrüchigkeit und illoyalem Verhalten, denn hier herrscht ein Mangel an Übereinstimmung vor, was die Ziele, Werte und Anweisungen betrifft.

Ist Loyalität in der Gegenwart  ein vom Aussterben bedrohtes Wertesystem, welches so etwas wie Respekt, Rechtschaffenheit, Aufrichtigkeit, Fairness und Unbestechlichkeit beinhaltet?

Denn wie ich bei personalwirtschaft.de las, sollen ca. 70% der Arbeitnehmer zum Beispiel keine emotionale Bindung mehr an ihren Arbeitgeber verspüren.
Die Folge ist Dienst nach Vorschrift. Dem gegenüber stehen sage und schreibe 15% emotional gebundene Arbeitnehmer aus der Riege der Leistungsträger eines Unternehmens.

Was das wohl etwas über (nicht) praktizierte Loyalität aussagt?

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Meine Lieben, zwar habe ich mich etwas zu sehr auf die Arbeitswelt gestürzt, aber das loyale Verhalten gegenüber einer Freundin, einem Freund, der Familie, der Gesellschaft des Miteinanders im Allgemeinen oder einer Institution beinhaltet hier die gleichen Konstanten.
Unreflektierte Loyalität, wie zum Beispiel bei mir in jungen Jahren, ist sicherlich so unbekömmlich, wie dabei sich selbst untreu zu werden.

Treue ist eine Tugend, die auf Vertrauen und Selbst-Bewusstsein basiert.
Loyalität zu zeigen, zu erweisen, loyal zu sein, beruht auf Charakter und Verantwortung.

Es gibt keine allgemeingültige Schlussfolgerung in Bezug auf Loyalität.
Zu persönlich sind die Erwartungen und die Verhaltensweisen eines jeden Einzelnen.

Mag ein jeder für sich selbst herausfinden, was es mit seiner individuellen Interpretation seiner gelebten und praktizierten Loyalität auf sich hat und wie er diese im Gleichgewicht halten kann. 
Sich loyal wem oder was gegenüber zu verhalten, ist immer emotional geprägt und vermittelt uns gleichzeitig das Gefühl dazu zu gehören. Dieses Gefühl der Zugehörigkeit lässt uns weniger schwanken, was aber kein Indikator dafür sein muss, dass das was wir loyal unterstützen auch dessen würdig ist.

Loyalität setzt die Fähigkeit voraus die Anliegen von anderen vor unsere eigenen zu stellen und sich Zeit zu nehmen, um die Bedürfnisse der anderen zu erkennen.
Ich vermute wir besitzen alle die Befähigung und zwar indem wir an uns glauben – loyal zu sein. Wir dürfen hier realistisch sein , um dieser uns innewohnenden „Macht“ auch verantwortungsbewusst und vertrauensvoll handelnd  folgen zu können.

Für eine Sache oder Person einzutreten, unsere Werte mit anderen zu teilen und nach eigener Prüfung sich loyal wem oder was gegenüber zu verhalten, diese zu verspürende innere Verbundenheit, fühlt sich dann aber einfach so was von einem emotionalen, motivierenden, bejahenden, aktiven GUUUUT in unserem Leben an.
Unsere Welt braucht Loyalität.

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Bitte was ist Loyalität?

 

 

Loyalität ist der ehrlichste Beweis von Respekt.
© Markus Wingert (*1970), Hobbyaphoristiker

 

 

denn

 

 

Wer sich zu absoluter Loyalität bekennt, muss auch bereit sein,
jede Rebellion von Verstand und Gewissen niederzuschlagen.
© Erwin Koch (*1932), deutscher Aphoristiker

 

 

Charaktere der Loyalität?

 

 

Ehrlichkeit, Charakter, Integrität, Vertrauen, Liebe und Loyalität
bilden das Fundament für persönlichen Erfolg.
© Karl Pilsl (*1948), in den USA lebender österreichischer Wirtschaftsjournalist, Unternehmer und Marktforscher, Quelle: »Strategie 2000«, «Starke Worte für starke Zeiten«

 

 

Liebe und Loyalität?

 

 

Loyalität: bedarf nicht unbedingt der Liebe,

diese ihrer aber ohne Wenn und Aber.
© Peter Rudl (*1966), deutscher Aphoristiker

 

 

Wirtschaft und Loyalität?

 

 

Wirklich gute Führungskräfte, echte Leader,
brauchen das Wort Loyalität nicht zu strapazieren, diese einzufordern.
Die wirklich guten erzeugen ein Klima,
das es den Mitarbeitern leicht macht, sich loyal zu verhalten.
© Roland Buß (*1963), Führungskraft, Führungskräftetrainer und Fahnder nach den Erfolgskriterien einer partnerschaftlichen Unternehmenskultur

 

 

und

 

 

Kungelei: vitales Beziehungsdickicht von mafiösen,
schlagenden oder ähnlichen illegalen Verbindungen,
das die Kartellbehörden und Finanzämter ins Leere laufen lassen muss,
um einer noch unbekannten höheren Loyalität folgend
die am Boden liegende soziale Verantwortung
aus dem gesellschaftlichen Abseits zu holen:
ersetzt das ersatzlos zu streichende soziale Netz
© Andreas Egert (*1968), deutscher Journalist, Publizist und Aphoristiker

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Politik und Loyalität?

 

 

Wenn eine Demokratie dazu übergeht,
loyal anders Denkende ihrer Rechte zu berauben,
dann hat sie sich zur Diktatur gewandelt.
Aus Mangel an Überzeugungskraft bedient sie sich nun selbst der Mittel,
die sie einst bekämpfte.
© Erich Limpach (1899 – 1965), deutscher Dichter, Schriftsteller und Aphoristiker, © by Friedrich Witte

 

 

denn

 

 

Diejenigen, die zwar Einstellung und Maßnahmen der Regierung missbilligen,
ihr aber loyale Gefolgschaft gewähren, sind zweifellos ihre gewissenhaftesten Unterstützer – und sie bilden die ernstesten Hindernisse für Reformen.
Henry David Thoreau (1817 – 1862), US-amer. Philosoph, Naturalist, Schriftsteller und Mystiker, Quelle: Thoreau, Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat (On the Duty of Civil Disobedience), 1849, Büchergilde Gutenberg, o. J.

 

 

Kunst und Loyalität?

 

 

Die wichtigste Loyalität des Künstlers ist jene gegenüber der Qualität.
Jean-Louis Barrault (* 8. September 1910 in Le Vésinet; † 22. Januar 1994 in Paris) war ein französischer Schauspieler, Pantomime und Regisseur.

 

 

Abschließend die menschelnde Illoyalität

 

 

Viele Leute reden oder besser schwadronieren ja nur zu gern
mit der ihnen eigenen Nachlässigkeit von ihrer ach so großen Liebe,
wenn es außerhalb der Schönwetterperioden jedoch einmal schwer wird
und es darauf ankommt, haben sie allerdings weder den Funken Courage
noch das nötige Rückgrat um auch nur im Mindesten loyal zu sein.
Diese »Liebe« ist unvergleichlich armselig, erbärmlich
und zieht die großartige Idee und das hehre Ideal authentischer Liebe
durch den ekelerregenden Dreck persönlicher Unfertigkeit.
© Peter Rudl (*1966), deutscher Aphoristiker

Ich wünsche euch, eure ursprüngliche, integre Seite
in euch wieder lustvoll für euch einsetzend zu entdecken
um diese loyal in eurem Leben genießen zu können
herzlichst eure Ute Weiss-Ding

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Bilder:
Odilon Redon, 1840-1916, war ein französischer Grafiker und Maler des Post-Impressionismus,
Symbolismus und Mitbegründer der Société des Artistes Indépendants.

Das Werk des Künstlers gliedert sich in eine frühe schwarze und eine farbige Phase.

Quelle:
http://eins.dwds.de/

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Treue versus Seitensprünge http://berlinspirit.de/treue-versus-seitenspruenge/ Sun, 04 Sep 2016 14:25:18 +0000 http://berlinspirit.de/?p=3681 36. Wochentipp – Thema
Einfach so – (zeitlos) so einfach
Die vielen Gesichter der Treue
mit einem Verlangen nach Beziehung

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Das Geld hat seinen Glanz,
größer aber ist der Glanz der Treue.

Augustinus Aurelius (354 – 430), Bischof von Hippo, Philosoph, Kirchenvater und Heiliger

Treue für ‘unverändert feste Verbundenheit, beständige Anhänglichkeit, Zuverlässigkeit’,
Althochdeutsch: triuwa = ‘Treue, Zuverlässigkeit, Vertrag, Bündnis’ (8. Jh.)
Mittelhochdeutsch: triuwe, triwe, triu = ‘Aufrichtigkeit, Zuverlässigkeit, Treue, Versprechen, Gelübde’, (Hochmittelalter 1050 – 1350)
Altsächsisch:  treuwa = ‘Treue, Frieden, Bund’,
Mittelniederdeutsch: trūwe, trouwe = ‘Treue,

Des kleinen Wörtchens Treue Arten-Vielfalt:

Berufstreue, Bundestreue, Freundestreue, Gattentreue, Gefolgschaftstreue, Gesinnungstreue, Heimattreue, Naturtreue, Nibelungentreue, Pflichttreue, Prinzipientreue, Staatstreue, Termintreue, Texttreue, Verfassungstreue, Vertragstreue, Wahrheitstreue, Worttreue, Überlieferungstreue, Übersetzungstreue, Treuebekenntnis, Treueerklärung, Treuegelöbnis, Treueeid, Treuepflicht, Treueprämie, Treueschwur, Treueurlaub, Treueverpflichtung, Treueversprechen, Treuherzigkeit;
aber auch: Untreue, Treubruch, Treulosigkeit.

Oberbegriffe von Treue = Psychologische Eigenschaft auch:
Charaktereigenschaft,  Charakteristik,  Charaktermerkmal,  Charakterzug,  Eigenschaft,  Einstellung,  Haltung,  Merkmal,  Zug.
36 wochentipp_Treue 01

Beginn:
Als erstes, ich liebe Farben und als zweites hatte ich mich im Zuge meiner weiteren Tarotkarten-Gestaltung wieder einmal mit der Farben-Symbolik beschäftigt.
Die Farbe Blau stand im Mittelpunkt. Sie ist die Farbe der Sehnsucht und Treue.

Interessant ist , dass hier Sehnsucht und Treue die gleiche symbolische und psychologische Atmosphäre vertreten.
Denn nichts wird in einer Partnerschaft so sehr herbei gesehnt wie Treue.
Aber welche Treue ist hier gemeint?

Himmel noch einmal, eigentlich wollte ich doch nur kurz sinnend den psychologischen Eigenschaften der Treue nachgehen.
Aber dann wurde es spannend und ich stellte bei meinen Recherchen fest, dass sich die ursprüngliche Bedeutung der „gegenseitigen festen Abmachung, dem Bündnis“ fortentwickelte hin zum „Einhalten eines Vertrages“.

Erst in der mittelhochdeutschen Zeit, etwa zwischen 1050 und 1350, wird Treue zu einem Tugendbegriff der ritterlich-höfischen Ethik.
Das geht noch weiter und wer Lust dazu hat, darf dies gerne weiterführend ergründen und nachlesen in den unteren Links.

Im Übrigen steht die Farbe Blau auch für Himmel, Meer, Unendlichkeit, Weite, Harmonie, Intuition, Ausgeglichenheit, Glaubwürdigkeit, Kühle, Passivität, Bewegungsarmut.
Upps, gestolpert bin ich über Passivität = wohlig auch aus  Hemmungen entsprungen und Bewegungsarmut = gemütlich  entflohen aus dem Hang zur Bequemlichkeit.

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Sollte Treue in der Partnerschaft vielleicht so etwas wie „ich richte es mir behaglich bequem zu zweit ein“ beinhalten?
Ich habe vor kurzem in einem Zeitungsartikel gelesen, dass  jede zweite Frau und jeder zweite Mann in Deutschland treu sein soll.
Woher sie diese Zahlenwerte entnommen haben, weiß der Kuckuck…

Andererseits bekomme ich mit, dass kräftig ungehemmt erotisch fremdgegangen wird, trotz bestehender Partnerschaften und egal welche Altersklasse es betrifft.
Hier wird der menschelnde Mensch aktiv mit seiner „Flucht“ aus der eintönigen Monogamie.
Den Gründen „wieso untreu“ gehe ich weiter unten nach.

Treue ist eine Tugend, welche sich auf Vertrauen, Hingabe, Liebe, Demut und vielleicht auch auf Idealismus stützt.
Treue = Verlässlichkeit, dies vermittelt mir persönlich Sicherheit und das ist für eine Partnerschaft, egal ob privat oder beruflich, für mich lebenswichtig.
In der Treue ist die Loyalität (franz.: legal „dem Gesetz entsprechend“) verwurzelt und dieses beruht,  meines Befindens nach, auf Achtung, Zutrauen und Vertrauen zu meinem Gegenpart, welches ein Partner, ein Freund, die Familie, ein Unternehmen, Kollegen oder ein Vorgesetzter etc. sein kann.
Ich bin sogar einer Marke treu, weil ich diese seit Jahrzehnten für gut und sicher für mich eingestuft habe.

36 wochentipp_Treue 03

Trau-Frage: „Wollt ihr nach Gottes Geboten leben und Euch lieben und ehren? Wollt Ihr im Vertrauen auf Jesus Christus einander in Freud und Leid die Treue halten solange Ihr lebt, so antwortet: Ja.“
Da haben wir ihn, den Ehering, das materialisierte Symbol im Außen, welcher durch das Ehegelöbnis die Ehe als „Vertrag“ die Treue besiegelt.

Wieso werden oder sind dann doch so viele Menschen „der Treue“ untreu?

  • In der heutigen Zeit in der wir Menschen immer mehr nach Aufmerksamkeit hin streben und Beachtung finden wollen, ist die die narzisstische Untreue, die dazu dient, das eigene Selbstwertgefühl zu heben, nicht fern.
  • Nichts wird sehnlichster gewünscht als eine zusagende, passende und vertrauensvolle Partnerschaft. Dumm nur, wenn der bzw. die uns behaglich Behagende da ist und eine Beziehung sich einstellt, die immer enger wird.
    Ach herrje, da macht sich plötzlich die Angst vor Nähe breit.
    Schnell kann man sich da vom anderen abhängig oder beengt fühlen. Auch die tiefe Angst des Verlassen-Werdens schlummert hier im Untergrund. Also geht man emotional sich schützend mit Fremdgehen auf Abstand, um sich dann angeblich wieder besser auf die bestehende „Beziehung“ einlassen zu können.
    Fatal – fatal, ich bin der Meinung, hier kann nur ein Therapeut Hilfestellung leisten.
  • Das gleiche Spiel gibt es auch bei einer „unglücklichen Ehe“, denn hier treiben Enttäuschungen und Verletzt-Sein ihre munteren Spielchen, indem sich jeder unverstanden in sich zurückzieht.
    Sich gemeinsam in Gesprächen auszutauschen – Nada.
    Erotik – nicht vorhanden.
    Einen Eheberater aufsuchen – freibleibend.
    Dann trifft man auf einen anderen Menschen, dieser versteht einen und man fühlt, er meint mich und schon haben wir das Desaster – es wird fremdgegangen.

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Meine Lieben, Treue verlangt Mut sich und dem anderen zu vertrauen und somit die Kraft zur Treue aufzubringen. Vor allem sich selbst treu zu bleiben, was sicherlich manch anderem nicht schmecken mag. Sich hier mitzuteilen hilft!
Der chinesische Philosoph Konfuzius (551 – 479 v. Chr.) meinte:

„Erst in einer Zeit der Unruhe kann man Treue erkennen“.

Da ist viel Wahres dran, denn erst wenn uns Lebens-Turbulenzen in welcher Form  von Krise auch immer erhaschen, werden wir mitbekommen, wer uns wirklich treu „ergeben“ und loyal zur Seite steht. Wohl dem, der solch einen Partner, Familie oder Freunde hat.
Ich glaube nicht, dass es die sexuellen Abenteuer sind, die wir wahrhaftig aus unserem Herzen heraus anstreben. Nein, es ist dieses Begehren nach Beziehung und manchmal eben auch ein unstillbarer Hunger, weil Beziehungsängste im Wege sind.
Ist Untreue ein psychologisches Phänomen? Ich glaube schon, aber Treue lässt sich „erfassen“, wenn man bereit ist sich bewusst mit sich selbst auseinanderzusetzen und sich selbst treu bleibend die Chance gibt sich und den anderen kennenzulernen.
Denn diese praktizierte Tugend, die Treue, dieses wahrhaftige treu zu sein und bleiben zu können, das fühlt sich dann einfach so – so einfach Sicherheit verbreitend, befreiend, vertrauensvoll und  in der Tat so was von einem lebendigen, erotischen und wohltuenden GUUUUT in unserem Leben an.

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Was ist Treue?

 Treue ist tätiges Vertrauen.
© Hans-Jürgen Sträter (*1953), christlicher Poet

 

und

 

 Treue ist ein Dauerversuch,
wie eine Dauerversuchung.
© Erhard Blanck (*1942), deutscher Heilpraktiker, Schriftsteller und Maler

 

darüber hinaus


Treue läßt sich nicht gewinnen,
Treue kann man nicht erstreben,
Treue wohnt im Herzen drinnen,
Treue ist der Liebe Leben.
© Dr. Carl Peter Fröhling (*1933), deutscher Germanist, Philosoph und Aphoristiker


denn


Vertrauen ist Mut, und Treue ist Kraft.
Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach (1830 – 1916), österreichische Erzählerin, Quelle: Ebner-Eschenbach, Aphorismen, 1911. Originaltext

 

Liebe und Treue?


Liebe verlangt Treue
Und Treue verlangt Festigkeit.
Aus der Toscana

 

aber

 

Treue ohne Liebe ist schlimmer als Liebe ohne Treue.
© Manfred Hinrich (1926 – 2015), Dr. phil., deutscher Philosoph, Philologe, Lehrer, Journalist, Kinderliederautor, Aphoristiker und Schriftsteller

 

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Treue und Freunde?

 

Treue Liebe ist selten, treue Freunde noch seltener.
François VI. Duc de La Rochefoucauld (1613 – 1680), franz. Offizier, Diplomat und Schriftsteller

 

 aber


Treue und Glauben sind der Eckstein der menschlichen Gesellschaft.
Johann Gottfried von Herder (1744 – 1803), deutscher Kulturphilosoph, Theologe, Ästhetiker, Dichter und Übersetzer

 

 

Der Treue Schlusswort


Man kann Handlungen versprechen,
aber keine Empfindungen;
denn diese sind unwillkürlich.
Wer jemandem verspricht, ihn immer zu lieben
oder immer zu hassen oder ihm immer treu zu sein,
verspricht etwas, das nicht in seiner Macht steht.
Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 – 1900), deutscher Philosoph, Essayist, Lyriker und Schriftsteller, Quelle: Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister, 1878-1880. Erster Band. Zweites Hauptstück: Zur Geschichte der moralischen Empfindungen

Ich wünsche euch, dass ihr euch selbst immer treu sein könnt
um diese eure Treue genussvoll spürend in eurem Leben genießen zu können
herzlichst eure Ute Weiss-Ding

 

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Bilder: William Blake 1757-1827 war ein englischer Dichter, Naturmystiker, Maler und der Erfinder der Reliefradierung.
Sowohl sein künstlerisches als auch sein literarisches Werk wurde von seinen Zeitgenossen weitgehend abgelehnt.
Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurden seine sehr innovativen Arbeiten von den Präraffaeliten entdeckt, fanden allgemein Anerkennung und später auch in der Popkultur Verbreitung.

Quellen:

https://www.uni-due.de/~hg0222/index.php?option=com_content&view=article&id=151&Itemid=96

https://www.uni-due.de/~hg0222/images/stories/pdfs/informationsblatt_treue_nl_2.pdf

http://eins.dwds.de/?qu=treue

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Monats-Prognose September http://berlinspirit.de/monats-prognose-september/ Sun, 28 Aug 2016 18:00:52 +0000 http://berlinspirit.de/?p=3667 Wochentipp – Thema
Einfach so – (zeitlos) so einfach
VORSCHAU September 2016
Ein Spagat zwischen
überzeugender Entschlossenheit auf der einen Seite
und auf der anderen Seite Widerstand im Handeln

35 wochentipp_ Sept. prognose Titelbild

Rücksicht und Vorausschau sind zwei Blickrichtungen,
die einander nicht ausschließen sollten.

© Else Pannek (1932 – 2010), deutsche Lyrikerin

Mit der vergnügt, betörenden September-Schwingung 2016 dürfen wir beherzt lernen akzeptierend mit unklaren Situationen umzugehen und wir dürfen als Krönung dazu noch einüben den inneren Schweinehund zu überwinden.

Wow, endlich einmal eine erfreuliche Energie, denn fast alles ist umsetzend machbar mit dieser kraftvollen und vitalen September-Dynamik.
Upps, natürlich nur, wenn ich selbst so etwas wie Lebenslust und Lebenskraft in mir selbst verspüre und etwas damit startend auch gestalten möchte. 
Wandlung ist mit der September-Energie voll mit im Bunde und dazu darf sich die Welt und die menschelnde Menschheit mit ihren eigenen finsteren, rätselhaften Seiten bis hin zum Verständnis der animalischen Urkraft der Natur sinnlich, sinnend auseinandersetzen.
Hier geht es nicht darum etwas zu bekämpfen, sondern sich bewusst den „unschlagbaren Kräften“ im Außen und Innen zu stellen und sich gegebenenfalls einsichtig mit ihnen zu verbünden.

Die tiefreichende Kraft, die der Überwindung inne wohnt, erfordert von uns Kraft, Mut und Standfestigkeit, um dann mit voller, überzeugender Begeisterung hingebungsvoll zu unseren Zielsetzungen durchzustarten und diese bewusst (auch wenn Handicaps auftauchen) durchhaltend zu erreichen. Sollte sich allerdings auf diesem Ziel-Weg etwas Anwendbareres zeigen, dann bitte keine Angst davor etwas gehen zu lassen und  zu verändern.
Mit dieser Schwingung können sich viele eurer Vorhaben verwirklichen lassen. Projekte, die kurz vor dem Abschluss stehen, sollten vollendet werden.

35 wochentipp_ Sept. prognose 1

Es ist ein Monat voller Veränderungen und Übergängen hin zu etwas Neuem oder zurück zu etwas Altem.
Verborgene Einflüsse sind munter überall mit im Spiel und fordern uns immer wieder frisch auf ein Neues heraus.

Das heißt:
Schon bestehende Projekte, Gelegenheiten, Pläne, Absichten, Konzepte – anstoßen, anfangen, Zwischenstopp einlegen, weitermachen.

In diesem Monat sind wir alle aufgerufen unser hoffentlich gutes Urteilsvermögen nützlich einzusetzen, egal ob für politische oder für rein private Belange.

Hierzu darf sich immer wieder die Frage gestellt werden:
Ist das, was ich angeblich benötige, höre, rieche, sehe, schmecke, anfasse – auch wirklich als Bedarf verwertbar oder ist es unbrauchbar?
Nur wer sich authentisch handelnd seinen Antworten stellt, wird hinderliche Störungen aus seinem Leben entfernen können.

35 wochentipp_ Sept. prognose 2

Worauf sollte im September 2016 geachtet werden?

Eines dürft ihr gewiss sein, wer sich selbst bewusst dem Abschied des Unbrauchbaren in seinem Leben stellt, dazu gehören auch Bindungen und Zustände, der  wird den September als befreiend, entspannt erleben, ansonsten erledigt diese September-Schwingung unliebsame Angelegenheiten, dann aber weniger erfreulich, wahrscheinlich von alleine.
Achtet auf eure geistige und körperliche Ausgeglichenheit.

Im September dürft ihr getrost euren eigenen ideenreichen, kreativen Eingebungen  vertrauensvoll folgen, um diese dann kraftvoll umsetzen zu können. Egal, ob Beruf oder Beziehung betreffend, schwierige Konstellationen können jetzt gemeistert werden.
Diese vorherrschende Energie rät allerdings davon ab neue Verpflichtungen einzugehen, da jungfräuliche Projekte hier keine lange Lebensdauer besitzen.
Möglicherweise kommt es zu einem Berufs- oder Wohnungswechsel.
Das Anhängen oder Verweilen in der Vergangenheit, in dem, was einmal angeblich so schön war, bringt nur Unzufriedenheit, Frustration und Depression. Also lasst euch nicht von euren Emotionen einfangen und drangsalieren. 

35 wochentipp_ Sept. prognose 3

Entwicklung:

Es sind äußere Einflüsse am Werken, welche den seelischen Willen, die Sehnsucht nach Balance und Harmonie, die Rückkehr zu den inneren Quellen vorantreiben.
Realitätsflucht durch irgendwelche alten Verhaftungen, in was auch immer, hilft hier nicht weiter, sondern würde unsere aller Sicherheit gefährden.
Schaut hin zu den Taten und lauschet den Worten der sogenannten Führenden, sei es aus der politischen oder wirtschaftlichen Riege, euren Partnern, Freunden, Beratern etc. und lasst sie euch als Warnung dienen, wenn ihr auch nur einen Hauch von Unwohlsein dabei verspürt.
Vertraut euren ersten Eingebungen, seid und bleibt achtsam bei euch selbst.
So schützt ihr euch selbst – bewusst vor auftauchenden haltlosen Versuchungen oder kindischem Verhalten in Form von  törichten Handlungen.
Mit dieser Schwingung im Verbund ist es möglich euch eurer echten inneren Überzeugungen bewusst gewahr zu werden und euch somit dank diesem frischen Bewusstseins den herrschenden Umständen und auch veränderlichen Bedingungen verständlicher anzupassen.

In der politischen Landschaft wird  es sich weiter, wie schon in der Vergangenheit, hin zu einem Automatismus von Aktionen bewegen.
Politiker und Wirtschaftsbosse haben diese Zerstörung des Vertrauensverhältnisses zu den Menschen weltweit selbst verursacht und dürfen sich jetzt auch nicht zu wundern, wenn es jetzt zu weiteren Unruhen und Schwierigkeiten kommen kann, dies appetitlich genährt auf allen Seiten durch vorurteilsvolles, starres, dogmatisches, unorganisches Denken und daraus folgendes, sinnloses, regelwidriges Handeln.

Es herrscht in dieser Zeitspanne eine nervöse Unruhe und Getriebenheit vor, sicherlich angeheizt durch übersteigertes Denken, welches zu noch mehr Verworrenheit und geistigen Blockaden führt. Also immer schön darauf achten, wer was sagt und was gemacht wird – in welchem Kontext auch immer.

Wem nützt es?
Cui bono?
Cicero (106 – 43 v. Chr.), römischer Redner und Staatsmann

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Machwerk:

Es ist eine wunderbare Zeit gegenwärtige Freundschaften zu festigen.
Achtet auf wegweisende, für euch wichtige Impulse, welche dann tatsächlich langfristig Früchte tragen könnten.
Die Energie ist wie geschaffen sich neuen zuverlässigen Chancen hin zu öffnen. Das kann bedeuten eine neue Arbeit zu finden, Geld zu verdienen, einfach ein profitables Geschäft abzuschließen oder einen neuen Posten zu erhalten.
Nehmt euch immer wieder die Zeit nachzudenken, um euch von Gefühlsaufwallungen zu reinigen.

Auch ist es ein guter Monat für inspirierende Urlaube oder Reisen und um wohltätig andere, weniger gut gestellte zu unterstützen mit der Hilfe zur Selbsthilfe, dies hieße zu danken für das, was ein jeder selbst schon an Wohltaten erhalten hat. Die Energie lädt dazu ein.
Kreative Kräfte und beflügelnde Einfälle sind positiv am Arbeiten, also nutzt diese Schwingung um eure künstlerischen Fähigkeiten weiter zu entwickeln, denn diese werden in der weiteren Zukunft dadurch produktiv umgesetzt werden können.

Meine Lieben, schaut einfach so, so einfach mit Freude vorwärts in eure Zukunft, auch wenn sich vielleicht Orte oder Situationen in eurem Leben verändern, sich Menschen verabschieden, hier ist die Zeit gekommen da sie euren Prozess der eigenen Entfaltung oder Fortentwickelung hemmen würden. Nutzt diese wunderbare inspirierende September-Schwingung um weiser zu werden, indem ihr aus den Ereignissen lernt, um in zukünftigen Geschehnissen gelassener agieren zu können.
Das fühlt sich dann im Hier und Jetzt aber sowas von einem inspirierenden, produktiven, erleichternden und freimachenden GUUUUT in unser aller Leben an.

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Eine Fabel des Sophos

~ Die Taube und das Becken ~

Lehre:

Das Überlegung viel besser als Gier ist.

Eine Taube, die nach Wasser dürstete, erblickte ein auf eine Wand gemaltes Becken.
Eilig flog sie darauf zu und zerschmetterte durch ihr großes Ungestüm an der Wand.

Im Verscheiden sprach sie aber:

„Wehe mir, wie sehr unglücklich bin ich!
Ich überlegte nicht und ging darauf durch mein Ungestüm zu Grunde.“

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Die Schwingung von Entschlossenheit

 

 

Hoffnung und Entschlossenheit tragen die Saat des Erfolges in sich.
© Dalai Lama (*1935), 14. geistiges und politisches Oberhaupt der Tibeter, wurde 1989 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

 

 

 

Die Energie des Widerstands

 

 

Der Mensch wächst am dosierten Widerstand;
ohne Widerstand gibt es kein Wachstum.
Die Gegenkraft und der Widerstand –
meine wahren Freunde und Helfer.
© Alfred Selacher (*1945), Schweizer Lebenskünstler

Ich wünsche euch, dass ihr mit der September-Schwingung
eure eigene persönliche Entwicklung
genussvoll ändernd in eurem Leben ausleben könnt
herzlichst Eure Ute Weiss-Ding

35 wochentipp_ Sept. prognose 7

Bilder: William Blake 1757-1827 war ein englischer Dichter, Naturmystiker, Maler und der Erfinder der Reliefradierung.
Sowohl sein künstlerisches als auch sein literarisches Werk wurde von seinen Zeitgenossen weitgehend abgelehnt.
Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurden seine sehr innovativen Arbeiten von den Präraffaeliten entdeckt,
fanden allgemein Anerkennung und später auch in der Popkultur Verbreitung.

September-Bild: Eugène Samuel Grasset 1845-1917, war ein schweizerisch-französischer Bildhauer, Maler und Illustrator der Belle Époque und Wegbereiter des Jugendstils.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die Ungereimtheit des Grübelns http://berlinspirit.de/die-ungereimtheit-des-gruebelns/ Sun, 21 Aug 2016 16:16:58 +0000 http://berlinspirit.de/?p=3648 34. Wochentipp – Thema
Einfach so – (zeitlos) so einfach
Grübeln – statt abwägen – Licht aus

34.-wochentipp_ Grübeln Titelbild

Wenn man den menschlichen Geist von einer Hypothese befreit,
die ihn unnötig einschränkte, die ihn zwang, falsch oder halb zu sehen,
falsch zu kombinieren, anstatt zu schauen zu grübeln,
anstatt zu urteilen zu sophistisieren,
so hat man ihm schon einen großen Dienst erzeigt.
Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832), deutscher Dichter der Klassik,
Quelle: Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen.
Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker,
Verlag der Goethe-Gesellschaft, Weimar 1907. Aus dem Nachlass. Über Natur und Naturwissenschaft,
Sophismus: Besserwisserei, Klügelei, Pingeligkeit, Spitzfindigkeit, Wortklauberei, Haarspalterei,
sophistisch: übergenau, wortklauberisch, überspannt, spitzfindig

Grübeln – sich mit bohrenden, brütenden, herumgrabenden, quälenden Gedanken abgeben – vergebliches, meist nutzloses Nachdenken – versunken sein im zermarternden, brütenden Denken

Glaube einfach, dass du nicht gut genug bist. Sei einfach nie zufrieden mit dir und dem, was du hast und kannst. Strebe bei deiner Leistung mindestens 200 % Perfektion an. Versuche ständig noch besser, klüger, schöner – blablabla usw. zu werden.
Vor allem vergleiche dich dazu mit denen, die deiner Meinung nach alles erstrebenswerte „Ideale“ im Leben schon besitzen.
Lasse dich dazu von den belastenden, unerquicklichen Gefühlen wie Hass, Neid und Eifersucht wohlig anhänglich begleiten, sei dabei schön lieblos zu dir und unterstütze dies weiterhin mit deinen herrlich treu ergebenen, grüblerischen Gedanken.

GRÜBELN – welch eine lustvolle, kompromisslose Last für alle Menschenseelen, die ihrem Gedanken-Karussell aufgesessen sind. Absitzen oder aussteigen, das ist hier unmöglich, denn hier können sie ja aufreizend, ewiglich diese sie betörende „aufregende“ Befriedigung aus ihrem brütenden, tiefsinnigen, Denken beziehen.
Masochistisches Menschengebaren und Totgeburten des Grübelns, nenne ich das.

34.-wochentipp_ Grübeln 1

Na, ist das nicht ein harmonisches Wochentipp-Thema. Ein bisschen mehr Begeisterung kann ich von euch sehr wohl, wohlig erwarten, denn immerhin habe ich ja lange genug über dieses Thema „nachgedacht“.
Nee, grübeln finde ich persönlich absolut ätzend, aus der Nummer bin ich schon vor Jahren ausgestiegen, weiß aber, dass ich hier „suchend gefährdet“ war.
Dieses umtriebige, wenig produktive Grübeln hatte mich in jungen Jahren wie eine Klette begleitet und es war recht mühselig für mich, mir mein Grübel-Gedanken-Muster erst einmal bewusst zu machen, mit was ich mich da so alles denkend habe umtreiben lassen.
Das Auflösen dieses Gedanken-Musters nach dem Erkennen und Bewusstwerden war dann nochmal eine Nummer für sich…

Das Unangenehme an belastenden Gedanken ist, dass sie sich nicht lahmlegen lassen. Diese Gedanken kreiseln meist wie eine Schlangentänzerin um ein „warum“ herum.
Wie zum Beispiel mit einem warum ruft er, sie mich nicht zurück, warum mag mich … nicht, warum klappt dieses, jenes nicht usw.
Plagende Gedanken befinden sich beim Grübeln in einer Endlosschleife, zermürben einen dabei voller abwertender Selbstkritik.

Hierum, darum kreiseln sich beim Grübeln die Gedanken freudlos um schon Geschehenes und das Denken ist dazu gar köstlich angefüllt mit vielen Vermutungen.

Dieses Denken ist völlig beziehungslos und unkonkret, denn alles ist fiktiv beim Grübeln. Fortwährendes Grübeln kann dadurch geradewegs in eine Depression führen.
Grübeln ist keine effektive Art des Denkens, denn dieses kreisen der Gedanken, dieser gesamte  Denk-Aufbau beim Grübeln, bringt weder die erhoffte Einsicht, noch eine Lösung des Problems. Stattdessen erschwert Grübeln noch das seelische Befinden und bedeutet mentalen Stress für den Körper.

34.-wochentipp_ Grübeln 2

Besser, viel besser:

Heute schaue ich mir mein Denken an und hinterfrage bei auftauchenden Problemen oder Missverständnissen erst einmal meine Gedanken dazu. Mir persönlich hilft es, wenn ich mich bei schwierigen Angelegenheiten mit Fragen und Antworten schriftlich damit auseinandersetze. Dadurch kommt es bei mir erst gar nicht mehr zum Grübeln. Ansonsten frage ich mich innerlich, ob ich wirklich verstehe, um was es hier gedanklich geht und ob mir alles klar verständlich ist. Fakten sammeln – schafft Klarheit. Ich erlaube und nehme mir die Zeit dazu.

Ich nehme meine Gegenüber, Gegenseiten, meine Außenwelt bewusst wahr und somit bin ich mehr zentriert in mir ruhend. Ich bleibe und bin bei mir. Gedanken strömen, also lasse ich sie fließen, was wichtig ist, damit wird sich heute lustvoll nachdenkend beschäftigt und das ist für mich lösungsorientiertes Denken. Ich liebe ja die W-Fragen und hier kommt das kleine Wörtchen „wie“ zum Einsatz anstelle eines „kreisenden warum“.
Gedanken voll von Vermutungen sind keine tatsächlichen Wahrheiten, entsprechen weder den Tatsachen noch der Realität.
Der Geist voll mit ärgerlichen Gedanken, Sorgen, die keine Ruhe geben, da kann es helfen sich abzulenken und sei es nur, dass man sich eine bunte Zeitschrift  anschaut.

34.-wochentipp_ Grübeln 3

Noch einmal, wenn ich es mir erlaube – mir Zeit zu nehmen, welche ich benötige, um mir meine Gedanken, mein grübelndes Denken bewusst zu machen, dann kann ich mein Grübeln stoppen und das bringt mehr Freude am Zuhören und Beobachten.
Dieses wiederum verhilft uns dann zu einer besseren innerlichen und auch äußerlichen Verfassung mit zunehmender innerer Klarheit.
Ich bin viel entspannter, auch mutiger, da sich Ängstlichkeit und Angst namentlich zeigen dürfen und ich somit besser mit mir selbst und anderen umgehen kann.
Hier kann sich herausstellen, dass sich viele Sorgen und Ängste als überzogen darstellen oder unbegründet waren.
Das Gefühl der Hilflosigkeit oder sich ohnmächtig zu fühlen, wird bewusster wahrgenommen und ich kann selbstbewusster meine Aufgaben durchschauen, gegebenenfalls auflösen und bin dann insgesamt handlungsfreier.
Beim Grübeln werden laut Simone Kühn, Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, die Konfliktzentren im Gehirn aktiviert und wir sprechen beim Grübeln zu uns selber. Sich in der Endlosschleife des Grübelns zu befinden, heißt, ich steigere durch mein kreisendes Denken bravourös auch noch meine negativen Gefühle.

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Ich persönlich bemühe mich heute noch übend darin meinem wertenden und verurteilenden Denken auf die Schliche zu kommen indem ich meine Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was mir gerade ungewollt durch den Kopf geht, um meinen unbewussten Beurteilungen und Wertungen so auf die Spur zu kommen.

Ich halte mich an meine Eingebungen und vertraue meiner Intuition.
Um mir selbst gerecht zu werden und Stress im Allgemeinen, sowie Stress-Situationen zu vermeiden, sind meine Ansprüche an mich und das was ich mache im überschaubaren, machbaren Bereich angesiedelt. Ok, das setzt voraus, dass ich mich leidlich gut kenne und mich dazu so akzeptiere und liebe, wie ich halt zurzeit bin.

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Meine Lieben, Grübeln war gestern – Achtsamkeit ist heute.

Nehmt euch die Zeit und erlaubt euch jeden Tag ein bisschen mehr bei euch zu bleiben, indem ihr achtsam euch selbst und eure Umwelt bewusster wahrnehmt. Das heißt im Moment, in der Gegenwart angekommen zu sein und diese bewusst, lebendig wahrzunehmen.
Wenn ich mich gerade ärgere, wütend bin, enttäuscht bin, traurig bin oder deprimiert bin, bleibe ich achtsam bei mir und meinem, diesem mich begleitenden Gefühl.

Achtsamkeit lässt mich meine Emotionen verstärkter spüren, weil ich meine Gefühle nicht mehr verleugnen kann. Dadurch können die Gefühle erst heftiger empfunden werden. ABER, wenn ich weiterhin achtsam bei mir, meinem Denken und meinen Emotionen bleibe, dann bin ich in der Lage sachlich und nüchtern, mit einer anderen Sichtweise auf das Geschehen, meine Gedanken dazu betrachtend zu erkennen und für Klarheit zu sorgen.

Hier bin ich dann in der Lage in Ruhe meine Problematik zu erkennen und einsichtig zu klären.

Wenn wir freiwillig das Hamsterrad des Grübelns verlassen, dann fühlt sich das aber so was von einem befreienden, lebendigen, kraftvollen und zufriedenen GUUUUT in unserem Leben an.

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Grübeln


 

Klar ist’s, dass im Tun und Handeln, nicht im Grübeln, ’s Leben liegt.
Franz Grillparzer (1791 – 1872), Wiener Hofkonzipist und Burgtheaterdichter

 

 

und

 

 

So sehr mich das Problem des Elends in der Welt beschäftigt,
so verlor ich mich doch nie im Grübeln darüber,
sondern hielt mich an dem Gedanken,
dass es jedem von uns verliehen sei,
etwas von diesem Elend zum Aufhören zu bringen.
© Albert Schweitzer (1875 – 1965), deutsch-französischer Arzt, Theologe, Musiker und Kulturphilosoph, 1952 Friedensnobelpreis

 

 

 

dazu

 

 

Im Übrigen grübele ich nicht mehr über die Empfindungen,
die in mir entstehen, sondern verhalte mich völlig gleichgültig dagegen,
indem ich für mich dieselbe Freiheit, wie ich sie allen andern lasse, beanspruche.
August Strindberg (1849 – 1912), schwedischer Schriftsteller und Künstler,
Quelle: Strindberg, Inferno, 1897; hier in der Übers. v. Christian Morgenstern. 4. Das wiedergewonnene Paradies

34.-wochentipp_ Grübeln 7

 

Achtsamkeit

 

 Achtsamkeit: Entfesselungskünstlerin.
© Michael Marie Jung (*1940), Professor, deutscher Hochschullehrer,
Quelle: Jung, Hochkarat. 1600 neue hochkarätige Aphorismen und Sprüche, Books on Demand 2009

 

 

und

 

 

Frieden entsteht durch wachsende Toleranz und Achtsamkeit.
© Britta V. Bremer – ihre „Galerie  Art Of Cange“ ist ein spannendes Erlebniss mit seelischen Vibrationen- Link dazu siehe unten

 

also

 

 

Wenn die Achtsamkeit etwas Schönes berührt, offenbart sie dessen Schönheit.
Wenn sie etwas Schmerzvolles berührt, wandelt sie es um und heilt es.
Aus dem Zen-Buddhismus

 

 

dazu abschließend

 

 

Entschleunigung gebiert Achtsamkeit.
Achtsamkeit den Gleichmut.
Gleichmut das beständige Glück und tiefe Einsicht.
Tiefe Einsicht das menschliche Verstehen.

 

 

denn

 

 

Den Weg der Achtsamkeit zu gehen bedeutet,
im Augenblick zu sein und sofort in den nächsten einzutreten.
© Jo Taijun Fuss (*1957), Buddhismuskundler

34.-wochentipp_ Grübeln 8

Ich wünsche euch, dass ihr euch die Zeit erlaubt
absichtslos eure Gedanken und euer Denken fließen zu lassen
und der grüblerischen Denkart ade zu sagen,
um dann genussvoll spürend euer Leben genießen zu können
herzlichst eure Ute Weiss-Ding

                                                                                                  

Lieber lauter Dübel dübeln,
als leise über Übeln grübeln.

© Klaus Klages (*1938), deutscher Gebrauchsphilosoph und Abreißkalenderverleger,
Quelle: Klages, Das Schlimmste für den Humor ist der Ernstfall, Verlag Up-to-Date-Kalender

Galerie Art Of Change – Britta V.Bremer: http://www.britta-bremer.com/

Bilder:  Akseli Gallen-Kallela 1865-1931, war ein finnischer Maler, Architekt und Designer.
Quelle: Buch Tobias Teismann, Grübeln: Wie Denkschleifen entstehen und wie man sie löst

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ICH-EGO – des Menschen Redefigur mit Inhalt http://berlinspirit.de/ich-ego-des-menschen-redefigur-mit-inhalt/ Sun, 14 Aug 2016 15:26:33 +0000 http://berlinspirit.de/?p=3621 33. Wochentipp – Thema
Einfach so – (zeitlos) so einfach
Ego – das ICH – das SELBST – das SELBST-BEWUSSTSEIN

33.-wochentipp_Ego titelbild

Nichts liegt uns näher als unser Ego – aber nichts liegt uns ferner, das zu erkennen.
© Klaus Ender (*1939), deutsch-österreichischer Fachbuchautor, Poet, bildender Künstler der Fotografie

Info:
Ego
steht für:

  • Wissenschaftssprachlich:
    das Ich – wissenschaftlich wird die lateinische Entsprechung Ego oft synonym verwendet.

  • Umgangssprachlich:
    das Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein – der Mensch sich seines Ichs bewusst sein (Selbstbewusstsein).
  • Psychologie:
    das Selbst – mitunter werden mit Ich und Ego aber auch zu unterscheidende Aspekte des Selbst benannt.
  • Psychoanalyse: wer mehr zum besseren Verständnis dazu wissen möchte, dazu gibt es wie immer unten eine PDF-Datei zu lesen von –
    Sigmund Freud, Das Ich und das Es (1923)

Das Es, der vegetative Teil der Psyche, der stets im Unbewussten verbleibt und die grundlegenden Instinkte und Triebe des Menschen umfasst.
Das Über-Ich oder Super-Ego, das die Funktion des Gewissens einnimmt und das Ich leitet (vgl. Ich-Ideal). Es wird von Freud als das Überbleibsel der elterlichen Autorität in der Kindheit angesehen.
Das Ich oder Ego, mit dem Freud das bewusst Erfahrende bezeichnet. Dieses Ich wird sowohl vom Über-Ich als auch vom Es beeinflusst und vermittelt zwischen diesen beiden Instanzen.

  • Alter Ego das andere Ich, zweites Ich, treuer Freund – lat. Alter Ego „das andere Ich“, aus alter „der eine, der andere“ und ego „ich“ ist ein „geflügeltes Wort“ und wird als psychologisch orientierter Fachbegriff in verschiedenen Bereichen von Wissenschaft und Kultur verwendet.

Oh, was für ein menschelndes herrliches WochenTipp-Thema.
Dieses ist nun köstlich, folgerichtig dem letzten Thema „Kugelmenschen“ gar lustig folgend angeschlossen.

33.-wochentipp_Ego1Unser Ego hat eine Vielfalt an Ausführungen und lässt uns frohlockend von einer Illusion in die nächste taumeln. So hatte ich es mir vor gefühlten 100 Jahren erlaubt, mich und mein Ego beste Freunde werden zu lassen. Nein, ich habe hier nicht vor die holde Weiblichkeit zu benachteiligen – aber mein Ego ist nun einmal männlich, so hat es mein Ego jedenfalls vor langer Zeit beschieden.

Es ist paradox sich einzubilden sein Ego mit Hilfe eines imaginären Schalters wie Licht ausknipsen zu können oder es sogar völlig auflösen zu können.
Indes gibt es eine Vielzahl von Menschen, wie zum Beispiel der von mir geschätzte Weisheitslehrer Eckhart Tolle, die sich wie er hin zu einem neuen Bewusstsein entwickeln.

Rein Interessenhalber, wollte ich es mir schon absichtlich in mein Gedächtnis rufen, wie sich denn dieses, unser Ego im Einzelnen so bemerkbar macht.
Tja, und deshalb durfte ich mich einfach so – so einfach diese Woche bei meinem Selbst-Experiment so richtig schön „folgenschwer bewusst“ als komplett „unerleuchtet“ erleben.
Zu erwähnen wäre hier noch so ganz nebenbei wie ich es schaffte dies wunderbar zu toppen, indem ich es mir erlaubt habe mein „Best-Friend-Ego“ noch so richtig schön vorsätzlich mit meinen wertenden und urteilenden Gedanken anzufeuern.
So eröffneten sich mir erstaunliche Einsichten, die mich voll entzückt haben, da ich dabei erst bemerkte, welchen illusionären Wirklichkeiten ich so Tag für Tag aufsitze und wieviel unbewusstes Denken mich wohlig in Einbildungen festhält.   

Mein Ehegespann hat sich daraufhin verwirrt Richtung Olympiade davon gemacht, obwohl er mich am liebsten gekillt hätte. Ich neige ja zur lebhaften Übertreibung, wie er meint… Er meint offensichtlich mein Ich-Ego, denn „mein wahres Selbstbewusstes-Ich“ ist nämlich in meiner Wahrnehmung gaaaaanz anders…

33.-wochentipp_Ego2

Weiter geht es:
Werten und urteilen im Denken sind die leibhaftigen Lieblings-Attribute unseres Egos.
ICH-EGO = Illusion und Täuschung in einem, denn ach gar so trügerisch ist die von uns gefühlte eigene Identität durch unser wahrgenommenes Eigenbild.
Und es geht noch weiter, unser daraus entstandenes eingebildetes ICH beeinflusst gar lustig unser gesamtes Verhalten, unsere gesamte Interpretation der Wirklichkeit inklusive unserer Handlungen und unserem Denken bis hin zu unseren Beziehungen.
Aufschlussreich bemerkenswert wehen mir noch die Wörtchen „mir, mich“ und „mein/meins“ in meinen Sinn und eins zwei, drei – schon sind da auch bei diesen Wort-Interpretationen meine urteilenden Gedanken mit im Bunde.
Beispiel:
Als Kind war das mein Puppenwagen – die Puppe gehörte mir mich macht es noch heute wütend, wenn Jemand mir nicht zuhört – mir, mein, mich – alles ein großes gefühltes ICH, wie mein selbst-gefühlter Puppenwagen, meine Puppe, mir nicht zuhören – ICH = Selbstgefühl.
Heute ist es nicht mehr der Puppenwagen, heute ist es mein ??? – welch eine herrliche Einbildung von mir, mein, mich – meinem ICH, welches dieses mein ICH-EGO, da so alles darum herum für die Wirklichkeit hielt und hält.
Besitz, etwas angeblich zu besitzen, ist, so denke ich, eine der größten, uns alle täuschende Illusion.

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Tja, die berühmte Frage aller Fragen: Wer oder was bin ICH wahrhaftig.
Unser eigenes Selbstbildnis ist ach gar so trügerisch. ABER! Je mehr ich selbst erkenne, was mich wirklich ausmacht, desto mehr kann ich mich von dem verabschieden, was ich glaube zu sein.
Unser uns freundschaftlich gesonnenes EGO nimmt alles gerne persönlich und das ist ein glorreiches, erkennbares Indiz für uns, welches uns das bewusst aufzeigt und fühlen lässt, was wir gerne auflösen möchten.
Unser Ego nimmt es persönlich und schon steigen Emotionen in uns hoch, welche zusätzlich noch prima von unserem Denken angeheizt werden, als Würze dazu wird dann noch kräftig ge- und be-urteilt sowie ge- und be-wertet. Hier geht es um Recht haben wollen, einen Angriff abwehren zu wollen und um Verteidigung.
Ab hier befinden wir uns im losgetrennten Raum der Mein–ungen, Denkweisen und
Wert-ungen.
Da können sich alle Ego-Ichs volle Kanne über angebliche Tatsachen, Fakten und Realitäten auf das prächtigste austauschen. Umtriebig lässt sich dazu mit selbst gestaltetem Gedankengut die Situation, die Sache oder lassen sich die Dinge auf das köstlichste verzerrend und im täuschenden Lichte darstellen. Ego-Trips der Verteidigung, hier sind wir voll damit beschäftigt  das eigene illusionäre Selbstbild aufrecht zu erhalten.
Dieses wunderbare ICH-EGO, tief in uns verankert, unauffällig, stillschweigend aus dem Unbewussten heraus nimmt es Einfluss auf unser aller Verhalten. Es ist eine perfekte Illusion, welche uns voller Zwiespalt wie ein losgelöstes Einzelwesen von der kollektiven menschlichen Gesamtheit fühlen lässt. Ein entsprechend illusionärer Gedanken-Satz hierzu lautet: „Immer passiert nur mir das“.

33.-wochentipp_Ego5

Meine Lieben, wenden wir uns lieber öfter bewusst und vertrauensvoll unseren bejahenden, zusagenden Empfindungen in unserem Dasein zu, wie zum Beispiel unserer Zuversicht, Zufriedenheit, Freude, unserer fröhlichen, humorvollen Seite, unserer Begeisterung, unserem Selbst-Bewusstsein und so weiter.
Schauen und hören wir bewusster hin, auf das was uns wahrhaftig berührt.
Herzlichkeit und Güte haben den Preis sich dessen immer wieder selbst bewusst zu werden und diese Regungen auch bewusst zulassend zu spüren. Der erhaltende Gegenwert heißt Liebe bewusst fühlend zu geben und zu empfangen. Es ist unser innerer Raum, der sich dadurch immer mehr und mehr sich bewusst öffnend mit überwiegend positiveren Dingen in unserem Ich-Leben anfüllt. Das Lachen eines Kindes, das gesellige Beisammensein mit guten Freunden, der Strandspaziergang alleine in den Morgenstunden, der Duft des Morgens, es gibt so viele wunderbare tägliche Begebenheiten. Wir können und dürfen lernen uns diesen wahrhaftig uns selbst-bewusstwerdend schönen Seiten und Dingen des Lebens wieder zuzuwenden.
Und das fühlt sich dann aber sowas von einem lebendigen, frohsinnigen und vor allem bewusst vitalen GUUUUT in unserem Leben an. Da freut sich auch unser ICH-EGO inklusive unserem neu erwachten Ich-Selbst-Bewusst-Sein.
Mein Ich-Ego befindet, dass Humor einer der Schlüssel ist, welcher mich hin zu meinem Selbst-Bewussten-Ich führen kann.

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Wie, wer, was, wo – Ego

 

Ego: Das enfant terrible des Ganzen.
© A. Michael Bussek (*1966), gez.: vom Leben!

 

 

und

 

 

Wenn Streß und Panik sich vereinen,
Ängste ganze Flüsse weinen,
mutiert der Mensch zum Ego-Tier,
ist da und dort, doch niemals hier.
Verdrängt was lieb und wichtig war,
was ihn bewegt mit Haut und Haar,
blockiert die Welt um sich herum,
bitte nehm mir das nicht krumm…
© Sebastian Meurs

 

 

denn

 

 

„Wer bin ich“, fragt mein Ego –
„Du bist ich, mal groß und mal klein“, antwortet mein Schatten.
© Justus Vogt (*1958), denkender Lebender und lebender Denker

 

 

anbei

 

 

Es gibt Leute, die in einem gewissen Alter ein starkes Ego entwickelt haben,
das sie dann »Alter Ego« nennen!
© Willy Meurer (*1934), deutsch-kanadischer Kaufmann, Aphoristiker und Publizist, M.H.R. (Member of the Human Race), Toronto

 

 

Ego-Liebe

 

Viele Singles, die auf der Suche nach dem Traumpartner sind,
suchen gar keinen wirklichen Partner,
sondern eine zusätzliche Werbefläche fürs eigene Ego.
© Rena Lessner (*1952), Schriftstellerin

 

 

denn

 

 

Diejenigen, die an einem Ego-Komplex leiden,
leiden auch an Mangel von Empathie.
© Gjergj Perluca (*1944), emer. Prof. für Physik und freier Journalist aus Shkoder, Albanien

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Ego Auftritte

 

 

Mit dem menschlichen Ego verhält es sich so wie mit den Tomaten:
Je größer, glänzender und aufgeblasener, desto weniger schmackhaft und gesund.
© Wolfgang J. Reus (1959 – 2006), deutscher Journalist, Satiriker, Aphoristiker und Lyriker

 

aber

 

Das Ego ist der Teil der Seele, der Gage verlangt für seine Auftritte.
© Billy (*1932), eigentlich Walter Fürst, Schweizer Aphoristiker, Quelle: »Wir Kleindenker – Ein Plädoyer für die Einfalt und Vielfalt des Denkens«, Books on Demand, 2006

 

denn

 

Was nutzt schon die ganze Freiheit in der Zwangsjacke des Ego?
© Paul Mommertz (*1930), deutscher Schriftsteller, Autor von Drehbüchern, Bühnenstücken und Hörspielen, Quelle: Mommertz, Sichtwechsel. Aphorismen über Menschen und Meinungen, 2005

Psychologische Ego Politik

 

Über Grundrechte aller wird nach einer bestimmten Regel diskutiert:
Das Ego einzelner behält das letzte Wort.
© Andrea Mira Meneghin (*1967)

 

und die

 

Psychoanalyse:
Reiseleitung für Ego-Trips.
© KarlHeinz Karius (*1935), Urheber, Mensch und Werbeberater, Quelle: Karius, WortHupferl-Edition. WortHupferl-Verlag

 

denn

 

Der Ego-Shooter ist die Vollendung der abendländischen Metaphysik.
© Alexander Eilers (*1976), Aphoristiker, Quelle: Eilers, Kätzereien, 2008

 

aber

 

Mit einem monströsen Ego kann man nur in die Politik oder zur Bühne gehen.
© Erwin Koch (*1932), deutscher Aphoristiker

 

So manche Diskriminierung ist eine Überbewertung des eigenen Ego.
© Heinz Körber (*1938), Aphoristiker

 

Du verlierst Lebenskraft, wenn du anderen hilfst, um dein Ego zu stärken.
© Irina Rauthmann (*1958), deutsche Aphoristikerin und Lyrikerin

33.-wochentipp_Ego7

Abschließende Worte

 

Das selbstsüchtigste Wort – ›Ich‹
Höre dir und den anderen gut zu
Das vollbringende Wort – ›Wir‹
Verwende es umsetzend
Das oft missverstandene Wort – ›Ego‹
Liebe es dich zu wandeln
Das besinnlichste Wort – ›Liebe‹
Schenke ihr Leben
Das vergnüglichste Wort – ›Lächeln‹
Bemühe dich es oft zu tun
Das am schnellsten verbreitete Wort – ›Gerücht‹
Ignoriere es immer
Das Sinn aufweisende Wort – ›Erfolg‹
Definiere deine Sinnesart von Erfolg für dich
Das Neid verursachende Wort – ›Eifersucht‹
Entdecke deinen persönlichen Mangel
Das leistungsfähigste Wort – ›Wissen‹
Erwerbe Bewusstsein und Bildung
Das wegweisendste Wort – ›Vertrauen‹
Trau dich hinzuhören, hinzusehen, zu fühlen und zu spüren- vertraue dir!
Unbekannt und verändert ute weiss-ding

 

 

Vier Pronomina machen Unfried in der Welt:
Ego (ich), tu (du), meum (mein), tuum (dein).

Christoph Lehmann (1579 – 1639), studierte Jura; war Schuldirektor und Stadtschreiber in Speyer, latein Pronomina-deutsch Fürwörter, Quelle: Lehmann, Politischer Blumen-Garten, 1662

 

 

Was zählt, sind:
Begeisterung statt Frust,
Partnerschaft statt Wettbewerb,
Teamgeist statt Ego-Individualismus,
gemeinsamer Erfolg statt Wachstumswahn,
Liebe statt Kampf.
© Kersten Kämpfer (*1958) (auch Pseudonym KK), Dr.-Ing. der Technischen Kybernetik und Automatisierungstechnik

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Ich wünsche euch, philosophisch betrachtet gemäß René Descartes
berühmtem cogito, ergo sum – lat.: ich denke, also bin ich,
euer Ich-Ego bewusst genussvoll spürend in eurem Leben genießen zu können
herzlichst eure Ute Weiss-Ding

 

Bilder: Aubrey Vincent Beardsley 1872-1898, englischer Illustrator, Dichter, Graphiker und Karikaturist. 

Quellen:

http://www.wissen.de

https://de.wikipedia.org

Eckhart Tolle, Eine neue Welt, http://www.eckharttolle.de/

PDF-DATEI: 33. Wochentipp_Freud Ich Es

 

 

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Aristophanes‘ Gleichnis – Der Kugelmensch, Liebe und Eros http://berlinspirit.de/aristophanes-gleichnis-der-kugelmensch-liebe-und-eros/ Sun, 07 Aug 2016 15:00:47 +0000 http://berlinspirit.de/?p=3606 32. Wochentipp – Thema
Einfach so – (zeitlos) so einfach
Platons Gastmahl –
ein Symposion dem Philosophischen-Thema „Eros“
der Form starken Begehrens und Verlangens gewidmet

32.-wochentipp_-Kugelmensch2

Das Männliche stammte ursprünglich von der Sonne,
das Weibliche von der Erde, das Doppelgeschlecht vom Mond,
da auch der Mond an beiden teilhat
Aristophanes (um 450 – 385 v.Chr.), griechischer Lustspieldichter

 

Nun freilich starren Sinnes zu behaupten,
dass das, was ich gesprochen habe,
auch unbedingte Wahrheit sei,
das schickt sich nicht für einen, der zu denken pflegt.
Platon (427 – 348 od. 347 v. Chr.), lateinisch Plato, griechischer Philosoph, Begründer der abendländischen Philosophie und Schüler von Sokrates, Quelle: Platon, Phaidon. 114d

 

Hast du deine Meinung schon durch die drei Siebe gegossen:
jenes der Wahrheit, jenes der Güte, jenes der Notwendigkeit?
Sokrates (470 – 399 v. Chr.), griechischer Philosoph

Der Dichter und Philosoph Platon traf sich mit seinem Lehrer Sokrates und mehreren Philosophen-Freunden regelmäßig zu einem gemeinsamen, geselligen Trinkgelage. In diesem Symposion wurde ein bestimmtes Thema, welches aus einem früheren, mehr als ein Jahrzehnt zurückliegenden Gastmahl stammte und als verfasstes Werk vorlag in Dialogform vorgetragen.

An einem der Treffen ward das Symposion dem Thema „Eros“ gewidmet.
Bei diesem Symposion diente der von Platon erfundene Mythos des Liebesgottes Eros als Themen-Vorlage und hier wollte man dem Grund für die Entstehung des erotischen Begehrens aufspürend nachgehen.
Platon ließ in seinem fiktiven, literarischen Dialog den Komödiendichter Aristophanes die Geschichte von den mythischen Wesen der Antike – den Kugelmenschen – erzählen.

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Vorab wurden schon prächtig zwischen den Dichtern und Philosophen die Meinungen ausgetauscht, was wohl das Wesen „Eros“ ausmache.
Hierzu eine kleine Meinungs-Auswahl – wer mag, kann Platons Symposion mit der Rede Aristophanes, ein paar lohnenswerte Seiten im Original als PDF-Datei, unten selbst nach lesen.

Phaidos meinte: Eros sei eine der drei Urkräfte – als erstes entstand das Chaos, als zweites die Erde und als drittes die dynamische Kraft Namens Eros, welche das sich drehende, dichte geheimnisvolle Chaos und die materielle, geordnete Erde verbindet.
Pausanias vertrat die Homerische Fassung von Eros. Auf der einen Seite die körperliche, sinnliche, „gewöhnliche“ Liebe und als Gegenpol die geistige, unberührte, die heute sogenannte „platonische“ Liebe, ohne den körperlichen Bezug zur Vereinigung.
Der Philosoph Sokrates erzählte, wie er von der weisen Frau Diotima  die Belehrung über den Eros empfing – (Diotima steht traditionell für eine Frau, die in der Lage ist, auf erotischem Gebiet ein philosophisch untermauertes Wissen zu vermitteln).

Sokrates meinte, dass demnach Eros ein Wesen zwischen Mensch und Gott darstelle – ein Daimonion – und dies wäre in jedem Menschen als ein Teil der Seele zu finden, welches den Menschen über das Menschliche hinaus als Kraft des lustvollen Begehrens hin zum Göttlichen führe.
Platon meinte, Eros sei Liebe, welche als eine allgemeine, ewige Idee zu betrachten sei.
Der Komödiendichter Aristophanes gab ein Gleichnis zum Besten, in dem er zu seiner vertretenen These eine Geschichte Platons erzählte: Aristophanes Ansicht nach, war Eros die Kraft, welche die Sehnsucht zwischen den Menschen darstellte.

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So berichtete Aristophanes über den Mythos von dem Wesen der „Mannweiber“, auch „Kugelmenschen“ genannt, welche sowohl männlich als auch weiblich waren.
Demnach war die menschliche Natur ursprünglich rund: Die Menschen hatten kugelförmige Körper, mit vier Händen und Füßen und zwei Gesichter die in entgegengesetzte Richtungen blickten, mit je zwei Ohren auf einem Kopf, den ein kreisrunder Hals trug. Mit ihren acht Gliedmaßen konnten sich die Kugelmenschen aufrecht und auch Rad schlagend sehr schnell fortbewegen
Es gab drei Geschlechter: Manche Kugelmenschen waren rein männlich, andere rein weiblich, wiederum andere hatten eine männliche und eine weibliche Hälfte. Die rein männlichen stammten ursprünglich von der Sonne ab, die rein weiblichen von der Erde, die zweigeschlechtlichen vom Mond.
Über gigantische Kraft und Kühnheit verfügten die Kugelmenschen und daher wollten sie in ihrem Über-Mut sich einen Weg zum Himmel hin zu den Göttern bahnen, welche sie gedachten anzugreifen.

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Gottvater Zeus beriet sich derweil mit den anderen Göttern. Sie wollten alle das Menschengeschlecht nur schwächen, da sie die Ovationen der Ehre und ihre Opfergaben gerne hatten und behalten wollten.
Zeus befand, dass man die Kugelmenschen in zwei Hälften zerschneiden solle.

Aus heutiger Sicht heraus, musste Zeus ein Vollblut-Kapitalist gewesen sein, denn er fand es sehr reizvoll das sich mit der Zerteilung auch die Anzahl der Menschen verdoppele und daher auch ihre Opfergaben für die Götter.
Sollte es den zweigeteilten Menschen dennoch weiterhin danach gelüsten es den Göttern machtvoll gleich tun zu wollen, so plante Zeus sie nochmals zu zerteilen, auf dass sie nur noch auf einem Bein hüpfen könnten.

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Dem Gott Apollon (Gott des Lichts, der Heilung, des Frühlings, der sittlichen Reinheit und Mäßigung) erteilte er den Auftrag die Gesichter hin zur heutigen Bauchseite zu wenden, die Wunden zu schließen, indem er die Haut hin zum Nabel strafte und dort zusammenband. Dafür ließ er am Nabel  Falten zur Erinnerung an die Teilung zurück.  Die Geschlechtsteile blieben auf der Rückseite.
Die zweibeinigen neuen Menschen litten schwer unter der Trennung und umschlangen sich in der Hoffnung wieder zusammenwachsen zu können, um so wieder in ihre Einheit zurück zu kehren. Sie kümmerten sich um nichts mehr, außer um das Sich-Zu-Umschlingen und so verhungerten sie langsam.
Zeus sorgte schleunigst dafür, dass die Geschlechtsorgane nach vorne versetzt wurden, damit die Menschen nicht ganz ausstarben und auch ihr sehnsuchtsvolles Einheitsbedürfnis durch die sexuelle Vereinigung vorübergehend dann befriedigt war. Gedacht, gesagt – getan, und so wurden die Menschen wieder lebenstauglich und konnten sich fortpflanzen.

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Aber die Sehnsucht nach der verlorenen Ganzheit zeigte sich weiterhin in der Gestalt des erotischen Begehrens, mit dem einen Ziel – sich zu vereinigen.
Weiterhin litten sie unter ihrem Mangel der Unvollständigkeit und jeder suchte weiter nach seiner verlorenen ihn ergänzenden Teilung.
Die unterschiedlichen sexuellen Orientierungen erklärten sich somit aus Platon-Aristophanes‘ Geschichte von selbst heraus, denn wonach sie ursprünglich ehemals geschlechtsmäßig als Kugelmensch mit ihrer doppelt-männlichen, doppelt-weiblichen oder einer männlich-weiblichen Hälfte hingehörten, so wiesen danach die getrennten zweibeinigen Hälften jetzt eine heterosexuelle oder homosexuelle Veranlagung auf.
Aristophanes Meinung zu extrem, intensiven erotischen Beziehungen war, dass sich zwei Hälften eines Kugelmenschen wiedergefunden hätten und so eine Neubelebung hin zu ihrem Urzustand durch die Vereinigung der sexuellen Verschmelzung anstrebten.
Dieser Drang der zwei Hälften, sich zu vereinen, wird als Liebe (erôs) bezeichnet.
Nach Aristophanes Auslegung wäre dies möglich, wenn sich die Menschen mit Hilfe ihrer Ergebenheit den Göttern gegenüber, diese sich zu Freunden machen würden. So bestände die Hoffnung, dass die Menschen wieder in ihre ganzheitliche Natur der Kugelmenschen gelangen könnten.
Laut Aristophanes kann so die Heilung und Glückseligkeit für die Menschheit durch das Auffinden der jeweils fehlenden, zugehörigen Hälfte erfolgen.
Diese zueinander gefundenen, sich liebenden Menschen, bleiben dann nach Aristophanes Erklärung ein Leben lang zusammen. Doch keiner der Beiden könnte klar sagen, was sie wirklich voneinander wirklich wollen.
Hier bietet das sexuelle Vergnügen keine Erklärung für dieses „leiden-schaftliche“ Sich-An-Einander-Gebunden-Sein-Fühlen. Beide Seelen erstreben das rätselhafte Unnennbare.
Der Kugelmensch, die verbundene Einheit, die im und nach dem Tode unzertrennbar ist – vielleicht ist das, das Ziel. 

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Meine Lieben, hier endet die Geschichte des Kugelmenschen und ihr dürft für euch frohsinnig darüber nachsinnen, welche Hälfte ihr in eurem Leben schon zum Verweilen eingeladen habt oder welche ihr noch sucht.
Ich persönlich glaube ja, dass Eros dieser Schlingel mit seiner begehrlichen Liebeslust uns nur glauben machen will, dass wir das uns Fehlende nur im Anderen finden können, denn welche Berechtigung hat er sonst, als die der Fortpflanzung und da würde Zeus ja wieder jubeln, da er mehr „Opfergaben“ bekäme.
Eine spannendes Thema diese Kugelmenschen mit Eros und Liebe im Verbund.
Ich vereinfache es einfach mal so – so einfach:

Eins und Eins gleich Liebe – Mythos – Eros und nach Aristophanes ist Eros nichts anderes als die mächtig Kraft der Anziehung zwischen zwei Menschen. Ich wünsche mir nun für uns alle die sehnsüchtig ersehnende fehlende Hälfte von was auch immer in oder bei uns selbst bewusst zu finden und das, glaube ich, fühlt sich dann aber so was von einem gefühlvollen, einheitlichen, zärtlichen und innigen GUUUUT in unserem Leben an.

32.-wochentipp_-Kugelmensch8

Liebe

 

Mit dem Herzen säen,
mit Gefühlen pflegen,
mit Verständnis wachsen lassen.
Daraus Liebe ernten.
© Edith Linvers (*1940), deutsche Schriftstellerin und Aphoristikerin, Quelle: »Schatten länger als wir«

 

Leben – Lernen – Liebe

 

Leben heißt lernen,
dass wir uns Zeit nehmen müssen,
wenn wir welche haben wollen;
dass wir verantwortlich sind
für Gedachtes und Nichtgedachtes,
Gesagtes und Nichtgesagtes,
Getanes und Nichtgetanes;
dass der Sinn des Lebens
darin liegt, immer die Liebe
und das Leben im Sinn zu haben.

 

Leben heißt lernen,
dass es nicht darauf ankommt,
ob wir uns etwas schenken,
sondern darauf, ob wir imstande sind,
uns gegenseitig etwas zu geben;
dass das Wesen des Lebens
die Veränderung ist;
dass wir Liebe säen müssen,
wenn wir Liebe ernten wollen.

 

Leben heißt lernen,
die Kunst der Gelassenheit auszuüben:
das Weglassen, das Zulassen,
das Loslassen;
dass die schwierigste Aufgabe
unseres Lebens darin besteht,
nie aufzugeben;
dass unser Mensch-Sein untrennbar
mit dem Mensch-Werden verbunden ist.
© Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker

32.-wochentipp_-Kugelmensch9jpg

Symposion – oder das Gastmahl der Liebe die Original-Geschichte: Rede des Aristophanes (Der Kugelmensch)
PDF Platon, Symposion (189c2-193d5)   32. Wochentipp_ Gastmahl- Platon Sympsion- Kugelmensch

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Diotima
https://de.wikipedia.org/wiki/Kugelmenschen
http://www.die-goetter.de/

Bilder: Arthur Bowen-Davies 1863-1928, amerikanischer Maler des Symbolismus

Ich wünsche euch, dass ihr eure persönliche Einheit im Leben
genussvoll spürend in eurem Leben genießen könnt
herzlichst eure Ute Weiss-Ding

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Monats-Prognose August – Ein Monat der beweglichen Materialisierung http://berlinspirit.de/monats-prognose-august-ein-monat-der-beweglichen-materialisierung/ Sun, 31 Jul 2016 12:16:17 +0000 http://berlinspirit.de/?p=3586 31. Wochentipp – Thema
Einfach so – (zeitlos) so einfach
VORSCHAU August 2016

31. wochentipp_august Prognose

Frieden kann nur ernten
wer ihn auch sät
und säen kann ihn nur derjenige
der weiß, wie der Samen aussieht

© Anke Maggauer-Kirsche (*1948), deutsche Lyrikerin, Aphoristikerin

Die August-Schwingung 2016

Dies ist eine attraktive Monats-Dynamik für alle, die verstanden haben, dass unser Leben viele Aufgaben des Lernens für uns bereit hält. Eine Aufgabe davon ist diejenige, welche uns auffordert „das Einfache, das schwer zu machen ist“  überhaupt erst einmal zu realisieren.
Ergo, die August-Bewegung ist mit ihrer dynamischen, kreativen Energie wie geschaffen für diejenigen, die den Willen zur Tat besitzen.
Auf dass sich im persönlichen Schaffensprozess die Energien des Ewigen in ihrer gegebenen Zeitfolge und ihrem Raum als Materie manifestieren können.

31.-wochentipp_august-Prognose-1

Schauen wir uns hierzu als erstes unsere herzallerliebste Welten-Schwingungskost an.
Ein Süppchen lecker hausgemacht, welches schon vor langer Zeit fein aus den Zutaten der Unsicherheit, Unfähigkeit und Unentschlossenheit aufgesetzt und langsam vor sich hin geköchelt wurde, dazu raffiniert geschmacksverstärkend gewürzt mit der Kunstfertigkeit der Irreführung und des Schwindels. 
Dieser ungenießbaren Vorspeise  der „bösen Absichten“ dürfen wir uns nun ab dem Monat August endlich bewusst werden und anfangen diese auszulöffeln.
Unter Verwendung von geschickt angewendeten, eleganten „Taschenspielertricks“ werden diese Geschicke, egal von wem oder in welchem Bereich, noch verstärkter im August im allgemeinen für zerstörerische und auch selbstzerstörerische Ziele eingesetzt.   

Willensschwäche und der Mangel an Phantasie lassen uns recht bedenklich den August selbst erlebend mitgestalten.
Ach ja, mit der Liebe ist es wie mit einem Spiele-Einsatz, denn wer Liebe erhalten will, muss Liebe auch geben können.
Voll mit im Bunde sind dann Empfindungen, welche uns dann wie ein rastlos Getriebener umherhoppeln lassen und gleichzeitig sind Verzögerungen in  allen Bereichen und Lebenslagen zu verspüren.
Zusätzlich ist eine Energie am Werke, welche unseren inneren Drang nach physischem Erfolg erkennend, uns hin zur Spitze treiben lässt.

31. wochentipp_august Prognose 2

Worauf sollte im August 2016 geachtet werden?

Die August-Schwingung warnt uns davor, sich oberflächliches Wissen, sei es nun im privaten, geschäftlichen oder politischen Bereich anzueignen.
Wir sind umgeben von schönem Schein, Gaukelspielen und dem halbherzigen oder theatralischen Umgehen mit den Dingen in der Außen- aber auch unserer eigenen Innenwelt.
Vieles ist zurzeit nur ein Schaueffekt, da viele vermeinen alles zu wissen und im Griff zu haben – dumm nur, das Einzige, was hier wirklich beherrscht wird – heißt, uns und auch sich selbst blenden zu können mit einlullenden, schillernden Blendwerken.
Wichtig ist es, achtsam bei sich zu bleiben und mit den Anstrengungen und den dazu benötigten Energie-Ressourcen, die mit unseren jetzigen Unternehmungen verbunden sind hauszuhalten.
Machtmissbrauch war in der letzten Zeit immer wieder Thema und wird ab August noch weiter zunehmen, delikat gewürzt mit sich ausweitender Aggressivität und Egoismus.

31. wochentipp_august Prognose 3

Entwicklung:

Da sich unser Bewusstseinssystem meist schmalspurbahnmäßig einseitig bewegt, tut uns die Schwingung vom August ganz gut, da sie es uns erlaubt, an die Schwelle der unbewussten Dimensionen unserer Psyche heran zu gelangen.
Unangenehm wird es nur dort, wo recht krampfhaft an überholten Systemen oder Denkstrukturen  festgehalten wird, welche schon überfällig an ihren Grenzen angelangt sind. Was folgt wenn wir festhalten, wird dann in Form von Verwirrung, Desorientierung, Unsicherheit und vor allem Angst auftreten.
Leider häufen sich in Zeiten von gesellschaftlichen Umbrüchen die uns täuschenden Formwerdungen und Manifestationen im Außen.
Wie hier ein Gegner geschickt ausmanövriert, ausgespielt und auch ausgetrickst wird, werden wir dann zeitnah live aus den USA miterleben dürfen.
Mogeln, schummeln, schwindeln, tricksen und täuschen heißen hier die Attribute dieser Zeiten-Energie.
Alternativen werden gesucht und vieles auch erprobt. Gegensätze stehen sich ohne jegliches Verständnis für einander gegenüber, daher ist alles offen und gleichzeitig möglich.

Die Welt dreht durch und „ver-rückt“ sich.
Unbedarft bemühen wir uns im positiven Denken und bemerken es meist nicht, dass es unser Ego ist, welches unsere naiven selbstsüchtigen Bedürfnisse steuert und uns danach handeln lässt.

31. wochentipp_august Prognose 4

Machwerk:
Jedoch gibt es einen Lichtblick für alle, die weise in der Vergangenheit ihre persönliche Saat, in was auch immer, vorausschauend ausgesät haben, sie haben Anerkennung und Belohnung zu erwarten, zumindest was die materielle Ebene betrifft.
Menschen mit Einflussmöglichkeiten sind offen den weniger privilegierten unterstützend beizustehen, wenn sie danach gefragt werden.
Lernt über eure eigenen Schwächen und über die eurer Mitmenschen zu lachen, indem ihr die Ernsthaftigkeit der Probleme etwas auflockert.

Nutzt eure Eingebungen und eure Fähigkeit die Dinge oder Menschen, welche sich  euch im gegenwärtigen Zustand präsentieren, soweit zu durchschauen, dass euch das Neue, Zukünftige, Noch-Verheimlichte sichtbar wird.
Bleibt einfach besonnen, wenn das Ego mit seinen Begierden sich zu Worte meldet und sich mit einem Mangel an Konzentration oder Selbstzweifeln wohlig breit machen möchte, dies bedeutet nichts anderes als die Schwächung des Willens um eigentlich unveräußerliche Grundrechte des Lebens aufs Spiel zu setzen.

31. wochentipp_august Prognose 5

Meine Lieben, wenn kreative Energien verstellt werden, kann dies eben zur Schwächung oder Verwirrung von bestehenden Absichten führen. Die bewegende August-Schwingung hat einfach Lust Menschen zu verwirren, auf dass sie mit Apathie, Lethargie bis hin zur Handlungsunfähigkeit reagieren. Aber es ist wie es ist, nichts gibt es umsonst, denn wenn wir es uns erlauben den Blick zu wenden, dann können wir erkennen, dass z. B. die augenblicklichen Probleme, Themen und Angelegenheiten aus etwas Vergangenem hervorgegangen sind und dass für eine Entscheidung oder Aktivität, die bislang gemieden wurde, jetzt die Zeit reif ist, um diese endlich auszuführen.
Dabei von Zweifeln begleitet zu werden, ist per se weder schlecht noch gut, der Zweifel zeigt uns nur, dass wir mit der Kraftquelle unseres kritischen Denkens verbunden sind.
Erlaubt euch eurer inneren Stimme zu vertrauen, handelt aus der Begeisterung heraus, dann ist auch im August das Beste vom Besten für euch zur richtigen Zeit zu haben und das fühlt sich dann aber sowas von einem entscheidungsfreudigen, risikobereiten und vor allem mit magischer Freude erfüllten GUUUUT an.

31. wochentipp_august Prognose 6

Eine Fabel von Gotthold Ephraim Lessing
~ Das Geschenk der Feen
~
Lehre:
Balance halten mit dem Verstand zwischen Achtung und Herabwürdigung

Zu der Wiege eines jungen Prinzen, der in der Folge einer der größten Regenten feines Landes ward, traten zwei wohltätige Feen.

„Ich schenke diesem meinem Lieblinge“, sagte die eine, „den scharfsichtigen Blick des Adlers, dem in seinem weiten Reiche auch die kleinste Mücke nicht entgeht.“

„Das Geschenk ist schön“, unterbrach sie die zweite Fee. „Der Prinz wird ein einsichtsvoller Monarch werden. Aber der Adler besitzt nicht allein Scharfsichtigkeit, die kleinsten Mücken zu bemerken; er besitzt auch eine edle Verachtung, ihnen nicht nachzujagen. Und diese nehme der Prinz von mir zum Geschenk!“

„Ich danke dir, Schwester, für diese weise Einschränkung“, versetzte die erste Fee. „Es ist wahr; viele würden weit größere Könige gewesen sein, wenn sie sich weniger mit ihrem durchdringenden Verstande bis zu den kleinsten Angelegenheiten hätten erniedrigen wollen.

31. wochentipp_august Prognose 7

Erwägendes vorweg

Die Menschheit wird in der Zukunft nichts Brauchbares ernten,
wenn sie fortfährt, gegenwärtig nur Unkraut zu säen.
© Willy Meurer (*1934), deutsch-kanadischer Kaufmann, Aphoristiker und Publizist, M.H.R. (Member of the Human Race), Toronto

 

Der Ausklang – umsichtig

Hat alles auf Erden
sein‘ Zeit und sein Ziel,
Sorge und Leiden
und fröhliches Spiel.

Zieh‘ deine Straße
im eigenen Licht!
Lebe lebendig!
Mehr braucht es nicht!

Das andre erfüllt sich,
so wie es muss!
Lebendiges kommt
zum lebendigen Schluss.
Unbekannt, Quelle: »Sonntagsfeier«, 1922, erschienen im Verlag des Vereins für soziale Ethik und Kunstpflege in Berlin

31. wochentipp_august Prognose 8

Ich wünsche euch, dass ihr mit der August-Schwingung
euch eurer eigenen kleinen Tricksereien lustvoll entlarvend bewusst werdet
und euch somit genussvoll wandelnd in eurem Leben ausleben könnt
herzlichst Eure Ute Weiss-Ding

Bilder: Hieronymus Bosch  (eigentlich Jheronimus van Aken) 1450-1516, war ein niederländischer Maler der Renaissance.
Sein Werk entzieht sich einer einfachen
Deutung: Während es einige plausible Interpretationen seiner Bilder gibt, sind viele Darstellungen rätselhaft geblieben.
August-Bild: Eugène Samuel Grasset 1845-1917, war ein schweizerisch-französischer Bildhauer, Maler und Illustrator der Belle Époque und Wegbereiter des Jugendstils.

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Selbstliebe und sei gut zu dir… http://berlinspirit.de/selbstliebe-und-sei-gut-zu-dir/ Sun, 24 Jul 2016 17:05:32 +0000 http://berlinspirit.de/?p=3570 30. Wochentipp
Einfach so – (durchaus nicht) so einfach
Selbstliebe
im Abspann Charlie Chaplin
„Als ich mich selbst zu lieben begann“

30. wochentipp_sei gut zu dir titelbild

Selbstliebe, mein Herz, ist nicht so abstoßend wie Vernachlässigung.
William Shakespeare (1564 – 1616), englischer Dichter, Dramatiker, Schauspieler und Theaterleiter

Ich kenne nur noch zwei Personen die an ihre Lieben leidenschaftlich gerne drollige Postkarten verschicken. Da wären meine Schwester Tina und meine Freundin Martina aus Franken, die mir gerade diese Woche diese obige köstliche Karte gesendet hat, auf der Rückseite stand dann zu lesen:  „habe diese Karte gesehen und gleich an dich gedacht – ist wie unsere Übungen machen (sie macht wie ich gerne ihre Übungen in der freien Natur) – die Sonne grüßen und…“
Wow, dachte ich so bei mir, als ich die Karte las – Punktum – ein interessantes Wochentipp-Thema mit dem – „Gut zu mir sein“.
Herzerwärmenden Postkarten-Grüße sind einfach nur soooo schöööön….

Zeitlebens habe ich mich mit dem „wer bin ich“  beschäftigt, denn das Wissen um das „wer ich bin“ ist die Voraussetzung dafür, mich erlaubend wertschätzend und auch mitfühlend selbst zu lieben und daher gut zu mir zu sein, weil ich weiß, was ich brauche.
Erst mein wahres achtsames „Ich“ im „Sein“ lässt mich somit bewusst fühlen und wissen, was ich brauche und was mir gut tut. 

Also wo beginnen? Wir Menschen sind ja alle so unterschiedlich vom Typus und Charakter her und schon ab hier wird es vielfältig, denn wie fühlt sich Selbstliebe überhaupt an, und  was bedeutet es inhaltlich dann für jeden Einzelnen von uns überhaupt „gut zu sich zu sein“?
Die Zentralfrage hierzu ist immer noch:
Wer bin ich?
Ich persönlich lerne heute immer noch neue Persönlichkeitsanteile von mir kennen, soviel dazu.

30. wochentipp_sei gut zu dir 1

Upps, wohl doch nicht so einfach dieses Thema, es ist wie es ist, so vielschichtig wie das ganze Menschsein. Aber wir wollen es uns ja nicht so kompliziert machen, vor allem ich, denn ich will „ja nur“ wissen: „Wer bin ich und was tut mir gut“?
Tja, wie es uns bereits fieselig, nebelig schwanen dürfte ohne Arbeit und Machen an und mit uns selbst werden wir dem nicht auf die Spur kommen und daher schauen wir uns erst einmal an aus welchen Puzzleteilen sich so unsere eigene Persönlichkeit zusammensetzen könnte, denn wer bin ich überhaupt? Persönlichkeitsarbeit heißt üben, üben und nochmals üben, es ist wahrlich als Geduldspiel zu betrachten.

Ok, fangen wir beim „Urschleim“ der Typenlehre (Persönlichkeitstypologie) an.
INFO:
Zu beachten wäre, dass die Persönlichkeit eines Menschen viel mehrschichtiger ist, als die Einteilungen aller Persönlichkeitsmodelle vorgibt, denn kunterbunt komplex, aus vielen Persönlichkeitsanteilen bestehend sind wir Menschen und daher können alle diese Persönlichkeitsmodelle nur eine grobe Zusammenfassung von einigen Anteilen beschreiben. Sie sind eben nur als ein begrenztes Abbild der allumfassenden Persönlichkeit eines Menschen zu betrachten. Sie sind und bleiben nur „EIN“ Hilfsmittel zur Selbstfindung. Sie unterliegen wesentlich unseren persönlichen Beeinflussungen wie die Prägung aus der Kindheit, der Erziehung, dem sozialem Umfeld, Schicksalsschlägen etc.

30. wochentipp_sei gut zu dir 2

Ich habe hier ein paar Persönlichkeitsmodelle für euch zusammengestellt.
Des Fleißes Preis heißt: Machen und Üben
Der Lohn: „Ich im Sein“.

  • Da hätten wir die vier Menschentypen aus der Psychologie:

Den Sanguiniker: fröhlich, leichtsinnig, oberflächlich
Den Melancholiker: Weltschmerz, pathetisch, tiefgründig
Den Choleriker: begeisterungsfähig, gründlich
Der Phlegmatiker: strengt sich nicht sehr an, bequem und faul

Sanguiniker und Choleriker sind energievoller,
Melancholiker und Phlegmatiker weniger energievoll.

  • Weiter geht es mit den neun Typen des Enneagramms (ennea ist das griechische Wort für „neun“ und gramma bedeutet „Modell“) mit ihren neun verschiedenen Persönlichkeitsmustern.
    Interessant hierzu zu studieren, ist das Buch von Richard Rohr / Andreas Ebert, Das Enneagramm. Die 9 Gesichter der Seele.
    Für mich war es, von meinem Schwager empfohlen, vor über zwanzig Jahren eine wertvolle Hilfe bei der bewussten Entwicklung meines persönlichen Wachstums. Das Buch hat mittlerweile die 47. Auflage erreicht, respektierlich wie ich meine…
    Die Methode als Konzept wurde 1916 von Georg Iwanowitsch Gurdjieff (kaukasischer Magier) seinen Schülern vorgestellt. Weiter entwickelt 1960 als Persönlichkeitstypologie von den Gurdjieff-Schülern Rodney Collin und Oscar Ichazo.

Typ 1: Perfektionist, Pionier, Kritiker
Typ 2: Helfer, Geber, Fürsorger
Typ 3: Macher, Leistungs- und Erfolgsmensch, Schauspieler
Typ 4: Individualist, Romantiker, Melancholiker, Künstler
Typ 5: Denker, Wissenschaftler, Beobachter, Sammler
Typ 6: Skeptiker, Loyalist (loyal die Treu hält), Verteidiger
Typ 7: Idealist, Optimist, Epikureer (jmd. der den Lebensgenuss für das wichtigste hält)
Typ 8: Kämpfer, Führer, Boss, Beschützer
Typ 9: Vermittler, Friedensstifter, Bewahrer

30. wochentipp_sei gut zu dir 3

  • Da hätte ich noch etwas, denn hier kommt anregend und für Einsteiger zum Thema Persönlichkeits-Psychologie durchdacht und gut verständlich beschrieben:
    Lars Lorber, er gründete 2002 die deutschsprachige Webseite http://www.typentest.de/index.htm
    zum Thema Persönlichkeitstypen.

    Sein Buch lädt dazu ein unsere Stärken und Schwächen bewusster kennen zu lernen.
    Die beschriebenen Typen-Eigenschaften und Typ-Beschreibung lassen uns annähernd (hoffentlich auch bewusster) erkennen, wie wir als Einzelner – so wir zurzeit ticken – unser Leben gestalten.
    Zu den psychologischen Typen des Schweizer Psychiaters C. G. Jung (1875-1961) wurden genug Studien durchgeführt und an denen hat sich Lars Lorber orientiert. Lars Lorber hat sie nur mit anderen Begrifflichkeiten bedacht, in 32 Typen eingeteilt und mit voran stehenden Abkürzungen von abgeleiteten wissenschaftlichen Fachbegriffen versehen.

Zum Beispiel:

  • Extrovertiert hohe Extraversion
  • Theoretisch hohe Offenheit
  • Kooperativ hohe Verträglichkeit
  • Spontan niedrige Gewissenhaftigkeit
  • Emotional resistent niedriger Neurotizismus
  • ITKG Psychologe steht z.B. für Introvertiert – Theoretisch – Kooperativ – Geplant
  • EPHS Macher steht für Extrovertiert – Praktisch – Hart – Spontan

– ETKS Komiker – ETKG Lehrer – ITKS Träumer – ITKG Psychologe – ETHS Erfinder – ETHG Kommandeur – ITHS Denker – ITHG Wissenschaftler – EPHS Macher
– EPKS Entertainer
– IPHS Handwerker – IPKS Genießer – EPHG Direktor – EPKG Gastgeber – IPHG Inspektor – IPKG Fürsorger

30. wochentipp_sei gut zu dir 4

C. G. Jungs acht Psychologischen Typen

  • extravertiertes Denken
    Personen mit hohem Rechtsbewusstsein, kompromisslos und konservative Tendenzen
  • extravertiertes Fühlen
    eher traditionelle Wertmaßstäbe, am anfälligsten für Hysterie
  • extravertiertes Empfinden
    Realist und Genießer, skrupellose Moral, neigt bei Neurosen dazu, Zwangsphobien zu entwickeln
  • extravertierte Intuition
    Ein Entdecker, der sich auch aufopfert und wenig Rücksicht auf die Umwelt nimmt, bringt Dinge, die er angefangen hat, oft jedoch nicht zu Ende
  • introvertiertes Denken
    entwickelt eigene subjektive Ideen, die Umwelt ist für ihn überflüssig, was ihn kalt erscheinen lässt, Gefahr der Isolation
  • introvertiertes Fühlen
    schwer zugänglich, versteckt sich hinter einer Maske, zeigt kaum äußere Emotionen
  • introvertiertes Empfinden
    ruhig und passiv mit starker Kreativität und Phantasie, leichtgläubiger Typ
  • introvertierte Intuition
    mystische Träumer, Phantasten und Künstler integrieren. Im Falle einer Neurose neigen sie zur Zwangsneurose mit hypochondrischem Erscheinungsbild.

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So – hier mache ich erst einmal Schluss mit der ganzen Persönlichkeits-Bemusterung.
Besser viel besser ist es, dass ihr euch eure Unterstützungen zur Selbstfindung sorgfältig selbst aussucht und ganz wichtig, euch auch dabei Zeit lasst und Erholungs-Pausen einlegt.

„Wer bin ich wirklich“ mit all meinen Befähigungen und Unzulänglichkeiten, diesem immer näher zu kommen heißt, es sich zu erlauben genauer zu euch selbst hinzuschauen, euch zuzuhören und dabei in euch hineinzuspüren.
Mein wahrhaftiges „Ich im Sein“ werde ich nur kennen und bewusst lieben lernen, wenn ich es mir erlaube meine kleinen inneren Teufelchen, meine liebevolle Seite, meine Ängste usw. anzuerkennen, denn wie ich agiere und reagiere in meinem Lebens-Dasein mit dem „wer ist der andere“, ist davon abhängig, wie ehrlich und bewusst ich mit mir selbst umgehe.
Spielt doch einfach einmal mit euren, sich euch zu erkennen gebenden, eigenen kleinen Pokémons. Das ist viel spannender und auf Dauer unterhaltsamer, als auf imaginäre zeitfressende Taschenmonster zu zielen…

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Selbstliebe und Mitgefühl ist ein wohliger Lohn, der mich auf der Suche nach meinem „wer bin ich“ erwartet.
Lest dazu unten Charlie Chaplins Gedicht, mehr muss ich dazu nicht schreiben, es wäre überflüssig, denn dort ward alles geschrieben und gesagt.

Da ich schon sehr früh bedingungslos wissen wollte „wer ich bin“ und mich vor allem spüren und fühlen wollte, habe ich mich seit Jahrzehnten mal freudig, mal lustlos auf den Weg der Selbstfindung und Selbstliebe begeben und ich versichere euch, es ist wahrlich eine spannende Reise hin zum achtsamen wahrhaftigen „Ich“.

Kurzformel:
Erlauben – sich spürend und fühlend kennen und lieben lernen – meine Bedürfnisse anzuerkennen –
es mir zu erlauben immer mehr hin zu meinem wahrhaftigen Ich zu gelangen – hinhören, fühlen, spüren um zu wissen, was ich brauche – gut für mich zu sorgen – denn nur ich kann wissen, was ich brauche, um gut zu mir zu sein. Körper, Geist und Seele sind dann im Einklang.

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Es ist wie es ist, eine  Wanderung mit vielen Verschnaufpausen mittendrin und eine Expedition die uns offensichtlich bis zum letzten Atemzug begleitet und bei der wir oft an den gleichen „Wegmarkern“ vorbei kommen.
Verantwortung im Beruf und für andere in jeder Hinsicht zu übernehmen, das gelang mir aus dem Effeff, aber Verantwortung für mich selbst zu übernehmen und dabei gut für mich zu sorgen, das konnte ich damals keineswegs.
Aber um gut für mich sorgen zu können, war es nun einmal wichtig zu wissen „wer ich bin“ und es mir auch zu erlauben so zu sein, wie ich gerade zurzeit auf diesem Weg  bin. Genau das ist und war der schwierigste Teil der Arbeit an mir.

Ja, es wird immer wieder Menschen auf diesem Weg geben, die einem gerne einflüstern wie verkehrt, falsch man ist, das dies oder jenes noch am Verhalten zu verändern nötig wäre, auf dass man uns ja wieder lieben könnte.
Vielleicht war das lange von mir bediente Grinsekatzen-Verhalten für meine Umwelt bekömmlicher – nur mich machte diese von mir im Außen praktizierte heuchlerische Haltung nur innerlich hilflos wütend.

Innere Überzeugungen, Standpunkte im Leben zu vertreten eine klare Haltung zu welchem Thema auch immer zu zeigen, dafür muss ich in der Lage sein achtsam mit mir selbst umzugehen, um das Echo in der Außenwelt aushalten zu können. Denn hier kann mir z. B. von Anfeindungen, Verständnislosigkeit bis hin zum Liebesentzug, alles entgegen gebracht werden.
Dies ist sicherlich keine erfreuliche Option, aber Grinsekatzen-Verhalten auch nicht, es macht auf Dauer krank.
Angst davor?

Ich machte und mache weiter, denn mein Verhalten wird sich mit der Zeit dem anpassen – an dem orientierend, was ich wirklich brauche, dem was mir somit gut tut und den Begleitern, die ich brauche für mein persönliches Wachstum.
Der Zauberschlüssel auf dem Weg hin zum „wer bin ich“, heißt, „es sich zu erlauben“ auch der zu sein, der ich bin, mit all meinen sich zeigenden, veränderlichen Facetten. Sich auszuprobieren und auch Fehler machen zu dürfen – zu lernen, dieses „sich erlauben“ ist „in der Tat“ unerlässlich und daher ist das eigene Verhalten innerhalb dieses Prozesses auch veränderlich.

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Meine Lieben, „was mir gut tut“, lerne ich auf dem Weg hin zu dem „wer ich bin“, denn je mehr ich mich kennenlerne, erkenne ich die Dinge, die ich gerne ausprobieren möchte.
Im Machen werde ich meine Begeisterung oder meine Ablehnung in dem, was ich mir erlaube auszuprobieren spüren.
Einatmen – Ausatmen und die Sonne grüßen, seid heute gut zu euch, mit wem oder was auch immer, denn das fühlt sich aber sowas von einem wohligen, weichen, warmen und vor allem glückseligen, zufriedenen GUUUUT in unserem „Ich-Dasein“ an.

30. wochentipp_sei gut zu dir 8

 

Der Auftakt

 

Das erste Lebenszeichen, welches in dem jungen Menschenkinde
die aufkeimende Seele von sich gibt, ist die Offenbarung der Selbstliebe.
Ob Menschenliebe daraus wird oder Selbstsucht, das entscheidet die Erziehung.
Peter Rosegger (1843 – 1918), österreichischer Volksschriftsteller und Erzähler, Autodidakt, Quelle: Rosegger, Die Schriften des Waldschulmeisters, 1875

 

denn

 

Die Selbstliebe ist die Quelle, der Ursprung und das Prinzip aller unserer Leidenschaften;
sie allein entsteht mit dem Menschen und verlässt ihn nie, solange er lebt.
Jean-Jacques Rousseau (1712 – 1778), Genfer Schriftsteller, Philosoph und Pädagoge; wichtiger Wegbereiter der Französischen Revolution

 

Kraftvolle Sammlung

 

Selbstliebe und Selbsthass sind die tiefsten von den irdischen produktiven Kräften.
Hugo von Hofmannsthal (1874 – 1929), österr. Lyriker, Dramatiker, Erzähler; gilt als einer der wichtigsten Repräsentanten des deutschsprachigen Fin de Siècle und der Wiener Moderne.

 

bekanntlich

 

Die Selbstliebe macht uns ganz und gar zu dem, was wir sind.
Claude-Adrien Helvetius (1715 – 1771), französischer Philosoph, war mit Voltaire befreundet, Quelle: »De l’homme, de ses facultés intellectuelles et de son éducation«, 1772

 

Menschsein

 

Selbstliebe ist das stärkste, heiligste Band,
welches uns mit der Menschheit verbindet und zusammenhält.
Heinrich Martin (1818 – 1872), deutscher Schriftsteller, Pseudonym für Heinrich Martin Jaenicke, Quelle: Martin, H., Ein Buch der Weisheit und Wahrheit, H. Jaenicke’s Verlag, Dresden 1871

 

aber

 

Die Selbstliebe mancher Menschen macht sie geneigt,
anderen Freude zu bereiten.
Die Selbstliebe anderer Menschen wieder beschränkt sich völlig darauf,
sich selbst Freude zu bereiten.
Dies macht den großen Unterschied zwischen Tugend und Laster.
Jonathan Swift (1667 – 1745), anglo-irischer Erzähler, Moralkritiker und Theologe

 

Selbstliebe–Anleitung

 

Selbstliebe kann man nicht erzwingen und es reicht nicht, wenn man sie „nur“ will.
Selbstliebe kommt von selbst – wenn man sich selbst gut behandelt, achtet und anerkennt,
auf die eigene innere Stimme hört und sich seine eigenen Bedürfnisse liebevoll erfüllt.
© Ilka Plassmeier (*1971), Heilpraktikerin für Psychotherapie und Autorin

 

Der Selbstliebe Schlusswort
von einem meiner Lieblings-Philosophen

 

Was ist denn Liebe anders als verstehen und sich darüber freuen,
dass ein andrer in andrer und entgegengesetzter Weise
als wir lebt, wirkt und empfindet?
Damit die Liebe die Gegensätze durch Freude überbrücke,
darf sie dieselben nicht aufheben, nicht leugnen.
– Sogar die Selbstliebe enthält die unvermischbare Zweiheit (oder Vielheit)
in einer Person als Voraussetzung.
Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 – 1900), deutscher Philosoph, Essayist, Lyriker und Schriftsteller,Quelle: Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister, 1878-1880. Zweiter Band. Erste Abteilung. Vermischte Meinungen und Sprüche

 

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Quelle: Eichhörnchen-Titelbild https://shop.gwbi.de/artikel/-/a/detail/9231/q/einatmen

Quelle Bilder: Thomas Cooper Gotch 1854-1931, war ein britischer Maler des Spätimpressionismus, später des Symbolismus und Präraffaelismus. Daneben ist er ein wichtiger Vertreter der Newlyn School, einer Künstlerkolonie des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

Quelle Text: http://www.carl-gustav-jung.net/psychologische-typen.shtml

Ich wünsche euch, dass ihr eure Selbstliebe
genussvoll spürend in eurem Leben genießen könnt
herzlichst eure Ute Weiss-Ding

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Abschließend die Worte Charlie Chaplins an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959
„Als ich mich selbst zu lieben begann“, hier wurde alles auf den Punkt gebracht.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist –
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man VERTRAUEN“.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN“.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man „REIFE“.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man EHRLICHKEIT“.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich, das ist „SELBSTLIEBE“.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man „DEMUT“.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,
so lebe ich heute jeden Tag und nenne es „BEWUSSTHEIT“.

Als ich mich zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann.
Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute „HERZENSWEISHEIT“.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: „DAS IST DAS LEBEN“

 

 

 

 

 

 

 

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