Genuss mit berlinspirit http://berlinspirit.de Sun, 04 Dec 2016 15:08:41 +0000 de-DE hourly 1 http://berlinspirit.de/wp-content/uploads/2016/01/cropped-01_StempelBerlin-Spirit_600-hell-1-32x32.jpg Genuss mit berlinspirit http://berlinspirit.de 32 32 Die Tugend Nr. 2: Tapferkeit http://berlinspirit.de/die-tugend-nr-2-tapferkeit/ Sun, 04 Dec 2016 15:08:41 +0000 http://berlinspirit.de/?p=3908 49. Wochentipp – Thema
Einfach so – (zeitlos) so einfach
Drei Zutaten zum lebendigen Sein in Allem:
Als erstes braucht es den Mut zum Antritt,
als zweites die Besonnenheit zum Machen,
als letztes die Tapferkeit zum Durchhalten.

Leon Bakst 1866-1924

Leon Bakst 1866-1924

Faustformel für Populisten
Wie du die Herrschaft über das Volk erlangst?
Belohne die Gier und vermehre die Angst!

Andreas Tenzer

 Aber

 Die Freiheit ist ein System der Tapferkeit.
Charles Pierre Péguy (1873 – 1914), französischer Dramatiker

 Und

Geduld ist die schwierigste Form der Tapferkeit.
Unbekannt

Schwups die wupps und schon sind wir in der zweiten Adventswoche angelangt.
Mit Riesenschritten eilen wir „tapfer“ durch den vorweihnachtlichen Stress hin zum ach so schillernden, von uns so sehnlichst erwünschten, uns hoffnungsvoll erlösenden Weihnachtsfeste…
Wie versprochen geht es leichtfüßig weiter mit der zweiten der vier weltlichen Kardinaltugenden – der Tapferkeit.

Dazu eine kurze Auffrischung:

Immerhin wurde durch Platons überlieferte moralische Darstellungen die gesamte europäische Kultur maßgebend beeinflusst.

Weiterentwickelt von Aristoteles und die griechische Stoa (Philosophenschule), übernommen von den Römern Cicero und Seneca in deren Stoa, haben die Tugenden schließlich durch Thomas von Aquin (1225-1274) auch Eingang in die christliche Philosophie gefunden.

Temperantia – die Mäßigkeit / die Besonnenheit
http://berlinspirit.de/der-maessigkeit-ihre-besonnenheit-eine-der-kardinaltugenden/

Fortitudo – die Tapferkeit

Prudentia / Sapientia – die Weisheit / die Klugheit
Justitia – die Gerechtigkeit

Beifolgend kommen hier später noch die drei theologischen Tugenden hinzu;
um die Zahl sieben zu komplementieren:

fides –  der Glaube
caritas – die Liebe
spes – die Hoffnung.

Leon Bakst 1866-1924

Leon Bakst 1866-1924

Die Eigenschaft Mut, mutig zu sein, ist eine Fähigkeit die wohlig erlernbar ist.
Wenn mir dieses gelingt, kann ich mich mutig in vielen Belangen für mich und andere einsetzen.  
Chefs, aber auch Kollegen bis hin zu Freunden und Familie haben es gut drauf ihre weniger von Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein bestrahlten Mitmenschen fröhlich für ihre Belange einzuwickeln.
Eine klitzekleine Mehrarbeit elegant verpackt in „schmeichelnden anerkennenden Worten“ erreicht unser Ohr und schon sind wir voll dabei mit einem „Ja“  zu antworten, obwohl wir schon unter unseren Lasten zusammenzubrechen drohen oder ein ungutes Bauchgrummeln sich bemerkbar macht.
Ja, das erfordert Selbstbewusstsein um ein mutiges „Nein“ heraus zu schmettern, ein noch folgendes tapferes Durchhaltevermögen, um besonnen bei sich selbst zu bleiben und sich nicht aus- oder benutzen zu lassen.

Wie oft durfte ich in meiner arbeitsreichen Zeit erleben, wie Menschen feige daneben standen, wenn andere ungerecht angegriffen wurden. In solchen Situationen mit einem, was die Ungerechtigkeit anbelangt, klaren „Nein“ zu agieren, dieses erfordert ein ausgeprägtes Unrechtsbewusstsein und eine klare, auch schnelle Entschlossenheit, um gegen diese Art von Anfeindungen (auch gegen die eigene Person) dann tapfer vorzugehen.
Die Zivilcourage, ein sozialer Mut mit beherzter Tapferkeit gewürzt, welche stets für das „Gute“ und für menschliche Werte eintritt, ist zwar gut gelitten, doch wird diese Courage nur selten besonnen und achtsam praktiziert.
Um solch eine mutige, tapfere Vorgehensweise auch ausüben zu können, benötigt der menschelnde Mensch in seiner Kinder- und Jugendzeit Vorbilder damit der Mut als Fähigkeit sich überhaupt entwickeln kann. Die persönlichen Wertevorstellungen formulieren zu können und die Eignung Empathie zu empfinden, gehören unweigerlich mit dazu.

Denn wie will ich sonst in der Lage sein, die folgenden Konsequenzen, welche durch mein Einschreiten, sehr wohl auch zu meinem Nachteil gereichen könnten, aushalten zu können. Haltung zu zeigen, für seine Werte und seine eigenen Überzeugungen einzutreten, dieses erfordert Mut und die dazu gehörige charakterfeste Tapferkeit. Auch gehört dazu die Fähigkeit auf der einen Seite sich zu entscheiden und andererseits auch abzuwägen und das sich im Außen präsentierende auslotsen zu können. Es gibt ja kein nur Schwarz oder Weiß, aber andere Standpunkte und Meinungen…
Genau diese Mehrdeutigkeiten und Widersprüchlichkeiten gehören zum Leben wie unser Atmen.
„Qui vivra verra“ – „Wer lebt wird sehen“.  

Leon Bakst 1866-1924

Leon Bakst 1866-1924

Wohl besonnen ist derjenige, der bedachtsam jegliches Gedankengut aller Interessen und Interessengruppen mit denen der menschelnde Mensch so in Berührung kommt zu überprüfen. Denn hier droht die Gefahr, dass wir sonst von weniger ehrlichen Vereinigungen vereinnahmt werden könnten.
Auch ich habe erst im Laufe meiner Jahre gelernt auf meine Gefühle und mein Bauchgefühl gleichermaßen zu achten, diese überhaupt erst einmal bewusst wahrzunehmen.
Erst ab dem Zeitpunkt des bewussten Werdens, war ich in Lage auf meinen Bauch zu hören und dazu meinen Kopf zur Konflikt-Lösung im Gleichklang mit einzubeziehen.
Kämpfen für das, was mir wichtig war, Unrecht anzugehen und mich für meine Interessen und andere einzusetzen, dass konnte ich prächtig. Nur wenn es um meine unbewussten Bedürfnisse ging, da war ich konfliktscheu, wohl auch weil mir meine eigenen Begehren unbekannt waren.
Wie heißt es so schön „Learning by doing“.
Es ist das Trainieren des eigenen Selbstwertes, das Bewusstwerden von dem, was ich wahrhaftig brauche. Meine Bedürfnisse und meine Interessen in der Balance bewusst wahr zu nehmen, dieses zu spüren, was mich zufrieden und glücklich sein lässt. Genau dieses bewusste Wahrnehmen hat mein konfliktscheues Verhalten mir selbst gegenüber verändert, hin in die Richtung mutig und tapfer für mich selbst besonnener und gelassener im Handeln einzutreten.

Leon Bakst 1866-1924

Leon Bakst 1866-1924

Ängstlichkeit habe ich offensichtlich schon mit der Muttermilch aufgesogen und ich habe festgestellt, als ich mich meinen Ängsten immer bewusster stellte, sind und waren diese Ängste immer gute Ratgeber dazu mutiger zu werden. Wie schon erwähnt, der Mensch muss auch mit den Konsequenzen seines erwachten mutigen Handelns und dem für sich selbst einzustehen leben können. Hier kann einem schon recht ungemütlich, angefangen von Liebesentzug bis hin zur Ausgrenzung, alles Mögliche um die Ohren wehen. Ich glaube ohne Angst gibt es auch keine Tapferkeit.
Ängstlichkeit geht oft einher mit Schüchternheit. Ein wunderbarer Nebeneffekt ist, dass man seine Schüchternheit überwinden kann, wenn man lernt die angstbesetzten Dinge in seinem Leben anzugehen.
Tapferkeit ist gepaart mit der Kraft des Erduldens, auch einer gewissen Leidensfähigkeit, wenn es zum Beispiel um eine schwere Erkrankung geht.

Leon Bakst 1866-1924

Leon Bakst 1866-1924

Meine Lieben, der Eiertanz der umtriebigen Polarität ist immer lustig mit dabei.
Auf der einen Seite haben wir die Feigheit der Zaghaften, mit ihrer Mutlosigkeit und Furcht und auf der anderen Seite den Mut der Tapferen, mit ihrer Courage und Furchtlosigkeit.
Wo ein stabiles Selbstvertrauen und unsere bewusste Selbsterkenntnis uns wohlig lenken, hat Tapferkeit ihren Platz. Entmutigende Schwarzseherei und wertendes Denken hat hier keine Chance sich auf Dauer in die Psyche eines Menschen einzunisten.
Bewusst wachsam, behutsam und mit der nötigen Vorsicht mit uns selbst und der Umwelt umzugehen, sorgfältig nachzudenken und dabei achtsam zu handeln, das fühlt sich auf Dauer, aber so was von einem mutigen, tapferen und lebendigen GUUUUT in unser aller Leben an. Es gibt im Leben kein absolutes Falsch oder Richtig, sondern das, was im gegenwärtigen Augenblick für den Einzelnen richtig ist…

Leon Bakst 1866-1924

Leon Bakst 1866-1924

Erstes Bändchen 1801
von Joseph Kraus
Fabeln für unsre Zeiten und Sitten, Band 1
Der Kater und der Hase

Lehre: Immer schön hinschauen –
denn oft ist ausposaunte Tapferkeit nur eine leere Worthülse.

Ein Kater kam taumelnd atemlos bei einem Busche an, wo ein Hase in Ruhe saß.
„Warum so schnell? – Was gibt es?“ – rief der Hase.
– „Der Hund des Jägers hat mich verfolgt.“ –  „Feiger! Du fliehst vor einem Hund. Ich fürchte keinen, und gehe jedem beherzt und tapfer entgegen.“
  – „Ich möchte eine Probe deiner Tapferkeit sehen“, versetzt der Kater: „Komme mit mir auf das Feld – vielleicht begegnen wir dem Hunde.“ – Der Hase wollte keine Memme sein, und ging mit dem Kater.
Auf dem Wege hatte der Hase noch viel von Mut und Tapferkeit gesprochen, als sie auf einmal auf einen toten Schäferhund stießen. Der Hase sah ihn zuerst, und lief vor Schrecken in den Busch zurück.

„Halt! – es ist nur ein toter Hund, „ rief der Kater, und schalt den Hasen einen Großsprecher, der nur an dem Orte sich tapfer zeigt, wo kein Feind zu fürchten ist.

Charakter und Tragweite

Der Tapfere ist unerschrocken nach dem Maße des Menschen.
Er wird nun auch die menschlicher Weise furchterregenden Dinge fürchten;
aber so wie es Pflicht ist und wie es die Vernunft will,
wird er sie tragen um des Guten willen.
Aristoteles: Die Nikomachische Ethik. Übersetzt von Olog Gigon. Artemis & Winkler, Düsseldorf/Zürich 2001, III, 10; 1115b, S. 119.

 

Attribute des Lebenshelden

Gegen die Infamitäten des Lebens sind die besten Waffen:
Tapferkeit, Eigensinn und Geduld.
Die Tapferkeit stärkt,
der Eigensinn macht Spaß
und die Geduld gibt Ruhe.
Hermann Hess * 1877, † 1962e, deutschsprachiger Schriftsteller, Dichter und Maler, Infamie = Niedertracht, Gemeinheit

Ich wünsche euch, dass alles euch Gegebene in seiner Zeit
aus der strömenden positiven Magie des lebendigen Seins entspringt
und dass ihr eure innewohnende mutige Tapferkeit
dann genussvoll spürend in eurem Leben genießen könnt
herzlichst eure Ute Weiss-Ding

Leon Bakst 1866-1924

Leon Bakst 1866-1924

Bilder: Leon Bakst 1866-1924, russischer Maler, starb in Paris, Art Nouveau

https://www.wikipedia.de/

http://wiki.yoga-vidya.de/

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Monats-Prognose Dezember http://berlinspirit.de/monats-prognose-dezember/ Sun, 27 Nov 2016 13:33:59 +0000 http://berlinspirit.de/?p=3896 48. Wochentipp – Thema
Einfach so – (zeitlos) so einfach
Vorausschau Dezember 2016

Neue Umstände – veränderliche Bedingungen
mit der Suche nach dem verborgenen Wahren.
Wer schaut, der sieht:
Denn jeder Mensch ist Lehrer/in für jeden.

Eugène Samuel Grasset 1845-1917

Eugène Samuel Grasset 1845-1917

Leben… ist das langsame Ausatmen der Vergangenheit…
das tiefe Einatmen der Gegenwart,…
um genügend Luft für die Zukunft zu haben.

Unbekannt

Die Dezember-Schwingung 2016

Einhergehend mit dieser zauberhaften Dezember-Vibration erobert sich vorwärtsdrängend die Bewegung zur „Notwendigkeit der Erneuerung“ ihren Platz im Leben der Menschen und der Natur.
Der Dezember-Zeitraum wird geprägt sein von neuen Umständen und Situationen.
Die Kraft des Neuen spiegelt sich zwar noch recht verhalten in unser aller Umgebung und in der Welt, aber sie ist längst wirksam, wenn auch oft unerkannt.

Und schon ist ein Potential von neuen Schöpfungen bereits umtriebig hin zu uns unterwegs.
Ob es einem nun passt oder nicht, hier ist eine Zeitströmung angesagt, welche uns in unserem gegenwärtigen Leben dazu aufgefordert, uns zu erlauben, stille Pausen zum Nachdenken und Lernen zu nehmen und mit einem klaren Weckruf die Dinge so  zu sehen, wie sie wirklich sind, und nicht nur, wie sie erscheinen.

Geschäftig, unruhig und rastlos präsentiert sich diese Welt, immer schneller drehen sich die Geschehnisse.
Eine ach, so wichtige Aktivität jagt die andere, nur innen, in vielen Seelen ist es leer und leblos geworden. Denn noch beherrschen uns die, aus längst vergangener Zeitlichkeit entsprungenen, ergrauten Geister. Prall gefüllt mit unseren eigenen Dogmen und Glaubenssätzen treiben sie ihren bösen Schabernack in unserem Denken.
Wenn unsere  Welt in Disharmonie geraten ist, dann sind es unsere Gedanken gepaart mit schädlichem Handeln, die uns Probleme verursachen bzw. vorhandene Probleme, die wir aktuell schon  haben, vertiefen.
Es hilft kein Jammern oder Schuld zuweisen,  hier ist ein sortierender Wandel der vielen unterschiedlichen Sichtweisen angebracht, hin zum realistischen Machbaren.

Wer es sich erlaubt, lustvoll bewusst werdend, sich seiner  unangenehmen Gefühle und behindernden Denkweisen zu stellen, der wird diese Zeitströmung als sehr befreiend erleben.

Die Dezember-Schwingung ist wunderbar für alle, die offen sind für Begegnungen und des wechselseitigen Lernens und Lehrens, sowie für all diejenigen, die bereit sind, das, was ihnen im Außen entgegen gebracht wird, auch in sich selbst bewusst wahrnehmen zu können. Hierzu braucht es menschliche Offenheit, um die Erfahrungen anderer anzunehmen und Ehrlichkeit um sich im Gegenzug der anderen Seite mitzuteilen.

Lajos Gulacsy (1882 - 1932)

Lajos Gulacsy (1882 – 1932)

Worauf sollte im Dezember 2016 geachtet werden?

Keine Zeit – wozu habe ich keine Zeit, was ist so wichtig, dass ich mich von mir selbst und somit auch vom wahren menschlichen Miteinander abwende?

Aufrichtigkeit sich selbst gegenüber schafft eine innere Bereitschaft scheinbar widersprüchliche Gegensätze im Denken in die richtige Perspektive zu rücken. Das bewirkt auf längere Sicht hin eine innere zufriedene Ausgeglichenheit, welche sich folgend dann angenehm in unserer Umgebung widerspiegelt.

Gar schillernd, verwirrend kommt diese Dezember-Schwingung daher.
Hier ist es wichtig, alles das, was uns im Außen so dargeboten wird, mit all seinen äußerlichen Angelegenheiten und Unternehmungen als gegeben an- bzw. hinzunehmen.

Alles vorgegebene, was in dieser Zeitperiode mit Dingen, Menschen, Situationen passiert, alles was auf einen zukommt, fordert uns auf, dieses bedachtsam, absichtslos, annehmend anzuerkennen.
Wer sich diesen Energien widersetzt, wer in formalen Angelegenheiten inhaltslos, nur um des Recht haben „Wollens“ weiter verwickelt bleibt, in welchem Bezug auch immer (Freundschaften, Ehe, Familie, Arbeit etc.), zahlt seinerseits als Preis dafür mit einem unsinnigen Kräfteverschleiß. Hier kann sich das Schicksal energieraubend wenden und es könnten dann Opfer erforderlich werden in Form von Schicksalsprüfungen und Verzicht.
Das, was wir anstreben werden wir erreichen, wenn wir achtsam, rücksichtsvoll, mitfühlend bleiben und aktiv werden, da wo es einen Sinn ergibt. Für uns ist diese Schwingung erfolgreich, wenn wir das, was auf uns zukommt akzeptieren.
Wer bei sich bleibend mit diesen Energien mitfließt, wird das, was angestrebt wird – auch erreichen. Hier können sich sehr schnell unkonventionelle Lösungen oder Lösungsansätze zeigen. Hinhören, hinschauen – ruhig bleiben, denn in der achtsamen Ruhe liegt hier im wahrsten Sinne die Kraft.

Lajos Gulacsy (1882 - 1932)

Lajos Gulacsy (1882 – 1932)

Entwicklung:

Ein Zeit-Meilenstein des Umschwungs, vieles geht zu Ende und das Neue keimt schon daraus hervor. Ob dieses in der Zukunft eine gute Ernte einbringt, bleibt, was die politische Seite anbelangt mehr als bedenklich. Schicksalhafte Komplikationen und viel zerstörerisches Treiben bis hin zu gesellschaftlichen Umbrüchen und Hysterie wabern schon still und leise hinein in das Weltgetriebe.  

Gut und Böse sind unzertrennbar, denn es gäbe das eine nicht ohne das andere.  Die Polarität ist mal wieder voll mit im Bunde…

Dazu aus Goethes „Faust“ Quelle: Faust I, Vers 1338 ff. / Mephistopheles

denn wie sprach schon hier zu Faust
– MEPHISTOPHELES:
„Ich bin der Geist, der stets verneint!
Und das mit Recht; denn alles was entsteht;
Ist wert, dass es zugrunde geht;
Drum besser wär‘s wenn nichts entstünde.
So ist denn alles, was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz das Böse nennt,
Mein eigentliches Element.“
– FAUST:
„Das also war des Pudels Kern!“

Fragt sich nur wie viele Mephistos es auf unserer liebreizenden Erde gibt…

Lajos Gulacsy (1882 - 1932)

Lajos Gulacsy (1882 – 1932)

Freude! Auf der persönlichen Ebene kann es zu einer Begegnung mit dem eigenen Schatten und zu einer Auseinandersetzung der vielen unverwirklichten Möglichkeiten kommen.
Sinnfindung in allen Bereichen des Lebens ist im Dezember ein großes Thema.
Die eigenen Glaubensgrundsätze und Wertevorstellungen wollen hinterfragt werden.

Diese umtriebige Schwingung macht auch vor dem beruflichen Umfeld mit all seinen  alltäglichen Themen keinen Halt. Hier kann sie ganz schön unsere Sichtweisen aufwirbelnd durcheinander bringen. In solch einer Phase huschen einem schon Gedanken ins Gehirn, ob die beruflichen Aufgaben denen man sich Tag für Tag stellt, einen überhaupt noch erfüllen.
Stimmen hier noch die Arbeitsinhalte mit den Arbeitsmethoden überein? Was sagt das eigene Gewissen – ist man hier noch im Einklang mit sich und dem Außen?
Berufliche Sicherheit, Anerkennung, Verdienst, auch Erfolg, die Aufgabe an sich, all dies kann in dieser Phase in Frage gestellt werden.

Was die Finanzen anbelangt, ist ein jeder aufgefordert genauer hinzuschauen wohin er sein Monetäres fließen lassen möchte.
Wir werden kein Wunder zur Weihnachtszeit vollbringen, aber es geht verstärkter als in den letzten Jahren um die Frage von Spendenabgaben, also was tatsächlich mit den Spenden gemacht wird.
Sich mit Fragen wie das Aufsetzen einer Patientenverfügung bis hin zum „letzten Willen“ zu beschäftigen, dieses könnte für viele Menschen in dieser Zeitspanne ein wichtiges Thema sein.

In unseren persönlichen Beziehungen können in der Dezember-Zeitphase Verbundenheit und gegenseitiges Vertrauen besonders gut gedeihen. Hier wird, was das partnerschaftliche Verhalten anbelangt, wieder mehr Augenmerk auf moralische Werte gelegt. Eine Zeit in der wir die Kraft erfahren können, die in der Liebe liegt.

Lajos Gulacsy (1882 - 1932)

Lajos Gulacsy (1882 – 1932)

Machwerk:

Es ist nun einmal eine Zeitströmung in der wir in wachsendem Maße an gestupst werden, uns allgemein mit Fragen der Sinnfindung zu befassen.
Gut beraten ist ein jeder sich mit seiner eigenen Energie oder Kraft in Verbindung zu bringen, welche bis dato noch verdeckt in der Tiefe arbeitet.

Dazu können uns tägliche Meditation oder auch verschiedene Techniken der geistigen und körperlichen Entspannung dienlich sein. Sich mit Philosophie zu beschäftigen oder Gedichte zu lesen sind ebenso hilfreich wie auch ein Ausflug aufs Land oder ans Meer.

Wir haben eine außerordentlich hilfreiche Zeit-Periode, um Fehleinschätzungen in der eigenen Gedankenarbeit zu erkennen.

Lajos Gulacsy (1882 - 1932)

Lajos Gulacsy (1882 – 1932)

Meine Lieben, diese Monats-Energie fühlt sich zwar leicht verfilzt an, ist aber wie geschaffen dafür, um durch Selbstreflexion in die eigene Klarheit zu gelangen.
Dem Mittelpunkt der eigenen Lebensinteressen auf die Spur zu kommen, dem was sich zeigt aufrichtig und konzentriert zu begegnen, hier werden sich die wegweisenden Dinge dann von alleine zeigen.

 Vieles kann sich nun von selbst lösen, ohne dass wir uns besonders anstrengen müssen.
Lasst die Dezember-Schwingung für euch arbeiten, bleibt besonnen, indem ihr beobachtet, nachdenkt und euch mit dem, was sich zeigt zur rechten Zeit aus-ein-ander-setzt.
Sich der inneren Freude beim befreienden Machen hin zu öffnen, das fühlt sich dann aber so was von einem befriedigenden, vieles von selbst sich regelnden, anregenden und beglückenden GUUUUT in unser aller Leben an.  

Lajos Gulacsy (1882 - 1932)

Lajos Gulacsy (1882 – 1932)

Die Quintessenz der Dezember Schwingung

Ruhige Fruchtbarkeit. – Die geborenen Aristokraten des Geistes sind nicht zu eifrig;
ihre Schöpfungen erscheinen und fallen an einem ruhigen Herbstabend vom Baume,
ohne hastig begehrt, gefördert, durch Neues verdrängt zu werden.
Das unablässige Schaffen wollen ist gemein und zeigt Eifersucht, Neid, Ehrgeiz an.
Wenn man etwas ist, so braucht man eigentlich nichts zu machen – und tut doch sehr viel. Es gibt über dem »produktiven« Menschen noch eine höhere Gattung.
Friedrich Nietzsche (Menschliches, Allzumenschliches. Erster Band. Viertes Hauptstück.  Aus der Seele der Künstler und Schriftsteller)

Ich wünsche euch, dass alles Wohltuende
zur rechten Zeit in eurem Leben
aus der strömenden positiven Magie des Seins eintrifft,
um es genussvoll spürend in eurem Leben genießen zu können
herzlichst eure Ute Weiss-Ding

Dezember-Bild: Eugène Samuel Grasset 1845-1917, war ein schweizerisch-französischer Bildhauer, Maler und Illustrator der Belle Époque und Wegbereiter des Jugendstils.

Bilder: Lajos Gulacsy (1882 – 1932), ungarischer Maler, Kunstrichtung: Expressionismus

 

Lajos Gulacsy (1882 - 1932)

Lajos Gulacsy (1882 – 1932)

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Der Mäßigkeit ihre Besonnenheit – eine der Kardinaltugenden http://berlinspirit.de/der-maessigkeit-ihre-besonnenheit-eine-der-kardinaltugenden/ Sun, 20 Nov 2016 13:34:41 +0000 http://berlinspirit.de/?p=3880 47. Wochentipp – Thema
Einfach so – (zeitlos) so einfach
Ein Depot für den erlauchten Genuss:
Die besonnene Mäßigkeit

Alfons Maria Mucha 1860-1939

Alfons Maria Mucha 1860-1939

Tu keinem etwas an, wovon du nicht willst,
dass es dir geschehe – in diesem Grundsatz liegt alle Tugend,
liegen alle Pflichten des Menschen gegen die Gesellschaft.
Friedrich II. von Preußen oder Friedrich der Große 1712-1786, volkstümlich auch der Alte Fritz,
war ab 1740 König in und ab 1772 König von Preußen sowie Kurfürst von Brandenburg.
Er entstammte der Dynastie der Hohenzollern.

Ich möchte auf keinen Fall verschweigen, dass, um der tröstenden Fairness willen, es als positiven Gegenpol zu den 7 Todsünden – possierlich, dienlich – noch die 7 Tugenden auf der anderen Seite gibt. Bis Ende des Jahres werde ich davon die vier weltlichen Kardinaltugenden wohlig durchleuchtet haben – und die restlichen drei theologischen kommen dann halt 2017 zum Zuge.

Ab 2017 werde ich durch ein neues Projekt leider nicht mehr so viel Zeit zum Schreiben haben und daher werden kleinere Themen als Wochentipps folgen, fortgeführt werden aber die Monats-Prognosen. Soviel in eigener Sache und dazu passt ja auch die erste der 7 Tugenden ganz vorzüglich, die da heißt: Mäßigkeit – Besonnenheit.

Hier folgen nun die vier weltlichen Kardinaltugenden.
Immerhin wurde durch Platons überlieferte moralische Darstellungen die gesamte europäische Kultur maßgebend beeinflusst.

Weiterentwickelt von Aristoteles und die griechische Stoa (Philosophenschule), übernommen von den Römern Cicero und Seneca in deren Stoa, haben die Tugenden schließlich durch Thomas von Aquin (1225-1274) auch Eingang in die christliche Philosophie gefunden.

  • Temperantia – die Mäßigkeit / die Besonnenheit
  • Fortitudo – die Tapferkeit
  • Prudentia / Sapientia – die Weisheit / die Klugheit
  • Justitia – die Gerechtigkeit

Beifolgend kommen hier noch die drei theologischen Tugenden hinzu;
um die Zahl sieben zu komplementieren:

  • fides –  der Glaube
  • caritas – die Liebe
  • spes – die Hoffnung.

Für ein sinnvolles und erfülltes Leben waren die Tugenden recht hilfreich um uns eine „lebenswerte“ Richtung zu weisen.
So enthalten die 4 Kardinalstugenden grundlegende Gebote für das eigene Leben, welche alle unsere Lebensbereiche beinhalten.

Alfons Maria Mucha 1860-1939

Alfons Maria Mucha 1860-1939

Die Mäßigkeit Selbstbeherrschung ist eine wunderbare Fähigkeit, welche uns ein besonnenes Maßhalten praktizieren und uns in  all unseren Lebenskreisen gesund handeln lässt. Die Natur der Sache kann so der natürlichen Regel folgen. Gesund, wie ich meine.

Die Tapferkeit Mut ist eine erstrebenswerte Fähigkeit, diese zu entwickeln lässt uns Menschen unsere inneren Werte wie Ehrlichkeit etc. auch im Außen verteidigen, falls uns widrige Umstände zum Spielball des Geschehens auserkoren haben.
Mehr zu inneren Werten: http://berlinspirit.de/innere-werte/ 

Die Weisheit – Klug ist der, der zeitlebens sich um Bildung bemüht. Sei es die geistige oder die Herzensbildung. Bildung formt unsere Anschauungs- und Sichtweise auf die Welt,  zusammenfassend auch unser tolerantes Gebaren gegenüber allem Lebendigen.
Weisheit/Klugheit lässt uns so eine innere, bewusste Haltung mit unserem Benehmen gegenüber der Welt einnehmen.  

Die Gerechtigkeit – sich fair, loyal, rechtmäßig, charakterfest, gesetzmäßig gegenüber seinen Mitmenschen und seiner Umwelt zu verhalten, das ist die Basis jedweder zwischenmenschlicher Beziehung und Kommunikation.

Alfons Maria Mucha 1860-1939

Alfons Maria Mucha 1860-1939

Für erwähnenswert halte ich auch die daraus resultierenden folgenden bunten Untergruppierungen der Tugenden.
Originaltext von Prof. Dr. Bernd Schmidt übernommen, (Link s. unten)

Die bürgerlichen Tugenden

Hierzu zählen insbesondere:

Ordnungsliebe

Sparsamkeit

Fleiß

Pünktlichkeit

Die bürgerlichen Tugenden sind auf die praktische Bewältigung des Alltags gerichtet. Sie stellen das pragmatische Gegengewicht zu den sonstigen, oft an Idealen orientierten Tugenden dar.

Ritterliche Tugenden

Hierzu zählen insbesondere:

Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl

Fürsorgepflicht den Schwachen gegenüber

Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit

Verlässlichkeit

Standhaftigkeit

Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl sind wohl die wichtigsten Eigenschaften, die eine ritterliche Persönlichkeit auszeichnen. Nur das ruhige und maßvolle Gefühl des eigenen Wertes macht fähig zu den anderen Tugenden.

Weibliche Tugenden

Hierzu zählen insbesondere:

Häuslichkeit

Sparsamkeit

Eheliche Treue

Hinter diesen Tugenden erscheint ein ideales Frauenbild, das sich so oder in ähnlicher Weise in vielen anderen Kulturen findet.

Alfons Maria Mucha 1860-1939

Alfons Maria Mucha 1860-1939

Die Tugenden der Samurai

Bushidō, der Weg des Kriegers, bezeichnet den Verhaltenskodex und die Philosophie der Samurai, des japanischen Militäradels im späten japanischen Mittelalter. Hierzu gehören die folgenden sieben Tugenden:

Gi: In schwierigen Situationen die richtige und ehrenvolle Entscheidung zu treffen.

Yu: Mut

Jin: Wohlwollen gegenüber allen Menschen

Rei: Respekt

Makoto: Vollkommene Aufrichtigkeit

Meiyo: Ehre

Chugi: Treue

In [ 2 ] wird Bushidō wie folgt beschrieben:

Bushidō ist der Kodex jener moralischen Grundsätze, welche die Ritter beobachten sollen. Es ist ein Kodex, der wahrhafte Taten heiligspricht, ein Gesetz, das im Herzen geschrieben steht. Bushido gründet sich nicht auf die schöpferische Tätigkeit eines fähigen Gehirnes oder auf das Leben einer berühmten Person. Es ist vielmehr das Produkt organischen Wachsens in Jahrhunderten militärischer Entwicklung.

Die fünf Tugendregeln im Buddhismus

Sila bezeichnet in Sanskrit die Tugend. Die Fünf Silas sind die Tugendregeln des Buddhismus:

* Kein Lebewesen töten oder verletzen.

* Nichts nehmen, was nicht freiwillig gegeben wird.

* Sich keinen anstößigen sexuellen Freuden hingeben.

* Nicht lügen und nur wohlwollend sprechen.

* Keine berauschenden Substanzen konsumieren, die den Geist verwirren und das Bewusstsein trüben.

Alfons Maria Mucha 1860-1939

Alfons Maria Mucha 1860-1939

Meine Lieben, es ist die besonnene Mäßigkeit als eine der 4 Kardinalstugenden, welche in diesem Wochentipp das Wort ergreift. Da ich nicht glaube, dass ihr hier seitenlange Abhandlungen zu diesem Thema lesen möchtet – so täuscht dennoch meine klitzekleine Betrachtung nicht darüber hinweg, dass es sich bei diesem Thema über grundsätzliche Einsichten handelt, die das Leben eines Menschen maßgeblich beeinflussen. Wir täten sicherlich im Einzelnen gut daran uns zu dem Thema Lebensführung mit unseren Werten, Motiven, Interessen und Bedürfnissen auseinanderzusetzen.
Vereinfacht dargestellt ist die besonnene Mäßigkeit ein Tanz zwischen den vielgestaltigen Polaritäten im Leben eines jeden einzelnen Menschen.

Dazu ist der menschelnde Mensch aufgefordert, seinen Motiven und seinen vielseitigen Verhaltensweisen Beachtung zu schenken. Denn diese sind maßgebend unter Beachtung der jeweils vorherrschenden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen mit dafür verantwortlich, wie sich unser aller Leben gestaltet.
Egal welche Verhaltensweise wir für all die Lebensprozesse mit ihren unterschiedlichsten Situationen in unserem Leben anwenden, wir sind aufgefordert immer wieder und wieder dazu einen maßvollen, besonnenen Solotanz zwischen den polarisierenden Gegensätzen zu wagen und auszubalancieren.

Das WIE der Herangehensweise bleibt uns überlassen:

  • Erwägen, überlegen; sich entscheiden, um dann einen Beschluss zu treffen
  • Die Gedanken auf etwas richten, betrachten, nachdenkend zu durchdenken, herauszufinden, zu durchschauen
  • Reaktives Verhalten, wir reagieren instinktiv, wenn uns ein Reiz von außen trifft, jemand fällt wir reichen die Hand
  • Jeder Mensch besitzt ein erlerntes Verhalten durch Erziehung und auch Gewöhnung, welches oft unbewusst abläuft. Dieses zu verändern oder neu anzupassen, setzt ein bewusstes „Sich mit sich selbst auseinanderzusetzen“ voraus, um sich kennenzulernen
Alfons Maria Mucha 1860-1939

Alfons Maria Mucha 1860-1939

Dumm ist nur, dass sich oft die einzelnen Motive gegenseitig im Wege stehen. Auf der einen Seite Interessen und auf der anderen unsere Bedürfnisse, das kann  schnell zu einem Interessenkonflikt in unserem Leben führen. Meist setzt sich der energischste  Beweggrund durch und lässt uns dann handeln und bestimmt somit die Maßnahmen, auch hier gilt besonnenes Maßhalten.

Es verlangt nach einer Fähigkeit, wie die der Selbstbeherrschung, um Sachverhalte zu bedenken und deren Inhalte zu berücksichtigen. Bei vielen Gegebenheiten ist es einfach unsinnig etwas zu verlangen, was wir realistisch betrachtet nicht leisten können, weil wir dem nicht gewachsen sind.

Die 4 Tugenden sind als Wegweiser zu verstehen hin zu unserem ganz persönlich bestimmten Lebensziel.
Hier stellt sich die Frage, was ein erfülltes, zufriedenes, sinnvolles Leben in der Gegenwart ausmacht.
Schon die Antike hat sich hinreichend mit dieser Thematik befasst und es formte sich dazu der Begriff Eudaimonie, für die es keine genaue Übersetzung gibt.

Eudaimonie, Eudämonie oder Eudaimonia ist ein in der praktischen Philosophie häufig gebrauchter Begriff. Eine Betrachtung, die ursprünglich in philosophischen Texten eine gelungene Lebensführung bezeichnet und zwar nach den Anforderungen und Grundsätzen einer philosophischen Ethik. Dies beschreibt den damit verbundenen ausgeglichenen Gemütszustand. Mittelbar wird der Begriff mit Glückseligkeit und seelischem Wohlbefinden verbunden.

Zum Beispiel war nach dem Eudaimoniekonzept des Aristoteles (Schüler Platons), dieser der Überzeugung, dass jede Aktivität ein Ziel habe, welches aus der Sicht des Handelnden etwas Gutes sein müsse.

Wägen wir ab, halten wir Maß ohne in die Mittelmäßigkeit zu rutschen. Lassen wir uns ein auf den Balanceakt zwischen den Polaritäten, halten wir durch Selbstbeherrschung, Besonnenheit und Mäßigkeit das harmonische Gleichgewicht in unserem Leben, denn das fühlt sich dann aber so was von einem erfüllten, zufriedenen, glücklichen und sicheren GUUUUT in unserem Leben an.

Alfons Maria Mucha 1860-1939

Alfons Maria Mucha 1860-1939

Lächelt und sagt

Der Egoismus ruft: Ich.
Der Egozentrismus poltert: Ich.
Die Arroganz zischt: Ich.
Die Völlerei murmelt: Ich.
Der Geiz erklärt: Ich.
Der Neid erwidert: Ich.

Der Zorn schreit: Du.
Die Faulheit gähnt: Du.
Der Vorwurf klagt: Du.
Die Verlustangst schluchzt: Du.
Die Eifersucht wispert: Du.

Nur eine lächelt und sagt: Du und ich. Wir.
Und zwar die Liebe.
© Jana Appel (*1991), Studentin und Hobby-Autorin

Ich wünsche euch,
Besonnenheit, Mäßigkeit, Belastbarkeit und Beharrlichkeit
für eure genussvolle, wahrlich gelungene, selbstbeherrschte Lebensführung.
Genießt das Leben – ihr habt nur das eine Leben im Hier und Jetzt
herzlichst eure Ute Weiss-Ding

Alfons Maria Mucha 1860-1939

Alfons Maria Mucha 1860-1939

Quelle:
http://www.schmidt-bernd.eu/index.html

Prof. Dr. Bernd Schmidt – schreibt wunderbar strukturiert, logisch, klar und alles verständlich auf den Punkt gebracht – ein Mensch der mir einen wahren, vor allem nachdenklichen Lese- und Bildungsgenuss beschert.
So langsam dämmert es mir: je mehr ich lerne – desto weniger weiß ich…

[ 2 ] Keller, Guido; Bushido. Die Seele Japans; Angkor Verlag;

https://de.wikipedia.org/wiki/Eudaimonie

Bilder: Alfons Maria Mucha 1860-1939 war ein tschechischer Plakatkünstler, Grafiker, Illustrator, Maler, Amateurfotograf und Kunstgewerbler, der als einer der herausragenden Repräsentanten des Jugendstils gilt.

Nachdenkliches zum Ende mit Muchas Plakat zur Firma Nestlé – Heinrich Nestlé der erfindungsreiche Namens- und Firmengründer erfand das „farine lactée“  – eine Säuglingsnahrung, die Frühgeborenen das Leben rettete. Dessen Nachfolger wiederum konnte rigoros Wasserrecht in Gebieten die regelmäßig unter Dürren leiden kaufen.
Was für eine Wandlung vom Paulus zum Saulus.

Den Artikel dazu könnt ihr nachlesen bei:

http://www.earthlink.de/

Bei dieser Firmen-Philosophie wird eindeutig die Tugend der Mäßigkeit verfehlt und fehlgeleitet in Richtung Gier und Profitsucht.
Ein gar teuflich Spiel – das der Polaritäten und der Balance…

Alfons Maria Mucha 1860-1939

Alfons Maria Mucha 1860-1939

 

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Die Trägheit und die Faulheit http://berlinspirit.de/die-traegheit-und-die-faulheit/ Sun, 13 Nov 2016 14:45:15 +0000 http://berlinspirit.de/?p=3861 46. Wochentipp – Thema
Einfach so – (zeitlos) so einfach

Der Gewissheit folgend, dass bei den meisten Menschen
ein bisschen Trägheit hier, ein bisschen Faulheit da,
aus dem ganzen bisschen
einen wohlgelungenen Biss Namens Gewissensbiss macht.

Akseli Gallen-Kallela

Akseli Gallen-Kallela

Faulheit ist Hang zur Ruhe ohne vorhergehende Arbeit;
sie ist mit Trägheit einerlei,
und erzeugt den Müßiggang, der die Quelle aller Laster ist.

Georg Victor Keller (1760 – 1827), deutscher Benediktiner, Priester und Hochschullehrer,
Quelle: Keller, G. V., Georg Viktor Kellers Nachlass.
Eine Reihe moralischer, wissenschaftlicher Aufsätze mit beigefügter Biographie (Erster Band), J. Barbisch (Hrsg.), Freiburg 1830

Nun folgt die letzte der sieben Todsünden und diese will uns daran erinnern, dass die eigene Trägheit bzw. Faulheit in unserem persönlichen Lebens-Zeitfenster von Zeitverlust getragen, uns mit Traurigkeit, gefolgt von Reue und Schmerz beglücken könnte.
Den irritierenden Fallstricken des Teufels voll der Trägheit und Faulheit, können wir laut Evagrios Pontikos durch eine kurze uns behagende Handlung entrinnen. Dazu sind alle schnell zu vollendenden Ausführungen, egal welcher Art, geeignet. Siehe zum Beispiel Stoßgebete oder mal schnell den Schreibtisch aufräumen.

Übersicht:
Dieser wenig erquickliche Wesenszug ist einer von den sieben Lastern der Menschheit.

Entstehung: Der ursprünglich vom Wüstenmönch Die  um 390 aufgestellte Lasterkatalog mit acht Hauptsünden wurde von Papst Gregor dem Großen († 604) auf sieben fixiert, den sogenannten „Todsünden“.
Definition: Die Todsünden sind wissentliche und freiwillige Übertretungen des göttlichen Gesetzes in einer schweren Weise. 
Angelehnt an die sieben schlechtesten Charaktereigenschaften, die immer wieder variiert wurden, wurden die einzelnen „Sünden“ definiert:

Akseli Gallen-Kallela

Akseli Gallen-Kallela

Des Menschen ärgster Feind, der ihn erschlaffen lässt, ist anfangs die Trägheit und darauf folgend die Faulheit mit  Namen. Dazu ist dem Menschen ein starker Freund und der Faulheit ein mächtiger Gegenspieler gegeben. Es ist die Energie, die in der sinnvollen Arbeit enthalten ist und dem menschelnden Erdenbewohner neue Kraft gibt. Dazu helfen Regeln und Rituale auf wunderbare Weise den Tag zu strukturieren.

Wieso wurde Faulheit überhaupt als eine der sieben Hauptlaster deklariert?

In den Mönchsklöstern gab es Zeit zur Genüge und sehr, sehr lang waren die Zeitspannen, die ein Mönch mit sich alleine „grübelnd sinnend“ in seiner Zelle verbrachte. Dieses gebar eine trübsinnige Trägheit. Aus dem „Zu viel Zeit zu haben“ entsprang als Mönchslaster die Trägheit.
„Mittagsdämon“ nannte man diesen, aus dem inneren geistigen Ödland hervor gekrochenen, sich wabernd breitmachenden Zustand.

Im  Altertum glaubten die Menschen, dass die Geister und Götter um zu erscheinen die Mittagsstunden bevorzugten. Im 4. Jhdt. n. Chr. setzte der Mönch Evagrios Pontikos die Sorglosigkeit, Nachlässigkeit, Faulheit durch Nichts machen wollen diesem Mittagsdämon gleich. Dem konnte keiner entkommen.
Ein Widersacher, ein wirksamer Feind, dieser Mittagsdämon, der den Menschen von innen heraus auszehrt. Kreiselnde, vor sich hin brütende Gedanken ohne Ziel und Verstand, Trübsinnige, bewegende Trägheit Stillstand ohne Hoffnung auf Fortentwicklung – Abhilfe konnte hier nur ein organisierter Tag mit Arbeit schaffen.

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Akseli Gallen-Kallela

Fleiß und Faulheit:
Es ist irgendwie ganz einfach und wiederum kompliziert zu verstehen, wie sich hier eine bis heute vorherrschende moralische Denkweise hat entwickeln können, welche die Faulheit immer noch verteufelt.

Eigentlich ist es ganz einfach, denn wer arbeitet, der sündigt nicht.
So ein arbeitsames Leben muss dem lieben Gott doch gefallen und den Machtausübenden erst recht.

Forciert von der Kirche und den Herrschenden, himmlisch vorantreibend, der Menschheit ins Ohr und Gewissen souffliert, dass du nur schön schaffen musst, um der sündigen Sünde, dieser dämonischen Faulheit, zu entweichen.

Schuld und Depression:
Wer hart arbeitet, der schafft „Besitz“  im Leben – so die gängige Meinung.

Ort der Verdammnis, die stinkende Faulheit, denn wer nichts schafft – bleibt arm, welch eine Qual.
Komisch, dann sind also nur die gottgefällig Arbeitssamen die Auserwählten, welche sich Besitztümer, in welcher Form auch immer, sich „redlich“ hart erarbeitet haben, ODER?
Autsch, eine eiskalte These, denn der schuftende menschelnde Durchschnittsmensch ist dann wohl selbst schuld daran, dass er keinen reichen „Besitz“ erarbeitet hat und in der heutigen Zeit von einem Job zum nächsten hoppelt.
Was ist mit denjenigen, welche mit weniger Geistes- und Schaffenskraft gesegnet sind?
Die werden dann demnächst von fleißigen, mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten, Robotern ersetzt. 
Heute alles gut – morgen bereits alles passé und schon kann einen da flugs eisig eine Depression ereilen.
Niedergeschlagenheit, Kummer, Hoffnungslosigkeit lassen einen Menschen in die Trägheit der Mutlosigkeit abgleiten.

Traurig ist die Melancholie des Widerwillens, welcher aus dem Überdruss, der Abneigung, dem Ekel heraus auftaucht, wo doch die hochgepriesene sorgende Mühe und die formvollendenden Anstrengungen angesagt wären.

Akseli Gallen-Kallela

Akseli Gallen-Kallela

Zeitgeist:
Gewohnheitsmäßige Denkfaulheit hinterlässt überall seine Spuren. Sich selbst zu unterfordern, sich lieber bewegte Bilder anschauen statt selber zu lesen – dieses selbstgefällige Geschehen-Lassen, indem man andere denken lässt, statt selber zu denken, vor allem nachzudenken, das sind die Stilblüten der trägen Faulheit in der Neuzeit. Da ist Arbeit an und mit sich selbst offensichtlich zu anstrengend.
Gleichgültigkeit ist hier entstanden aus einer Haltung der bequemen fiktiven Ich-Neutralität heraus, sich feige verhalten, aber besorgt zeigen, pomadig träge. Interessenlos dümpelt hier die versagende Verantwortung für das Allgemeinwohl vor sich hin, wohlig verpackt im Namen des „Sich bloß nicht Einmischens“.  

Gefühlte oder gespielte menschliche Überlastung?
Oder einfach nur Verantwortungslosigkeit?

Krankheit:
Das ist doch alles krank, diese krankmachende Polarität ist immer schön im Schwarz-Weiß-Denken mit im Bunde. Grauabstufungen – gibt es nicht mit solch einer Sichtweise.
Eine ausgewogene Balance zwischen Arbeit (wenn vorhanden) und Freizeit zu finden, ist in der heutigen Zeit die Aufgabe der Menschheit.

Muße, diese gesunde Beschaulichkeit in einem Menschenleben, hat nichts mit dem Mittagsdämon gemein.
Die „Trägheit des Herzens“, die Faulheit im allgemeinem, hat ja auch eine Schutzfunktion. So kann sie uns vor der Überarbeitung durch einen krankmachenden Kräfteverschleiß schützen.

Akseli Gallen-Kallela

Akseli Gallen-Kallela

Nachdenkens-Wert:

Alfred Adler (1870-1937) hat in einer seiner Schriften der „Menschenkenntnis Psychologie (1927)“ folgende These aufstellt:
Originaltext übernommen:
Das z. b. die Faulheit einem Kind nicht angeboren ist, sondern es ist faul, weil ihm diese Eigenschaft als ein geeignetes Mittel erscheint, sich das Leben zu erleichtern und dabei doch seine Geltung zu behaupten.
Denn die Machtstellung eines Menschen ist auch dann — in einem gewissen Sinn — vorhanden, wenn er sich auf der Linie der Faulheit bewegt.
Er kann sich stets auf sie als einen angeborenen Fehler berufen und sein innerer Wert erscheint dann unangetastet. Das Endergebnis einer solchen Selbstbetrachtung ist immer ungefähr die: »Wenn ich diesen Fehler nicht hätte, würden sich meine Fähigkeiten glänzend entfalten können; ich habe aber leider diesen Fehler. «
Ein anderer, der in einem unbändigen Streben nach Macht mit seiner Umgebung in einen ständigen Kampf verwickelt ist, wird Charakterzüge entwickeln, die für einen solchen Kampf notwendig erscheinen, etwa Ehrgeiz, Neid, Misstrauen u. dgl.
Solche Erscheinungen glauben wir mit einer Persönlichkeit verschmolzen, angeboren und unabänderlich, während es sich bei einer näheren Betrachtung ergibt, dass sie nur für die Bewegungslinie des Menschen als notwendig erscheinen und daher angenommen werden. Sie sind nicht der primäre Faktor, sondern der sekundäre, durch das geheime Ziel des
Menschen erzwungen, daher teleologisch (zweck-oder zielgerichtet) zu betrachten.

Akseli Gallen-Kallela

Akseli Gallen-Kallela

Mein mich liebender Ehegemahl liebt die Bewohner von Entenhausen und schon durfte ich mit ihm das dazu gehörige Museum für Comic und Sprachkunst besuchen. (Adresse s. u.)
Bemerkenswert befand ich dort die Figur des Gustav Gans – den Glückpilz, der wohlig, vergnüglich seinen bösartigen Wesenszug gegenüber Donald in Form von Herabsetzung auslebt. Diese höchst menschelnde Wesensart hat mich nachdenklich werden lassen.
Dieses Wesensmerkmal wohnt gemütlich verpackt, wohl in jedem von uns, auch wenn es manchmal nur in „der Tat“ nach veralbern ausschaut.
Er ist halt ein nichts tuender Faulpelz und Lebenskünstler par exzellente.
Sein Motto lautet: „Das Glück liegt auf der Straße, man braucht es nur aufzuheben!“
Seine Devise lautet: „Der Pilz des Glückes wartet fein – es können Dinge sich begeben, die ihn der Arbeit ganz entheben!“
Also sein Lebensmotto finde ich schon toll.

Seine Lebensdevise kommt etwas verwirrend daher. Aber wahrscheinlich macht er einfach nur das, was er liebt und dann ist es ganz leicht im Leben, auch mit der Arbeit.

Die träge Faulheit hat so viele schillernde Gesichter und so zeigen sich diese wohlfeil
in den umtriebigen Wesenszügen der sechs „Töchter der Acedia“ nach Gregorius bei dem Kirchenlehrer Thomas von Aquin beschrieben:

Malitia – die Bosheit
Rancor  – der Groll, die Auflehnung
Pusillanimitas – die Kleinmütigkeit
Desperatio – die Verzweiflung
Torpor circa præcepta – die stumpfe Gleichgültigkeit gegenüber den Geboten bzw. Vorschriften
Vagatio mentis circa illicita – das Schweifen des Geistes in Richtung des
Unerlaubten

Akseli Gallen-Kallela

Akseli Gallen-Kallela

Meine Lieben, Faulheit als Begrifflichkeit war bei mir nie negativ besetzt.
Einer meiner Wahlsprüche: „Faulheit denkt und lenkt.“

Faulheit war der Ansporn sehr vieler bedeutender Erfindungen. Nicht zuletzt bei der Dampfmaschine, wo ein Junge, der die Ventile bedienen sollte, diese einfach mit einem Stock mit der Kolbenstange verband.
Ich liebe meine Faulheit und ich bin gleichzeitig ein durch und durch fleißiger Mensch.
Widersprüchlich meint ihr?
Nein, durchaus nicht. Ich liebe es nachzudenken, Verantwortung zu übernehmen und gleichzeitig weiß ich spürend, wann ich mir Pausen der Ruhe, der Muße zur Erfrischung meines Körpers und Geistes zu bewilligen habe.

Ich habe mir zeitlebens beharrlich Zeit zum Nachdenken erlaubt. Wohlig liebte und liebe ich es, überlegend meine nächsten Schritte für meine Handlungen, Arbeitsweisen und Entscheidungen festzulegen.
Motiviertes Handeln ist einfach nur erfreulich.

Ich hasse doppelte Handgriffe, unmotiviertes Handeln und die dadurch entstehende unnütze Zeitverschwendung.
Das sieht von außen her betrachtet nach faulem Abhängen aus.
Aber, mal ehrlich, was bringt einem eine überforderte Überaktivität?
Das bringt garnichts, denn hier wird sehr schnell der Mittagsdämon mit Resignation und Freudlosigkeit zur Stelle sein und darauf folgend die träge Faulheit.
Selbstaufgabe – nein danke.

Sich nur über Leistung zu definieren bringt Verdruss und trübselige Beschwerlichkeit.
Ich leiste – also bin ich. Dieses sich über Leistung zu erklären und zu identifizieren.
Ich weiß wovon ich hier schreibe und nur die Auseinandersetzung mit sich selbst, dieses „Sich selbst kennenlernen“, kann einen davon abhalten verantwortungslos in die bodenlose, träge, sumpfige, vor allem selbstzerstörerische Faulheit abzurutschen. 

Erlaubt es euch, euch nachdenkend mit dem was euch umgibt auseinander zu setzen. Setzt eure Lebenszeit wohltuend für euch persönlich ein. Hier bekommt das Wort und die belebte Faulheit eine ganz andere Gewichtung.
Differenzieren ist hier der Zauberschlüssel.
Was nährt mich und was lässt mich wann, mit was erschlaffen?
Sich Fragen zu stellen und somit Ver-Antwort-ung zu übernehmen, das fühlt sich in unserem Leben dann aber auf Dauer, so was von einem beschwingten, lebendigen, leichten und lustvollen GUUUUT an.

Akseli Gallen-Kallela

Akseli Gallen-Kallela

Abschließendes:
Nachdenkenswerte Worte von meinem Liebling Friedrich Nietzsche

Jener Reisende, der viel Länder und Völker und mehrere Erdteile gesehen hatte und gefragt wurde, welche Eigenschaft der Menschen er überall wiedergefunden habe, sagte:
Sie haben einen Hang zur Faulheit.
Manchen wird es dünken, er hätte richtiger und gültiger gesagt:
Sie sind alle furchtsam. Sie verstecken sich unter Sitten und Meinungen.
Im Grunde weiß jeder Mensch recht wohl, dass er nur einmal, als ein Unikum, auf der Welt ist
und dass kein noch so seltsamer Zufall zum zweiten Mal ein so wunderlich buntes Mancherlei zum Einerlei, wie er es ist, zusammenschüttelln wird:

Er weiß es, aber verbirgt es wie ein böses Gewissen — weshalb?
Bei den allermeisten ist es Bequemlichkeit, Trägheit, kurz jener Hang zur Faulheit,
von dem der Reisende sprach.
Er hat Recht:

Die Menschen sind noch fauler als furchtsam und fürchten gerade am meisten die Beschwerden, welche ihnen eine unbedingte Ehrlichkeit und Nacktheit aufbürden würde.

Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 – 1900), deutscher Philosoph, Essayist, Lyriker und Schriftsteller, Quelle: Nietzsche, Unzeitgemäße Betrachtungen, 1873-1876. Schopenhauer als Erzieher, 1874

Ich wünsche euch, dass ihr es euch erlaubt
eure träge Faulheit, welche euch strömend erschlaffen lässt,
diese genussvoll zu spüren und zu akzeptieren
um dann bewusst wandelnd die Muße in eurem Leben genießen zu können
herzlichst eure Ute Weiss-Ding

 

Akseli Gallen-Kallela

Akseli Gallen-Kallela

Bilder: Akseli Gallen-Kallela 1865 -1931, war ein finnischer Maler, Architekt und Designer. Er ist besonders für seine Illustrationen zum finnischen Nationalepos Kalevala bekannt und ist der wohl bedeutendste Vertreter der finnischen Nationalromantik in der Bildenden Kunst.

Quellen:
und wer noch mehr über Alfred Adler erfahren möchte:

http://www.textlog.de/adler-psychologie-menschenkenntnis-allgemeiner-teil.html

Museum Entenhausen: Erika-Fuchs-Haus, Museum für Comic und Sprachkunst, Bahnhofstraße 12, 95126 Schwarzenbach a. d. Saale, Tel: +49 (0)9284/9498120

http://www.erika-fuchs.de/

https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite

Eine österreichische, in Wien erscheinende Tageszeitung – nach dem Vorbild der New York Times.

http://derstandard.at

 

 

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Eifrig suchender Neid http://berlinspirit.de/eifrig-suchender-neid/ Sun, 06 Nov 2016 18:00:53 +0000 http://berlinspirit.de/?p=3848 Wochentipp – Thema
Einfach so – (zeitlos) so einfach
Neid zerreißt die Herzen.

Arnold Böcklin

Arnold Böcklin

Die Neider sterben, nimmer stirbt der Neid.
Molière (1622 – 1673), französischer Komödiendichter und Schauspieler, Quelle: »Préface au Tartuffe«, (1664) 1667

 

Die wohl toxischste der sieben Todsünden ist der in uns Menschen leise schlummernde, gelbliche Neid, welcher meist mit der Eifersucht und der Missgunst im Verbund daher kommt.

Übersicht:
Dieser wenig erquickliche Wesenszug ist einer von den sieben Lastern der Menschheit.

Entstehung: Der ursprünglich vom Wüstenmönch Evagrios Pontikos um 390 aufgestellte Lasterkatalog mit acht Hauptsünden wurde von Papst Gregor dem Großen († 604) auf sieben fixiert, den sogenannten „Todsünden“. (Genaueres dazu siehe unten)
Definition:
Die Todsünden sind wissentliche und freiwillige Übertretungen des göttlichen Gesetzes in einer schweren Weise. 

Angelehnt an die sieben schlechtesten Charaktereigenschaften, die immer wieder variiert wurden, wurden die einzelnen „Sünden“ definiert:

Arnold Böcklin

Arnold Böcklin

Aus dem Motiv des Neides heraus sind verbrecherische Delikte keine Seltenheit, beginnend mit dem Geschwister-Neid, welchen wir schon in der Bibel nachlesen können – mit Kain, der seinen Bruder Abel erschlug.
Es gibt so viele, so unendlich viele Ausdrucks-Spielarten von Neid, angefangen bei übler Nachrede, Mobbing, Brandstiftung, Vandalismus bis hin zu versuchter Vergiftung seiner Konkurrenten(innen) und der brutalen Straftat der Tötung.
Neidgefühle sind schnell entfacht, Reichtum, Schönheit, Erfolg, der schönere Garten, die luxuriösere Wohnung, das schönere, größere Auto der Nachbarn usw. oder die Kollegin oder der Kollege verdient bei gleicher Arbeit und gleicher Betriebszugehörigkeit mehr Geld.

Zusätzlich wird vom Kapital des Konsums dieser unbändige, gierende Wunsch des „Das muss/will ich auch haben“ gesteuert und immer wieder neu erweckt.

Der Neid schwabbelt untergründig in unserer Gesellschaft hin und her.
Würde Neid direkt und offen praktiziert werden, würde er unsere Gesellschaftsform zerstören. Man schaue sich hierzu nur die bürgerliche Politikverdrossenheit an. Neid könnte hier doch glatt eine Revolte lostreten.

Oder wird die menschliche Neid-Disposition gar von Behörden und Institutionen wohlig über ordnende Systeme wie die Steuer dazu  benutzt um uns ruhig zu halten?
Siehe hierzu auch das alte politische Prinzip „divide et impera = teile und herrsche“, welches bedeutet, man solle ein Volk in Untergruppen aufspalten, damit sie leichter zu beherrschen seien.

Sind wir daher aufgefordert uns unseren Neidgefühlen bewusst zu stellen und diese zu kontrollieren, um die Gesellschaft so, wie sie bis dato strukturiert ist – nicht zu zerstören?

Arnold Böcklin

Arnold Böcklin

Dagmar Schulze Heuling beschrieb es sehr treffend in ihrem Buch „Lob der Ungleichheit“ auf der Seite 85, gestützt auf Helmut Schoeck‘s Buch „der Neid, Eine Theorie der Gesellschaft“

Originaltext, überarbeitet:
Es sind die kleinen Unterschiede die neidisch machen, das hat verschiedene Gründe. Sicherlich wären viele Menschen gerne Königin eines eigenen Landes, sehr intelligent, musikalisch, ausgesprochen begabt oder etwas ähnliches, das sie äußerst positiv besetzen. Doch sind dies Dinge, auf die sie keinen Einfluss haben.
Neid richtet sich aber typischerweise auf etwas, das nicht gänzlich unerreichbar scheint, also auf etwas, was nach subjektivem Eindruck vorstellbar und erreichbar ist.

So ist es nun einmal realistischer eine Lohnerhöhung im Beruf und eine „Gnadenvier“ in der Schule zu erhalten, sowie typische Vorkommnisse im Leben von Kollegen/innen und Mitschülern/innen, als eine vermögende adlige Herkunftsfamilie und überragende Intelligenz.
„Es ist nicht der Luxus an sich, über den man sich erbost, sondern die Unmöglichkeit in der modernen Gesellschaft, uns als Menschen vom Luxus fernzuhalten.“
Am meisten durch die Furcht vor dem Neid ihrer Mitmenschen gehemmt, sind Naturvölker und die Menschen in den Dörfern der Entwicklungsländer. Deren Wohlstand ist, aus westlicher Perspektive betrachtet, nicht groß. Folglich ist auch das Wohlstandsgefälle, verglichen mit dem, was der westlichen Beobachterin bekannt ist, recht gering. Dass Neid in vielen dieser Kulturen aber eine so zentrale Position einnimmt, zeigt, wie wenig der Neid von großen Unterschieden abhängt.

Arnold Böcklin

Arnold Böcklin

Ständiges Vergleichen ist in unserer Gesellschaft Gang und Gäbe. Hier wundert es mich nicht, dass dieses ewige Konfrontieren mit der Ungleichheit, auch Ungerechtigkeit üble Gemeinheiten freisetzen kann. Sich dem Wettbewerb des ständigen Vergleichens erst einmal  bewusst zu werden, kann den Einzelnen dann zu persönlichen Gegenmaßnahmen inspirierend anregen.
Rein gesellschaftlich gesehen, ist eine soziale Gleichheit erstrebenswert, eine Gesellschaft in der Chancen und vor allem Existenz-Aussichten gerechter verteilt wären.
Ich habe über Neid und Mangel schon in verschiedenen Wochentipps geschrieben, wer noch mehr darüber erfahren möchte kann dies gerne hier weiterführend lesen:

http://berlinspirit.de/neid-und-mangel/

http://berlinspirit.de/unbewusstes-glauben-fuelle-mangel-illusion/

Arnold Böcklin

Arnold Böcklin

Meine Lieben, es ist wie es ist – es wird immer eine Besserstellung Anderer in Form von Besitz, Status oder Privilegien geben, die man selber nicht besitzt.
Die Frage ist doch, was einen davon abhält sich seinen  negativen Gefühlen zu stellen, die einen durchfluten, welche angeheizt werden durch die eigene, persönliche, subjektive Wahrnehmung auf das sich Darstellende, wonach der Beneidete einfach besser dasteht und der Neider sich im Strudel seines Denkens benachteiligt schlechter fühlt.
Wer will sich schon mit seinen selbst produzierten negativen Gefühlen auseinandersetzen, ist ja auch mühsam, zeitaufwendig und unangenehm.
Ergo, projizieren wir doch einfach unsere nach Zerstörung lechzende Neid-Angriffslust auf den beneideten angeblichen Verursacher mit seinem Erfolg oder Vorteil.
Fatal kann ich nur sagen, denn giftig handelnd umgesetzt, ist Neid, Eifersucht, Hass oder Missgunst absolut kontraproduktiv. Dieses Verhalten kann die Gegenseite zwar verletzend treffen, aber alles Miese fliegt wie ein Bumerang zu uns zurück und wir fügen uns so selbst schmerzhafte Seelen-Verletzungen zu.
Besser viel besser ist es, sich seines Neides bewusst
zu sein und sich zu erlauben, dass er sich mitteilen darf. So konzentriere ich mich auf die fruchtbare Seite des Neides, denn da kann ich herausfinden, was mein Neid mir sagen möchte, nämlich woran es mir wirklich mangelt.
Hier kann ich dann ehrlich hinterfragen, ob ich das persönlich wahrhaftig möchte, woran mein Herz „angeblich“ hängt, mit wem ich mich wozu da so umtriebig vergleiche und ob ich das auch wirklich brauche.

Fragt euch womit ihr eure persönliche Zufriedenheit erreichen möchtet und könnt.
Selbstzufriedenheit durch ein gesundes Selbst-Bewusstsein zu erlangen, das fühlt sich dann aber so was von einem befreienden, beflügelnden und lebendigen, geborgenen GUUUUT in unserem Leben an.

Arnold Böcklin

Arnold Böcklin

  • Neid ist ein kompetenter Mangelberater ohne ungerechtes Vergleichen:
  • Wenn ich mit mir, samt all meiner Macken, bewusst im Reinen bin –
    denn hier bin ich einig mit mir.
  • Wenn ich anstelle des Neids, meiner Selbstachtung scharfen Auges Aufmerksamkeit schenke, wird die schreiende existenzielle Ungerechtigkeit und soziale Ungleichheit dieser Welt mein Herz durch keinerlei Gefühle der Missgunst aushöhlen können, denn Feindseligkeiten können zum Dauerschmerz der Seele verkommen.
  • Besser viel besser ist es, wenn ich stattdessen Verständnis, Dankbarkeit und Zufriedenheit zu meinen ständigen Begleitern berufe, diese schaffen Frieden in mir und mit meiner Umwelt.
  • Also erst nachdenken, Fakten schaffen, auf Gedanken und Gefühle achtgeben, dann achtsam Handeln. Üben, üben und immer wieder üben.
  • Der Neid in seiner zersetzenden, giftigen Form zerfrisst einen
    – wahre bewusste innere Zu-Frieden-Heit macht, einfach so – so einfach, geistesgegenwärtig glücklich.
    Ute Weiss-Ding
Arnold Böcklin

Arnold Böcklin

Die Entstehung der Sieben Todsünden

  • 390 n.Chr.: Lasterkatalog des Wüstenmönchs Evagrios Pontikos mit acht Hauptsünden,
    Ziel: Hilfe für Mönche in ihrem asketischen Leben Verlockungen zu widerstehen.
  • Papst Gregor der Große († 604): Anpassung des Lasterkatalogs an weltliche Bedürfnisse und Reduktion auf sieben sog. „Todsünden“:
    Überheblichkeit, Neid, Zorn, Geiz, Unkeuschheit, Unmäßigkeit, Trägheit

    • Die Todsünden sind wissentliche und freiwillige Übertretungen des göttlichen Gesetzes in schweren Sachen.
      Für die Schwere der Sünde sind drei Merkmale ausschlaggebend:
      Voraussetzung: Freiheit –
      Bewusstsein eine Grenze zu überschreiten –
      Wichtigkeit und Schwere einer Sache –
  • Der Katalog der sieben Todsünden: Einfaches und doch wohldurchdachtes System zur Beschreibung menschlicher Verhaltensweisen.
    Ziel: Erkennen schlechter Taten und Hinwendung zum Guten

Ich wünsche euch, dass ihr es euch erlaubt
euren Mangel im Leben zu erkennen, um diesen
dann genussvoll spürend in eurem Leben genießerisch erfüllen zu können
herzlichst eure Ute Weiss-Ding

Arnold Böcklin

Arnold Böcklin

Bilder:
Arnold Böcklin 1827-1901, war ein Schweizer Maler, Zeichner, Grafiker und Bildhauer des Symbolismus. Er gilt als einer der bedeutendsten bildenden Künstler des 19. Jahrhunderts in Europa.

Quellen:
Lob der Ungleichheit: Das Postulat der Gleichheit unter Legitimationsdruck von Michael von Prollius und Dagmar Schulze Heuling
Helmut Schoeck, Der Neid. Eine Theorie der Gesellschaft
Wikipedia und bpb.de/Die sieben Todsünden: Heute noch relevant?

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Monats-Prognose November http://berlinspirit.de/monats-prognose-november-2/ Sun, 30 Oct 2016 13:15:54 +0000 http://berlinspirit.de/?p=3830 44-wochentipp_november-prognose-2016-titelbild

44. Wochentipp – Thema
Einfach so – (zeitlos) so einfach
Vorausschau November 2016
Die dunkle Drachensaat eines beengten Denkens setzt Grenzen.
Bedauerlicherweise werden damit größere, kreative Lösungen verhindert

Café Merlin Esselbach

Café Merlin Esselbach

Weil die Zukunft schon morgen Gegenwart
und übermorgen Vergangenheit ist,
muss man noch weiter vorausschauen.
© Wolfgang (WoKo) Kownatka (*1938), deutscher freier Journalist und Aphoristiker

Da kommt sie schon die intensive, voll mit knisternder Gedanken Treibkraft angereicherte November-Schwingung 2016. Weiter geht es mit einem von Aufs und Abs getragenen Zeitgeschehen. Dazu gibt es als erstes eine anregende, vitale November Bauernregel:

Ob der Winter warm oder kalt – so geh Allerheiligen in den Wald.

An Allerheiligen (katholischer Feiertag), dem 1. November wird aller Heiligen, Märtyrer und Verstorbenen gedacht. Traditionsgemäß werden dazu die Gräber der verstorbenen Angehörigen geschmückt und gesegnet.

Café Merlin Esselbach

Café Merlin Esselbach

Auf der einen Seite steht in allen Bereichen eine lebhafte unternehmerische Lust im Vordergrund und auf der anderen Seite der nerv tötende Zweifel. Über kuriose Entscheidungen seitens der Politik und weiterer Entscheidungsträger dürfen wir uns in dieser Zeitperiode nicht wundern, denn Selbstüberschätzung gepaart mit Wichtigtuerei sind hier recht anmutig am Werke.
In dieser Zeitspanne besteht eine erhöhte Bereitschaft, ausgelöst durch einen hohen Energiepegel, bestehende Hindernisse oder Widerstände mit einem zu steifen Eifer oder mit beachtlichem Draufgängertum anzugehen. Mit einer Stärke, welche aus einem gesunden Selbstbewusstsein entspringt, hat diese Vorgehensweise nichts gemein. Eher schwächeln in dieser November Zeitspanne die Vorgehensweisen, denn es wird einfach zu begrenzt und dadurch einengend gedacht. Hier wird das Feuer der Leidenschaft mit seinen kreativen Lösungen im Vornherein erstickt und so kommen brillantere Ergebnisse erst gar nicht zu Stande. Lohnende Ziele fordern im November den ganzen Menschen mit seiner Echtheit als Person oder Sache heraus. Es wird eine völlige Übereinstimmung in der Sachlage mit dem gefordert, was den Menschen in seiner Gesamtheit ausmacht.
Ehrgeiz und Größenwahn können in dieser Zeitschwingung in ihren Handlungen glanzvoll üble Stilblüten treiben.
Das Element Wasser beherrscht den November.

44-wochentipp_november-prognose-2016-2

Worauf sollte im November 2016 geachtet werden?

Einerseits ist der November keine gute Zeit, um etwas total Neues zu beginnen, denn hier wären Rückschläge vorprogrammiert, andererseits fordert der November von uns eine schnelle Entscheidungskraft, wenn plötzliche Ereignisse entschlossenes Handeln erfordern.
Um für die Zukunft wünschenswerte Ergebnisse zu erhalten, gilt es die richtige Kombination von unseren inneren Einstellungen her zu erarbeiten, um sich so von altem überholten Gedankengut bewusst zu verabschieden.
Diese Einbildungskraft hat in der Vergangenheit schon negative Umstände  nach sich gezogen.
Es heißt sich bewusst von missverstandenen Gedanken und Handlungen aus der Vergangenheit zu befreien, um für die Zukunft frei zu sein.

Derjenige, der sein kreatives Potenzial entwickeln möchte, kann den November dafür nutzen, um sich mit mehreren künstlerischen Medien gleichzeitig zu beschäftigen. Theater, Kino, Musikveranstaltungen, Ausstellungen etc. zu besuchen, das bringt Freude und Entspannung in diese vorwitzige November-Schwingung mit ein.

Für Kunstliebhaber ist es eine gute Zeit Kunstwerke zu sammeln.
Der November ist eine Zeit voller Prüfungen und Herausforderungen.

44-wochentipp_november-prognose-2016-3

Entwicklung:

Der November ist eine Zeitspanne, welche einerseits aufregende, stimulierende Schwingungen mit sich bringt und uns daher impulsiv reagieren lässt. Andererseits sind wir aufgerufen uns geduldig und tolerant zu verhalten.
Es sind in dieser Periode die gegensätzlich erscheinenden Dynamiken, welche uns aufrufen in uns selbst eine innere Balance zu finden und gleichzeitig den Sinn dafür in unserem Leben abwägend zu bedenken.
Unter dem Einfluss dieser November-Schwingung können sich Gedanken zur Weiterbildung, sowie Träume, Visionen und Trugbilder, welchen Themas auch immer, unterschwellig in unserem Leben offenbaren.
Diese nervöse November-Energie ist gut dazu geeignet alles bisher Angefangene in etwas Greifbares und Nützliches umzuwandeln.  

44-wochentipp_november-prognose-2016-4

Machwerk:

Gebt auf gerichtliche Vorhaben acht, die in irgendeiner Weise mit Geld zu tun haben.
Das heißt, dass gegenseitige Abkommen sowie Verwicklungen in Partnerschaften, finanzielle Angelegenheiten geprüft und vor allem geregelt werden sollten. Also, bitte keine Aufschieberitis dulden, sondern untersuchen, abwägen, Fakten schaffen und dann handeln.
Es ist eine gute Zeitperiode um sich fortzubilden, sei es durch eine weiterbildende Maßnahme, wie einen Kurs zu belegen oder bestimmte bewusste Fähigkeiten selbstständig weiter zu vervollkommnen, eine wunderbare Zeitschwingung, um die eigene Power intensiv in persönliche, als wertvoll erachtete, vorhandene Vorhaben fließen zu lassen. Im November kann hier mehr geschafft werden, als in den Zeiten zuvor.
Zeigt euch, denn im November könnten eure persönlichen Bemühungen endlich auch öffentlichen Beifall erhalten.

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Meine Lieben, eine mal wieder ganz und gar prickelnde, betriebsame Monats-Energie wirbelt uns hier gar erfrischend umeinander. Der November lädt geradezu dazu ein, aktiv zu werden und vor allem sich sein persönliches „verworrenes“ Gedankengut dank der eigenen Einbildungskraft bewusst machend anzuschauen.
Nichts im Leben ist hinderlicher, als den eigenen miesepetrigen und destruktiven Gedanken unbewusst die Oberhand im Denken zu überlassen. Achtet auf die Wörter in eurer Sprache, denn schon diese entlarven die Drachensaat einer euch zerstörenden, destruktiven Denkweise.

Erlaubt euch, einfach so – so einfach, das Anzuerkennen, was ihr in eurem Leben so alles voll der jammervollen Gedanken ablehnt und verneint.
Dieses bewusste Anerkennen dessen, was einem den Kopf zumüllt, dieses auch gefühlsmäßig zu durchleben, macht euch den Weg frei, um dann erfrischt mit einer neuen Sichtweise auf die bestehende Gegebenheit, diese eure Lage bewusst freier von Zweifel, belebend erfüllt mit einem neuen positiven Denken umwandeln zu können.
Das fühlt sich dann auf Dauer, aber so was von einem befreienden und vor allem begeisternden, faszinierend beglückenden GUUUUT in unser aller Leben an.
Wohin das führt?
Frei zu sein vom Ballast unangenehmer Emotionen sowie zu Erleichterung – hin zu einem bewusst gelösteren Handeln und einem entspannten, unabhängigeren Leben.

Café Merlin Esselbach

Café Merlin Esselbach

Eine Fabel nach Aesop
Was dir heute nutzt, das kann dir morgen schaden, darum denke nach, bevor du handelst.

~ Zwei Frösche ~

In einem außerordentlich heißen Sommer war ein tiefer Sumpf ausgetrocknet und die Frösche, die bisherigen Bewohner desselben, mussten sich nach einem andern Wohnort umsehen.

Zwei derselben kamen auf ihrer Wanderschaft zu einem tiefen Brunnen, worin es noch Wasser gab.
„Ei! Sieh da!“ rief der eine. „Warum wollen wir weitergehen? Lass uns hier hinunterhüpfen!“

„Halt!“ antwortete der andere, „das Hinunterkommen ist zwar ganz leicht, aber wenn auch der Brunnen eintrocknet, wie willst du dann wieder herauskommen?“
Äsop/Aesop, griechischer Dichter, gilt als Urvater der Fabeldichtung, 600 v. Chr. – Text von Reinhard Atzbach, das kleine Fabelbuch

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Ich wünsche euch, eine November-Schwingung
voll mit beglückenden, bewusst positiven einsichtigen Gedanken
um die manifestierten Ergebnisse dann genussvoll

in eurem Leben genießen zu können
herzlichst eure Ute Weiss-Ding

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Bilder:
Fotos privat – Franken Impressionen aus dem Garten meiner Freundin Martina

und
dem absolut sehenswerten Cafe Merlin in 97839 Esselbach, Hauptstraße 76, Tel. 09394 / 8373
Das Cafe wird geführt von der interessanten, vielseitigen Besitzerin Angelika Antl –
Speis, Trank und Musikevents – alles köstlich

http://www.tattooesselbach.de/index.html

Café Merlin Esselbach

Café Merlin Esselbach

Oktober-Bild: Eugène Samuel Grasset 1845-1917, war ein schweizerisch-französischer Bildhauer, Maler und Illustrator der Belle Époque und Wegbereiter des Jugendstils.

http://www.wetter.de/bauernregeln/november.html

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Zügellose Völlerei http://berlinspirit.de/zuegellose-voellerei/ Sun, 23 Oct 2016 16:24:21 +0000 http://berlinspirit.de/?p=3802 43. Wochentipp – Thema
Einfach so – (zeitlos) so einfach
Eine „gierige und ver-Rück-te“ Sicht
auf die ausschweifende Völlerei

Odilon Redon

Odilon Redon

Völlerei vornehm ausgedrückt:
Wir enthalten uns der Entsagung.

© Dr. phil. Michael Richter (*1952), deutscher Zeithistoriker, Quelle: Richter, Wortschatz, Mitteldeutscher Verlag Halle 2007

Nachdem uns der Oktober mit seiner bunten, schillernden Farbenpracht jetzt verlässt, hin zu der Jahreszeit, welche uns die vom Herbst leergeputzten Bäume überlässt und mal nebelig, mal gräulich angehaucht daherkommt. Dazu kommt passend kurz vor Weihnachten ein gar köstlicher 43. Wochentipp mit dem Thema: Der das Maß fehlenden Völlerei.

Übersicht:
Dieser wenig erquickliche Wesenszug ist einer von den sieben Lastern der Menschheit.

Entstehung: Der ursprünglich vom Wüstenmönch Evagrios Pontikos um 390 aufgestellte Lasterkatalog mit acht Hauptsünden wurde von Papst Gregor dem Großen († 604) auf sieben fixiert, den sogenannten „Todsünden“.
Definition: Die Todsünden sind wissentliche und freiwillige Übertretungen des göttlichen Gesetzes in einer schweren Weise. 
Angelehnt an die sieben schlechtesten Charaktereigenschaften, die immer wieder variiert wurden, wurden die einzelnen „Sünden“ definiert:

  • Hochmut, Stolz –  Superbia
    (Stolz, Übermut, Überheblichkeit, Selbstgefälligkeit, Vermessenheit, Frevel, von sich selbst eingenommen, hier sind Egozentrik, Narzissmus, Arroganz und Blasiertheit mit im Bunde) http://berlinspirit.de/der-herbst-und-der-hochmut/
  • Wollust, Unkeuschheit – Luxuria
    (Genuss auslösender Reiz, Begehren, Genusssucht, Verlangen, Ausschweifung, Nebenabsichten in der Liebe)
    http://berlinspirit.de/wolluestige-wollust/
  • Geiz, Habsucht, Habgier – Avaritia
    (Enge, Gier, angstbesetzte Lebensverneinung, Gewinnsucht, Geldgier, Begierde, Wucher, ungestillter Hunger auf immer mehr)   http://berlinspirit.de/habgieriger-geiz/
  • Zorn Ira
    (Groll, Bitterkeit, Wut, Rachsucht) http://berlinspirit.de/der-zornige-zorn/
  • Völlerei, Unmäßigkeit – Gula
    (Maßlosigkeit, Selbstsucht, Gefräßigkeit)
  • Neid – Invidia
    (Eifersucht, Missgunst)
  • Faulheit, Trägkeit, Überdruss – Acedia
    (Trägheit des Herzens, Feigheit, Ignoranz)
Odilon Redon

Odilon Redon

Gula – die Völlerei: Hier geht es um Menschen – egal ob dick oder dünn – die nur Essen und Trinken im Sinn haben und ausschließlich damit beschäftigt sind.
Geht es hier tatsächlich nur um Speis und Trank oder ist dies etwas zu einseitig betrachtet?

Mit der Völlerei als Thema, tja, damit hält mich bereits meine eigene Lebens-Aufgabe auf Trab.  Irgendwie nervend ist das mit der Gier und dem Maßhalten, diese ewige Balance zwischen den Polen im Leben aufrecht zu erhalten.

Ohne Balance ist hier keine Einigung in Sicht. Der Geist scheint schwach, der Körper giert begierig und die  schreiende Seele bedient die suchende Sucht – fragt sich nur – nach was? Unbewusst läuft alles an einem vorbei und es scheint keine Chance zu geben eigene Interessen wahrzunehmen und die eigenen Bedürfnisse mit Namen zu benennen.
Machtlos ergibt sich das schwache menschliche Fleisch der begehrlichen Völlerei, ohne Wenn und Aber…

Mir fiel hierzu als erstes Sinnbild der französische Film „das große Fressen“ aber auch gleichzeitig „Twiggy“ ein. Auf dem ersten Blick sind Berührungspunkte nicht klar ersichtlich, aber als sinnbildliches Gleichnis haben sie innerlich bei mir etwas ausgelöst, was ich mit  einer  „verrückten“ Sicht auf Genuss, Überdruss, Vergänglichkeit und auch Dekadenz bezeichnen würde. In den unten folgenden Links könnt ihr mehr über den Film und Twiggy erfahren.

Wenn ich mir die Sünde der Völlerei und  auf der anderen Seite die Tugend der entsagungsvollen Zurückhaltung als zusammengehörige Kombination von Gegenpolen und dazu uns als menschelnde Menschen mittendrin betrachte, dann ist die Völlerei eine der „augenfälligsten und dabei gleichzeitig eine verschleierte Todsünde“ von den Sieben.  

Odilon Redon

Odilon Redon

Hier stehen wir in der Gegenwart als denkende Menschen und nichts aber auch gar nichts hat sich offenbar seit Jahrhunderten verändert, jedenfalls was die menschlichen „Gelüste und Emotionen“ angeht.

Und noch etwas ist da in meine kleinen grauen Zellen gehuscht, was löst die Völlerei als platte Essgier formuliert, demnach umhertreibend so stimmungsvoll in uns aus?
Wenn ich nur Essen im Sinn habe, so treibt mich persönlich die Gier nach etwas Süßen um. Also löst die Gier meine suchende Sucht nach etwas Süßen aus.
Und da wären wir schon bei noch mehr Gier: Sehnsüchtiges Begehren wird unerlöst zum gierigen Verlangen – die Gier als Sucht. Weiterhin unbeachtet bleiben hier die wahren Bedürfnisse auf der Strecke.
Essgier als Völlerei, das leuchtet mir ein und wie steht es folgend mit der Habgier, Geldgier, Machtgier, der Gier nach Anerkennung usw.
Nach meinem Verständnis dürfte das auch eine Art von Völlerei sein, denn auch hier wird ein Zuviel von was auch immer gierig begehrt.
Ich will haben, schreit es da tief innen in einem, ohne zu hinterfragen, was mein wahres Bedürfnis ist.

Ich will, ich will und noch einmal ich will, schonungslos von Anfang an der Gier folgend, ist hier der Anstoß zur suchenden Sucht nach „was auch immer“ gegeben.

Die früheren Kirchenväter sahen in einem Zuviel an Speisen und an den Getränken des Bacchus des Teufels leichtes Spiel, weil hier das schwache Fleisch über den Geist siegte, indem es sich der Schlemmerei ergab. Was für eine Todsünde diese Völlerei.

Odilon Redon

Odilon Redon

Herzlich willkommen in der Gegenwart und noch immer siegt das schwache Fleisch mit seiner gierigen Begierde über den Geist und den Verstand.

Schon die Römer hatten ca. 180 Jahre vor Christi Geburt mit der Völlerei ihrer Oberschicht so ihre Probleme und daher ein Gesetz gegen die Schlemmerei erlassen.
Dekadenz ist tatsächlich keine Erfindung der Neuzeit…

Gesundheit und Ernährung stehen bei uns im Hier und Jetzt hoch in Kurs, man kann sagen im Blickpunkt des öffentlichen Interesse, wenn man sich hierzu das neue „Körperbewusstsein“ anschaut.

Auf der einen Seite des Globus herrscht reiche Völlerei im Sinne von gieriger Überfütterung und das im wahrsten Sinne des Wortes.  Wir brauchen uns dazu nur die Massentierhaltungen und die Monokulturen der Landwirtschaft anzusehen, den Rest erledigen dann Überdüngung und Pestizide. Und auf der anderen Seite gibt es nur Armut und Hunger. Lecker das Thema Völlerei.
Ich muss aufpassen, dass ich bei lauter geistiger Völlerei nicht in Rage gerate.
Ich kann als Einzelne(r), eh nur durch mein bewusstes Einkaufen etwas für mich persönlich steuern, alles andere ist illusorisch.
ABER wenn viele, ganz viele Einzelne sich bewusster mit ihrem Einkauf auseinandersetzen und fragen: „Was ist das? Woher kommt es? Wie wurde es produziert?“, dann wird sich immer etwas bewegen. Wir müssen dann nur noch aufpassen: „Wo führt uns das hin?“…

Sind Veganer oder Vegetarier nun bessere Menschen, nur weil sie auf Produkte von Tieren verzichten?
Wohl kaum, denn auch hier ist die Völlerei voll im Gange…
Lebensmitteltechnisch können Öko-korrekte und kerngesunde Produkte mit problematischen Inhaltsstoffen angereichert sein. Also immer hübsch lesen, was sich sehr, sehr kleingedruckt auf der Rückseite zeigt und vor allem woher das gesunde Essen stammt. Übrigens ein Streitpunkt der Handelsabkommen TTIP oder CETA betrifft auch die Deklarationspflicht.

Odilon Redon

Odilon Redon

BIO – ist seit Jahren ein Reizthema bei mir, ja ich esse gerne gesund und ich will Transparenz und einen ehrlichen Handel. Ich habe oft das Gefühl, dass dies zu viel verlangt ist.
Meine Eltern haben mit Wild, Geflügel und Fisch gehandelt.
Mein Vater hatte vor vierzig Jahren schon die Überfischung der Meere vorausgesagt. Beim Verzehr von rohen Karotten hat er mir Vorträge über verseuchtes Grundwasser durch Pestizide gehalten.
Die Sucht nach gesunden Bio-Waren ist immens, nur fragt euch doch einmal wo die ganzen gesunden Biolebensmittel herkommen sollen.

Biofelder direkt an der Autobahn, wilde Mülldeponien, die das Grundwasser verseuchen, in Italien die Müllentsorgung in den Händen der Mafia, Grundwasserverseuchung in Baden-Württemberg durch Giftstoffe in Düngemitteln, kein Verbot von Fracking in Deutschland. Wenn Wasserbetriebe privatisiert werden, wird erst mal an der Instandhaltung gespart, so dass Abwasser ins Grundwasser gelangen kann etc. Beispiele dafür gibt es weltweit bis Berlin.
Ihr meint ich soll aufhören zu meckern und sagen wie es denn besser gehen solle?
Ich weiß es nicht, nur eins weiß ich, dass Firmen wie Bayer/Monsanto und Konsorten die un-heimlichen Lieferanten unserer Gier sind. Also ist es am besten bei uns selbst anzufangen und zum Beispiel „Fertigessen“ wegzulassen.

Große Flächen von Regenwäldern weichen in Brasilien, durch Rodung für Rinderweiden und Soja-Felder, sowie in Indonesien durch Brandrodung für den Anbau von Palmöl. Soja wird für die Massentierhaltung angebaut und als Kraftfutter verwendet, genmanipuliert versteht sich, für bessere Erträge.
Nächste Frage, was landet davon bei uns in welchen Produkten?
Eine bessere Klimabilanz als Soja aus Brasilien hat Soja aus Europa, also wieder einmal aufpassen und das Herkunftsland hinterfragen.
Wenn ich jetzt unsachlich werde, liegt es daran, das ich persönlich kaum noch etwas glaube, was mir Hersteller erzählen, sei es nun Bio oder konventionelle Lebensmittel betreffend. Es wird überall etwas weg gelassen oder Etikettenschwindel mit rosigen Worten betrieben. Margarine oder Nugatcreme sind ja so gut und lecker durch das vielleicht sogar zertifizierte Palmöl, was interessieren da schon die letzten Orang-Utans. Der größte Etikettenschwindel wird allerdings mit den Biotreibstoffen wie E10 getrieben, denn diese liefern sich z. B. einen Verdrängungswettbewerb mit den Lebensmittelanbauflächen in Südamerika, ob zertifiziert oder nicht.

Völlerei die suchende Sucht nach immer mehr gierigem Profit und dazu der Völlerei ergebene Menschen.
Völlerei ist mehr als nur Dickleibigkeit, es ist die Folge des Verfehlens des rechten Maßes nicht nur bei Speis und Trank!
Was die Völlerei der Essgier betrifft, der Mensch braucht Nahrung um seine Gesundheit und seine Produktivkraft zu erhalten. Ein gesundes, persönliches Ernährungskonzept darf jeder für sich alleine maßregelnd entscheiden.

Odilon Redon

Odilon Redon

Meine Lieben, genug der Völlerei. Was haltet ihr von Verzicht und Entsagung?
Ich überlege gerade so für mich, auf was ich denn so verzichten könnte, nicht nur beim Essen, sondern auch beim alltäglichen Leben, auf das, was sich überflüssig anfühlt.
Das, was sich im Zeitenverlauf in Gewohnheiten hin gewandelt hat, aber eigentlich neu überprüft gehört.
Vielleicht ist es gar nicht so schwer dem einen oder anderen Objekt der Begierde zu entsagen, zum Beispiel, wenn ich den Schlüssel meines Mitgefühls benutze und das Verstandes-Tor zu meinen bewussten Überlegungen hin öffne und mich anschließend maßhaltend damit auseinandersetze?
Gleichzeitig schleichen in meine Gedankenwelt Worte wie Bescheidenheit, Selbstdisziplin, Zügelung, Abstinenz, also völliger Verzicht auf etwas und vor allem Genuss.
Ich persönlich finde es ganz reizvoll mich bilanzierend mit meiner eigenen Völlerei, in welcher Hinsicht auch immer, naturellement maßvoll und bewusst noch weiterführend genüsslich auseinanderzusetzen. 
Eurer persönlichen Sicht auf die eigene Völlerei auf die Spur zu kommen, ohne ein Fressgelage versteht sich, das wird sich sicherlich sowas von einem erhellenden, lebendigen, lustvollen und genussvollen GUUUUT in eurem Leben anfühlen.
Elegantes Maßhalten kann den genüsslichen Genuss auf Dauer fabelhaft steigern.

Odilon Redon

Odilon Redon

Anfang:
Treibstoff Gier

Während das Tier die Lust sucht, um sich zu erhalten,
erhalten wir Hedonisten das Leben um der Lust und Völlerei willen
und gefährden so nicht selten unsere Selbsterhaltung.
© Anselm Vogt (*1950), deutscher Gymnasiallehrer, Essayist, Kabarettist, Jazzmusiker und Aphoristiker, Quelle: »Leitkultur? Kultur Light!«, Aphoristisches Wörterbuch zur Kulturkritik, © 2007 Universitätsverlag Dr. N. Brockmeyer

Abschließend

Diese Mitteilung aus 2010 fand ich ganz spannend – zu der Zeit war Benedikt XVI. (Ratzinger) noch emeritierter Papst und der katholischen Kirche liefen ihre Schäfchen davon… ich hatte irgendwo  gelesen, dass angeblich 60 % der Katholiken nicht mehr zur Beichte gehen …
Leider habe ich hierzu nichts weiterführendes gefunden, aber man weiß ja nie, denn der neue Papst Franziskus (ab 2013) scheint ja recht aufgeschlossen zu sein…

Hier die Mitteilung:
Die katholische Kirche geht mit der Zeit und dem Geist der Globalisierung. So erklärte dieser Tage Bischof Gianfranco Girotti, der im Vatikan als Spezialist für Beichte gilt, die Kirche wolle die sieben Todsünden überarbeiten und der modernen Gesellschaft anpassen. Bei einer Konferenz im Vatikan stellte Girotti die neue Liste der modernen Todsünden vor.

Quelle:   vom 23.2.2010         http://news.de.msn.com/bilder.aspx?cp-documentid=150973620

  • Missbrauch von Kindern und Jugendlichen – Hochmut
  • andere aus Profitgier in die Armut treiben – Neid
  • Geldverschwendung für Luxusartikel – Geiz oder Habsucht
  • Drogenhandel und Drogenkonsum – Trägheit
  • Prostitution – Unkeuschheit
  • Genmanipulation – Völlerei
  • Umweltverschmutzung – Zorn
Odilon Redon

Odilon Redon

  1. Hochmut
    -Beziehungsloser, eingebildeter, überheblicher Egoist
    -Geringschätzung anderer Menschen
  1. Neid
    -Feindselige Missgunst
    -Ständige Angst zu kurz zu kommen
  1. Geiz oder Habsucht
    -Egoistisches Besitzstreben
    -Verkrampftes Festhalten an materiellen Dingen
  1. Trägheit
    -Faulheit und Indifferentismus
    -Keine Eigenverantwortung und –initiative
  1. Unkeuschheit
    -Degradierung des Partners zum Lustobjekt
    -Egozentrische Triebauslebung
  1. Völlerei
    -Maßloses Verlangen bzw. Sucht nach Mehr, Maßlosigkeit
    -kein Blick für das Wesentliche
  1. Zorn
    -Kontrollverlust
    -Vom Willen zur Zerstörung geleitet

Der Mensch „stirbt“ an Beziehungslosigkeit und Entfremdung von Gott, von sich selbst und von den Mitmenschen
Zerrissenes ICH
Verrat an der Gottebenbildlichkeit und Würde des Menschen

Odilon Redon

Odilon Redon

Ich wünsche euch, dass wahrhaft Nährende,
welches ihr als bewusstes Bedürfnis
aus euch selbst heraus aufrichtig wahrnehmt, um es
genuss- und maßvoll spürend in eurem Leben genießen zu können
herzlichst eure Ute Weiss-Ding

Bilder: Odilon Redon 1840-1916, war ein französischer Grafiker und Maler des Post-Impressionismus, Symbolismus. Das Werk des Künstlers gliedert sich in eine frühe schwarze und eine farbige Phase.

Quellen: Frauen – Gesundheit – Soziale Lage, Hilde Wolf, ISBN-13: 978-3708905426

Duden; Wikipedia,

http://www.erzdioezese-wien.at/hauptsuenden-oder-die-7-todsuenden

Das große Fressen:

http://www.dieterwunderlich.de/Ferreri_grosse_fressen.htm

Twiggy:

http://www.sueddeutsche.de/leben/die-unverwechselbaren-twiggy-und-es-kam-eine-grosse-duerre-1.584058

 Artikel: GEO Heft – Worauf du beim Kauf von vegetarischer Wurst achten solltest,
Autor Peter Carstens, 29.09.2016, GEO hat auf seiner Seite immer aktuelle Themen.
Kann man auch abonnieren.
http://www.geo.de

https://www.abenteuer-regenwald.de

]]> Der zornige Zorn http://berlinspirit.de/der-zornige-zorn/ Sun, 16 Oct 2016 17:49:36 +0000 http://berlinspirit.de/?p=3779 42. Wochentipp – Thema
Einfach so – (zeitlos) so einfach
Unrecht und Ungerechtigkeit machen zornig.
Ist Zorn eine befreiende Vorstufe zum Mut?

Charles Henry Sims

Charles Henry Sims

„Beherrsche Deinen Zorn“ (Horaz, Oden).
In der heutigen Welt wäre manchmal angebrachter:
„Zürne Deinem Beherrscher“.
© Willy Meurer (*1934), deutsch-kanadischer Kaufmann, Aphoristiker und Publizist, M.H.R. (Member of the Human Race), Toronto

Bravissimo, ein neuer Wochentipp mit dem dynamischen Zorn, als eine weitere Todsünde.
Der Zorn, (lat. ira) Rachsucht; Vergeltung; Wut; heftiger, leidenschaftlicher Unwille über etwas; ist ein elementarer Zustand starker emotionaler Erregung mit unterschiedlich aggressiver Tendenz.
Was sagte Walther Rathenau (1867-1922 (ermordet)), ein deutscher demokratischer Politiker schon über den Zorn: 

Der Mutmensch kennt den Zorn,
der Furchtmensch die Wut und den Ärger.

Ich glaube es gibt auf diesem Planeten keinen Menschen, der noch nie gezürnt hätte, aber ob der empfundene Zorn immer wohlig in Richtung Mut führt, na da schauen wir mal.

Charles Henry Sims

Charles Henry Sims

Vorab die erleuchtende Übersicht:
Dieser wenig erquickliche Wesenszug ist einer von den sieben Lastern der Menschheit.

Entstehung: Der ursprünglich vom Wüstenmönch Evagrios Pontikos um 390 aufgestellte Lasterkatalog mit acht Hauptsünden wurde von Papst Gregor dem Großen († 604) auf sieben fixiert, den sogenannten „Todsünden“.
Definition: Die Todsünden sind wissentliche und freiwillige Übertretungen des göttlichen Gesetzes in einer schweren Weise. 
Angelehnt an die sieben schlechtesten Charaktereigenschaften, die immer wieder variiert wurden, wurden die einzelnen „Sünden“ definiert:

  • Hochmut, Stolz –  Superbia
    (Stolz, Übermut, Überheblichkeit, Selbstgefälligkeit, Vermessenheit, Frevel, von sich selbst eingenommen, hier sind Egozentrik, Narzissmus, Arroganz und Blasiertheit mit im Bunde) http://berlinspirit.de/der-herbst-und-der-hochmut/
  • Wollust, Unkeuschheit – Luxuria
    (Genuss auslösender Reiz, Begehren, Genusssucht, Verlangen, Ausschweifung, Nebenabsichten in der Liebe) http://berlinspirit.de/wolluestige-wollust/
  • Geiz, Habsucht, Habgier – Avaritia
    (Enge, Gier, angstbesetzte Lebensverneinung, Gewinnsucht, Geldgier, Begierde, Wucher, ungestillter Hunger auf immer mehr)
  • Zorn Ira
    (Groll, Bitterkeit, Wut, Rachsucht)
  • Völlerei, Unmäßigkeit – Gula
    (Maßlosigkeit, Selbstsucht, Gefräßigkeit)
  • Neid – Invidia
    (Eifersucht, Missgunst)
  • Faulheit, Trägkeit, Überdruss – Acedia
    (Trägheit des Herzens, Feigheit, Ignoranz)

Der Zorn scheint uns als Grenzgänger der Erregung hin zum Vorteil oder Nachteil zu geheißen.
Die Polarität ist einmal wieder lustig mit im Bunde. Auf der einen Seite kann der Zorn erhellend all das hinweg blasen, was die Echtheit und Wahrheit vormals verdeckt hielt. Andererseits nimmt er aber als wütig Ding leicht Überhand, so kann er uns mit seiner erregenden Art den Verstand gar vortrefflich vernebeln. Hier kann schnell ein meisterhaftes Blendwerk entstehen, welches einen gegebenen Anlass entweder verzerren oder überdimensional vergrößern kann.

Charles Henry Sims

Charles Henry Sims

Gibt es so etwas wie einen gerechten Zorn, der einer guten Sache dienlich ist?
Indem man wie ein HB-Männchen in die Luft geht, ist Zorn eine Gemütsbewegung, der die klare Absicht fehlt einem anderen Menschen Leid zufügen zu wollen. Hier wird sich einfach Luft verschafft und man kommt hoffentlich wieder runter.

Klingt ja zunächst einmal ganz „sachlich“ – was aber wenn:
Wer oder was uns auch reizen mag, wir nicht „runter“ kommen und die Gefahr gegeben ist, dass wir so unbedacht handeln, dass dieses Handeln eine Lawine der Verwüstung auslösen kann, welche sich nicht mehr stoppen lässt.

Wer kennt nicht die herzzerreißenden Wutanfälle kleiner Kinder die hier ihren Willen durchsetzen möchten, auch um ihre Grenzen auszuloten. Das erste, was meistens heute noch versucht wird, ist es ihnen den Wutanfall auszutreiben. Hm, ich sehe ja ein, dass es zeitaufwendig und bedrückend ist in solchen Situationen die Nerven zu behalten, wenn die/der Kleine mal wieder nach Aufmerksamkeit schreit. Nur hier wird ein Meilenstein von vielen für unser zukünftiges menschliches Verhalten gesetzt und was definitiv hilft, ist das Gebrüll zu ignorieren. Bevor jetzt bei den Leidgeplagten die eigenen zornigen Angriffslüste hochkochen, heißt es entschieden Nerven behalten und warten bis das Wutgebrüll von alleine verebbt. Was andere oder die Nachbarn davon halten? Sorry, aber die müssen leider mit da durch. Ein kleiner Blumenstrauß bewirkt da manchmal das Wunder von Verständnis.

Es ist schon erstaunlich welche Verlaufsform die Emotionen absolvieren bis ein Mensch Zorn verspürt. Neid, ist so ein Auslöser und Zorn der Wandler in Hass, was folgt sind die animalischen Rachegelüste.
Für die Wissenshungrigen unter euch habe ich einen empfehlenswerten PDF-Link zu der Verlaufs-Prägung unten lesebereit platziert.

Charles Henry Sims

Charles Henry Sims

Aufsteigender Zorn bei widerfahrenem Unrecht, dieses Zornig-Werden bei ungerechter Behandlung ist also positiv, weil es mich anspornt mich mutig gegen die Ungerechtigkeit zur Wehr zu setzen. Es leuchtet ja ein, wenn wir die Balance zwischen Zorn und einschaltendem Verstand behalten.
Was ist nun mit den Menschen, die ihren Zorn willentlich steuernd gegen Menschen gnadenlos einsetzen, indem sie diese verletzen oder gar töten? Für mich ist das eine gewalttätige, verbrecherische, mit skrupelloser Absicht geplante, vorsätzliche Tat, denn hier geht es um Zerstörung, um der Macht willen. Denn wieviel Zorn ist hier schon im Vorfeld stumm und schweigend abgelaufen, auf dass es zu so mancher Affekthandlung kommen konnte.
Irgendwie beschleicht mich immer mehr das Gefühl, dass Zorn in viele Kategorien und Auslöser unterteilt werden will.

Zorn als menschliche Regung in seiner Vielfalt setzt das „sich Ärgern“ mit voraus, was dann zu einem anschließenden Kontrollverlust führen kann.
Erst droht man im Zorn, dieser wird dann aber für alle Seiten zur Bedrohung wenn daraus Hass entsteht. Schauen wir uns die Nachbarschaftsstreitereien an, die gescheiterten Beziehungen bis hin zu den beruflichen Querelen, überall wurden Duldsamkeits-Grenzen überschritten.
Da ist die Rache in Form der Ahndung gleich zur Stelle.
In der griechischen Mythologie gibt es dazu gleich drei Rachegöttinnen:

  • Alekto, „die (bei ihrer Jagd) Unaufhörliche“
  • Megaira (deutsch auch „Megäre“), „der neidische Zorn“.
  • Tisiphone (auch: Teisiphone), „die Vergeltung“ oder „die den Mord Rächende“. Sie wird auf griechischen Amphoren häufig mit Hundekopf und Fledermausschwingen dargestellt.

Der „neidische Zorn“, unaufhörlich jagend mit dem Ziel der Vergeltung.
Treffer würde ich meinen – die Welt braucht drei Rachegöttinnen um alles weiter wie bisher am Laufen zu halten…

Wie schrieb Peter Rudl (*1966), deutscher Aphoristiker:

Ein Zorn mag in Härtefällen heilig sein, heilsam nie.
Zorn: Kurzschluss ohne Sicherung,
vor allem eins, vor allem dumm.

Charles Henry Sims

Charles Henry Sims

Meine Lieben, ich glaube, wenn wir alle mehr Mut zur Ehrlichkeit im menschelnden Miteinander aufbringen, dann klappt das auch mit einem Mehr an großzügiger, humorvoller Menschlichkeit füreinander einzutreten.
Als erstes dürfen wir uns dazu unsere Gedanken, unser Denken bewusst machen, um darauf folgend aufrichtige Worte aussprechen zu können. Schwelende Spannungen im Herzen oder Kopf, dazu schön feurig emotional aufgestaut, schaffen einen Raum einsamen Zorns.  Voller Ärger finden dann bittere, zornige Worte ihren Weg über unsere Lippen. Auch leise kriechende Schamgefühle können sich da schnell einschleichen.

Wie meinte schon der griechische Philosoph Aristoteles:

Der Zorn ist vorübergehend,
der Hass dauernd;
der Zorn will weh tun;
der Hass gilt der Schlechtigkeit;
der Zürnende will, dass der andere es spüre,
dem Hass liegt daran nichts.

Charles Henry Sims

Charles Henry Sims

Respektvolles und wertschätzendes Kommunizieren lässt sich erlernen und dazu gehört eben auch der Mut des Machens. Empfehlenswert dazu finde ich immer Kommunikations-Workshops und Seminare zu besuchen.
Wir sollten verstehen, dass wenn wir unseren Zorn zeigen, machen wir auch unsere innewohnende Angst sichtbar.
Die Gemütsbewegung des ungesunden sich hochschaukelnden, zornigen Zorns können wir durch bedachte, mitfühlende, sich besinnende Gedanken gepaart mit Geduld aus unserem Denken verabschieden.
Vertrauen zu und in sich zu haben, ist ein kostbarer Öffner hin zum An- und Aussprechen von reinigenden, respektvollen Worten.
Hierzu kurz erwähnt:
Probleme bitte in der Ich- Form mit der sächlichen Ursache dem „DAS“ und Begründung ansprechen, dieses sorgt im Vorfeld für ein lockeres, entspanntes Miteinander.

Zwei  wahre Zauberschlüssel versus Zorn sind unsere praktizierende Selbstliebe und unser Selbstwertgefühl und schon hat blindwütiger Zorn keine Chance sich bei uns auszuweiten.
Es spricht ja nichts gegen ein reinigendes Gewitter, aber bitte ohne Kollateral-Schäden, denn das fühlt dann aber so was von einem klärenden, befreiten, kraftvollen und lebendigen GUUUUT in unser aller Leben an.

Charles Henry Sims

Charles Henry Sims

Ich fand es total spannend, welche zwischenmenschliche Übereinstimmungen in Sprichwörtern betreffend „Zorn“ individuell bei vielen unterschiedlichen Nationalitäten zu finden waren. Ich gebe zu, manche waren auch verwirrend und somit kam ich an dieser kleinen Auswahl nicht vorbei…

Deutsche Sprichworte

 

Der Zorn wirft blinde Junge.

Auch im Lamm ist Zorn.

Beim Trunk und beim Zorn, erkennt man den Tor’n.

Der Zorn beherrscht nur schwache Leute.

Dem Zorn geht die Reue auf Socken nach.

Zorn ist ein Mann, Sanftmut eine Frau.

Zorn und Geld verwirren die Welt.

Zorn ist der Stachel zu großen Taten.

Sanfte Rede stillt den Zorn.

 

Aus Ungarn

 

Deinen heutigen Zorn verschiebe auf morgen.

 

Aus England

 

Eine milde Antwort wendet den Zorn ab.

      

Aus China

                                                    

Nichts stiftet so viel Schaden wie Zorn, nichts bringt mehr Nutzen als Geduld.

Das schnellste Pferd kann ein im Zorn gesprochenes Wort nicht einholen.

Der Zorn ist schändlicher als die Beleidigung, die ihn hervorrief.

Wenn Zorn spricht, verhüllt die Weisheit ihr Angesicht.

Sechs Leidenschaften sind gefährlich: der Zorn, die Freude, die Traurigkeit, der Übermut, die Liebe, der Hass.

Charles Henry Sims

Charles Henry Sims

Aus Indien

 

Das Schwert ist gefährlich, aber der Zorn ist noch gefährlicher.

 

Aus der Türkei

 

Zorn und Kaffee muss man ganz heiß genießen.

 

Jüdische Sprichworte

 

Zorn und Wut machen den Menschen zum Tier.

Am besten erkennt man den Charakter eines Menschen bei Geldangelegenheiten, beim Trinken und im Zorn.

Sobald der Mensch in Zorn gerät, irrt er.
Talmud »Lehre«, Sammlung der Gesetze und religiösen Überlieferungen des Judentums nach der Babylonischen Gefangenschaft

 

Sprichwort aus Glatz, Polen

 

Was nützt der Zorn, wo keine Gewalt ist?

 

Aus Schlesien

 

Liebe leidet keine Vernunft und der Zorn keinen Rat.

Wen Gott im Zorn schuf, macht er zum Lehrer.

Charles Henry Sims

Charles Henry Sims

Aus Frankreich

 

Bruderzorn ist Zorn von Teufeln aus der Hölle.

Hüte dich vor dem Zorn der Taube.

Kleiner Mann fällt große Eiche, und mildes Wort besänftigt großen Zorn.

Drei Dinge lassen sich nur bei drei Gelegenheiten erkennen:
Kühnheit in Gefahr, Vernunft im Zorn und Freundschaft in der Not.

 

Aus Russland

 

Wo Zorn und Rache heiraten, da wird die Grausamkeit geboren.

 

Lateinisches Sprichwort

 

Der Zorn der Liebenden ist ihrer Liebe Erneuerung.
Amantium irae amoris integratio est.

 

Altirischer Segenswunsch

 

Du mögest arm sein an Unglück und reich an Segen.

Langsam im Zorn und schnell in der Freundschaft.

 

Charles Henry Sims

Charles Henry Sims

Abschließende Worte

 

Den eigenen Zorn zu verringern ist ein individuelles Abrüstungsprogramm.

 

aber

 

Solange Zorn den menschlichen Geist erfüllt, ist Frieden unerreichbar.
© Dalai Lama (*1935), (Das Lächeln des Himmels, 14. geistiges und politisches Oberhaupt der Tibeter, wurde 1989 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

 

und

 

Nicht durch Zorn, sondern durch Lachen tötet man.
Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 – 1900), deutscher Philosoph, Essayist, Lyriker und Schriftsteller, Quelle: Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen. 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe 1892), Erstdruck 1883. Erster Teil. Die Reden Zarathustras, 1883. Vom Lesen und Schreiben

 

Mahatma Gandhi hat die sieben Todsünden der modernen Welt wie folgt definiert:

  • Reichtum ohne Arbeit
  • Genuss ohne Gewissen
  • Wissen ohne Charakter
  • Geschäft ohne Moral
  • Wissenschaft ohne Menschlichkeit
  • Religion ohne Opferbereitschaft
  • Politik ohne Prinzipien

 

Charles Henry Sims

Charles Henry Sims

Ich wünsche euch Entwicklung,
um eure Selbstliebe und euer Selbstwertgefühl zu hegen und zu pflegen,
auf dass ihr dieses Lebendig-Sein,
genussvoll spürend in eurem Leben genießen könnt
herzlichst eure Ute Weiss-Ding

Bilder: Charles Henry Sims (28. Januar 1873, Islington – 13. April 1928, St. Boswells) war ein britischer Maler von Porträts, Landschaften und dekorative Malerei.

Quellen: Duden; Wikipedia,

http://www.erzdioezese-wien.at/hauptsuenden-oder-die-7-todsuenden

Wen Sprach-Geschichte, Philosophie und die psychologischen Zusammenhänge vom Mittelalter an beginnend zu dem Thema Zorn, Neid und Rache interessieren, hier ein empfehlenswerter PDF-Link, welcher die Zusammenhänge in ihrer Tiefenschicht der Begrifflichkeiten der deutschen Sprache zu diesem Thema mit in den Fokus stellt:

http://www.v-r.de/pdf/titel_einleitung/1010988/einleitung_9783847101246.pdf

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Habgieriger Geiz http://berlinspirit.de/habgieriger-geiz/ http://berlinspirit.de/habgieriger-geiz/#comments Sun, 09 Oct 2016 15:00:27 +0000 http://berlinspirit.de/?p=3765 41.Wochentipp – Thema
Einfach so – (zeitlos) so einfach

Der Habgier Geiz eine ganz und gar weltliche,
menschelnde, menschliche Offenbarung der Charaktere

George Barbier

George Barbier

Die Habgier der Menschen spiegelt sich in der Habgier der Nationen.
Nur nennen sie es da ›Nationale Interessen‹.

© Wolfgang J. Reus (1959 – 2006), deutscher Journalist, Satiriker, Aphoristiker und Lyriker

aber

Der Geiz sammelt sich arm.
Deutsches Sprichwort

Der Herbst, so habe ich einmal gelesen, sei der nässere und kältere kleine Bruder des Sommers und da wir uns ja gerade mittenmang im herbstlichen Geschehen befinden, ist dies ein wunderbarer Zeitpunkt um mit einer weiteren Todsünde von insgesamt sieben weiterzumachen.
Tatarata! Es folge der Geiz in seiner gesamten zauberhaften Begriffs-Vielfalt.

 

George Barbier

George Barbier

Übersicht:
Dieser wenig erquickliche Wesenszug ist einer von den sieben Lastern der Menschheit.

Entstehung: Der ursprünglich vom Wüstenmönch Evagrios Pontikos um 390 aufgestellte Lasterkatalog mit acht Hauptsünden wurde von Papst Gregor dem Großen († 604) auf sieben fixiert, den sogenannten „Todsünden“.
Definition: Die Todsünden sind wissentliche und freiwillige Übertretungen des göttlichen Gesetzes in einer schweren Weise. 
Angelehnt an die sieben schlechtesten Charaktereigenschaften, die immer wieder variiert wurden, wurden die einzelnen „Sünden“ definiert:Hochmut, Stolz –  Superbia

  • (Stolz, Übermut, Überheblichkeit, Selbstgefälligkeit, Vermessenheit, Frevel, von sich selbst eingenommen, hier sind Egozentrik, Narzissmus, Arroganz und Blasiertheit mit im Bunde) http://berlinspirit.de/der-herbst-und-der-hochmut/
  • Wollust, Unkeuschheit – Luxuria
    (Genuss auslösender Reiz, Begehren, Genusssucht, Verlangen, Ausschweifung, Nebenabsichten in der Liebe)
    http://berlinspirit.de/wolluestige-wollust/
  • Geiz, Habsucht, Habgier – Avaritia
    (Enge, Gier, angstbesetzte Lebensverneinung, Gewinnsucht, Geldgier, Begierde, Wucher, ungestillter Hunger auf immer mehr)
  • Zorn – Ira
    (Groll, Bitterkeit, Wut, Rachsucht)
  • Völlerei, Unmäßigkeit – Gula
    (Maßlosigkeit, Selbstsucht, Gefräßigkeit)
  • Neid – Invidia
    (Eifersucht, Missgunst)
  • Faulheit, Trägkeit, Überdruss – Acedia
    (Trägheit des Herzens, Feigheit, Ignoranz)
George Barbier

George Barbier

Upps, auch ich benutze z. B. oft den Satz: „Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen!“, wenn ich vorhabe eine neue Anschaffung zu tätigen.
Ich möchte schon Geld sparen, aber nicht um jeden Preis, denn die „Qualität“ in Form von Güte, Herstellung, Verpackung und Transport einer Ware haben einen hohen Stellenwert bei mir. Ich habe einen eigenen subjektiven Wertemaßstab. Ich denke von mir, dass ich eine zu 80% großzügige Person bin und die 20% wo ich selbst von mir glaube geizig zu sein, haben etwas mit meiner Verlustangst zu tun, dieser Angst, dass mir etwas fehlen könnte. Ich glaube, dass wir Menschen alle irgendwo einen Mangel an was auch immer empfinden…

Wo Geiz zur Sucht mutieren kann:
Heißt sich selbst gegenüber geizig zu sein und wenn sich dennoch ab und an selbst etwas gegönnt wird, folgt ein schlechtes Gewissen. Wo bleibt da der Genuss? Dazu kann es passieren von der Umwelt auch noch als garstig wahrgenommen zu werden. Geiz kann hier zur suchenden Sucht werden.

Feinchen, Schuldgefühle sind mit dabei, wenn Menschen auf Sparsamkeit und Haushalten dressiert wurden. Genuss wird hier als Vergeudung wahrgenommen.

Im alltäglichen, menschlichen Umfeld, der Politik oder Wirtschaft, hier können wir sehr deutlich mitbekommen, dass Raffgier und Geiz kein Privileg der Mächtigen war und ist.
Habgier ohne Geiz ist undenkbar, denn wer (viel=relativ) besitzt hält meist (beschränkt denkend) an seinem Besitz fest, angetrieben von der Angst auf Dauer nicht genug zu haben.

Geiz-Habgier ist ein gar fieses, gieriges Laster, welches in Reinkultur ausgeübt, angetrieben wird von einer im Allgemeinen pessimistischen Verneinung des Lebens, dazu brav verhüllt von einer erstklassig begleitenden, angstbesetzten Schwarzseherei- und Malerei.

Ist das erste Symptom von der beginnenden Habgier tatsächlich schon der schmachtend, begehrende Trieb zum Erlangen von Finanzen, um sich seine erstrebenswerten persönlichen „Luxusdinge„ zu erwerben?

Und ist Geiz per se denn nun schlecht?

  • Sparsamkeit oder ökonomisches Wirtschaften resultiert aus einer Knappheit und so ist die Notwendigkeit dessen, was wirklich benötigt wird auf einen späteren Zeitpunkt der Anschaffung ausgerichtet.
  • Praktizierter Geiz dagegen ruht in seiner Zweckdienlichkeit in sich selbst. Hier wird nicht aus der Notwendigkeit heraus gespart, sondern aus dem beengenden, geizigen Denken heraus und dem Streben nach und dem Anhäufen von immer mehr.
    Herrlich dazu zu lesen der Geizige von Molière, Permalink s. unten.
George Barbier

George Barbier

Voll mit im Bunde ist wieder dabei die Polarität mit dem habgierigen Geiz auf der einen Seite und der Verschwendung auf der Gegenseite.
Die Verschwendung und ihre zwei Gesichter:
Schauen wir uns nur einmal die sehr verschwenderischen Ausgaben für den ab 1869 errichteten Bau von Schloss Neuschwanstein des bayerischen Königs Ludwig II. als idealisierte Vorstellung einer Ritterburg aus der Zeit des Mittelalters an.
Das war Verschwendung, auch Luxus pur in der damaligen Zeit, dieses „vergeuden“ von mehr Mitteln als er besaß.
Und genau diese alte Prasserei ist heute für Bayern eine sprudelnde, grandiose von den Touristenströmen getragene Einnahmequelle.

Hier führte Eigensinn und Eigeninteresse von König Ludwig zu einem viel späteren Zeitpunkt zu einer „monetären, wirtschaftlichen Ergiebigkeit“.

Wie stände es wohl mit unserem gesellschaftlichen, wirtschaftlichen Wohlstand ohne die „gierig“ gesteuerten, nur an ihre eigenen Belange interessierten Menschen?

Zwanghafte Gier, beengender Geiz oder bloßes, habgieriges Verlangen?
Die Grenzen verlaufen hier wohl recht schwabbelnd und es ist doch sowieso alles subjektiv, oder?

George Barbier

George Barbier

Was die Laster an sich betrifft, hier gibt es keine Ausnahme, wir gehören alle dazu vom Monarchen, Großindustriellen, Politiker bis hin zur breiten Masse der Menschen.
Dazu hat sich schon vor 300 Jahren Bernard de Mandevill geb. 1670, niederländischer Arzt für Nerven- und Magenleiden in seiner „Bienenfabel“ geäußert, ein Standardwerk welches die Jahrhunderte überdauert hat.
Als ein Gleichnis, hat Mandeville einen Bienenstaat in Versform für England, eine reiche aber hemmungslose, dem Laster verfallenen Gesellschaft beschrieben.

Die Quintessenz von der geizenden Habgier in der Bienenfabel treffend auf den Punkt gebracht von:
Patrick Welter, Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio, der das folgende für die Frankfurter Allgemeine geschrieben hat:
„Stolz, Luxus und Betrügerei muss sein damit ein Volk gedeih“
Die Reichen frönen dem Luxus, die Armen schuften, um zu überleben.

Advokaten verdrehen das Recht, Ärzte sehen Kranke als zahlende Kunden und nicht als Hilfsbedürftige.
Politiker streichen als „Nebengelder“ ein, was „Schwindelei“ ihnen verschafft.
Allerorten blüht Verschwendung und Luxus, Neid und Eitelkeit, Modesucht und Gier.

Hier ein Vers aus dem vierteiligen Gedicht, welches unten als PDF-Datei von Gerhard Stapelfeldt nachzulesen ist.
„Manch Reicher, der sich wenig mühte,
Bracht’ sein Geschäft zu hoher Blüte,
Indes mit Sense und mit Schaufel
Gar mancher fleißige arme Teufel
Bei seiner Arbeit schwitzend stand,
Damit er was zu knappern fand.“

George Barbier

George Barbier

Das mit der Fortuna im Leben – das zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit den richtigen Menschen zusammen zu treffen – dieses Bonheur, das ist wahrlich so eine Sache…

Seilschaften, Bruderschaften, Lobbyisten, Interessengemeinschaften, Geheimbünde, Sippschaften usw. beherrschen die Welt mit ihren Klüngeleien, indem sie sich gegenseitig Vorteile verschaffen. Dieses Geflecht der besseren Gesellschaft ist der Garant dafür, dass  manche Menschen zu immer mehr Reichtum gelangen. Für den Normalsterblichen schaut es von außen her betrachtet so aus, als hätten diese Menschen einfach immer Glück.
Tja, und schon sind Massen von Menschen unterwegs, die auch etwas von diesem Kuchen ab haben möchten. Hier wird das Habenwollen, um der Habe willen zur suchenden Habgier. Genüssliches Genießen kann dann locker auf der Strecke bleiben. Das, was man hat, wird festgehalten, denn es könnte verloren gehen und dann hätte ich nicht mehr so viel wie ich brauche.
Angst greift um sich und macht eng. Dumm nur, derjenige der sich selbst nichts gönnt, wird anderen erst recht nichts gönnen. Dieses Nichts-Hergeben-Können, hält einen gefangen, aus Angst vor Mangel und Verlust. Da sind die Begriffe nicht weit wie Geizkragen oder Geizhals. Eines sollte hier bedacht werden, wer sich nichts oder wenig gönnt, weil er so erhofft der vermeintlich drohenden Armut zu entfliehen, befindet sich außerhalb seines Lebens-Flusses. Hier lässt sich mit der Angst der Menschen viel Geld verdienen und der Wirtschaftszweig der Versicherungen lebt gut davon.

George Barbier

George Barbier

Meine Lieben, es ist wie immer im Leben alles eine Frage der inneren bewussten Haltung. Es gilt einfach so-so einfach eine Ausgewogenheit zwischen Sparsamkeit, Geiz und Verschwendung zu finden. So werden wir bewusst handelnd die beflügelnde Balance dazwischen halten können.
Der Hauptschlüssel dazu heißt Mitgefühl für sich selbst und gleichfalls anderen gegenüber spürend zu entwickeln, zu fühlen, um es emporquellen zu lassen.
Weitere Attribute wie Aufrichtigkeit, eine offene innere Haltung und Großzügigkeit im Denken und Handeln, sowohl sich selbst, als auch anderen gegenüber, gehören mit dazu. 

„Panta rhei“ – Alles fließt …
Ich weiß, wenn ich großzügig Dinge, Wissen, Zärtlichkeit, Aufmerksamkeit, Herzenswärme, Liebe und, und, und fließen lasse, so wird – was auch immer an Gutem – zu mir hin zurück fließen.
Wer sich auf seinem Weg der Persönlichkeitsentwicklung immer mehr hin zu seiner wahren Mitte bewegt, wird dem habgierigen Geiz bald die Chance geben, sich bewusster hin in Richtung gelebter und praktizierender Großzügigkeit  zu bewegen.
Denn „Panta rhei – Alles fließt“, das fühlt sich einfach nur so was von einem mutigen, freigiebigen, toleranten und liebevollen GUUUUT in unser aller Leben an.

George Barbier

George Barbier

Der Anfang

 

Wer sich selbst nichts Gutes gönnt, was sollte der andern Gutes tun?
Er wird aber auch wenig Freude an seinem Eigentum haben.
Es ist nichts schlimmer, als wenn einer sich selbst nichts Gutes gönnt;
und das ist die rechte Strafe für seinen Geiz.
Tut er etwas Gutes, so tut er’s nur aus Versehen;
zuletzt kommt doch wieder seine Habgier zum Vorschein.
Das ist ein böser Mensch, der nicht mit ansehen kann,
dass man den Leuten Gutes tut, sondern sein Angesicht wegwendet
und sich über niemand erbarmt.
Bibel – Griechisch tà biblia, Die Bücher, Buch der Bücher, Heilige Schrift, das Wort Gottes, durch Kirchenvater Chrysostomus im 4. Jh. eingeführter Name des Religionsbuches der Christenheit. Der Text folgt der Lutherbibel, revidierter Text 1984, durchgesehene Ausgabe, © 1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des Verlags, Quelle: Altes Testament. Das Buch Jesus Sirach (#Sir 14,5-8)


denn

 

Geiz ist die größte Armut.
Alter Spruch


folgernd

 

Furcht und Habgier sind die Ursachen der Grausamkeit.
Abbé Ferdinando Galiani (1728 – 1787), italienischer Nationalökonom und Schriftsteller

George Barbier

George Barbier

Der Abschluss

Habgier bedeutet, dass ein Mensch nach etwas trachtet, dass er nicht besitzt,
Geiz hingegen bedeutet, dass er sich über das ärgert, was ein anderer besitzt.
Aristoteles (384 – 322 v. Chr.), griechischer Philosoph, Schüler Platos, Lehrer Alexanders des Großen von Makedonien

Ich wünsche euch,
dass ihr euer befreiendes Mitgefühl
und eure fabelhafte Großzügigkeit
genussvoll spürend in eurem Leben genießen könnt
herzlichst eure Ute Weiss-Ding

George Barbier

George Barbier

Bilder: George Barbier 1882-1932 war ein französischer Maler, Illustrator und Modeschöpfer des Art Déco.

Quellen: Duden; Wikipedia,

http://digitaleschulebayern.de/dsdaten/552/94.pdf

Molière, Der Geizige.
Permalink: http://www.zeno.org/nid/20005383919

http://homepage.univie.ac.at/charlotte.annerl/texte/mandeville1.pdf

http://www.erzdioezese-wien.at/hauptsuenden-oder-die-7-todsuenden

 

 

 

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Wollüstige Wollust http://berlinspirit.de/wolluestige-wollust/ http://berlinspirit.de/wolluestige-wollust/#comments Sun, 02 Oct 2016 15:00:42 +0000 http://berlinspirit.de/?p=3745 40. Wochentipp – Thema
Einfach so – (zeitlos) so einfach
Luxuria – Wollust
die fleischliche Begierde in ihrer Ganzheit
mit lyrischer Hocherotik und Kirchengebimmel

Boris Dmitrievich Grigoriev

Boris Dmitrievich Grigoriev

Die Leiern der Wollust
(Max Dauthendey 1867-1918, deutscher Dichter und Maler)

In kleinen Cafés, hinter farbigen Scheiben, ist ein Treiben von Kastagnetten und

Tamburinen-Geklingel

Und vom Getingel der Silber- und Glasperlenketten an fetten, üppigen Frauen,

Die sich aufgestellt, wie fleischige Pflanzen, die sich im Blauen aufbauen

Und sorglos und ohne Gedanken für die vier Winde tanzen.

Von ihren Gesichtern fiel Schleier und Binde, und doch sind sie nur wie lächelnde Blinde

Und stehen da zur irdischen Feier fürs Blut und sind der Wollust Leier

Und tun den Fingern der Männer gut, die, ohne nach Herzen zu fragen,

Versteckt wie die Wilddiebe, lüstern und schonungslos jagen.

Wie den Hengsten die Nüstern zittern, wenn sie die Stuten wittern,

So drängen sich unter Flüstern, zwischen roten düstern Feuern, zwischen

Häuserschatten und Mond,

Die Männer in Massen hin in den Gassen und zwischen Gemäuern.

Es ist ein Kichern und Fassen, und gelassen in den Fensterbogen wogen die Busen der Frauen,

Sieht unverlegen und klar hinaus und hält geöffnet zur Wollust Busen und Haar.
Erschienen im Buch „Komm. Ziehn dich aus.“ – Das Handbuch der lyrischen Hocherotik deutscher Zunge – Herausgeber: Heinz L. Arnold, Haffmans Verlag- ISBN: 3-251-00169-8

Boris Dmitrievich Grigoriev

Boris Dmitrievich Grigoriev

Und weiter geht es im 40. Wochentipp mit einem weiteren Laster aus dem „Katalog der sieben Hauptlaster (Todsünden)“. Seit dem vierten Jahrhundert wurden sie von der katholischen Kirche als „Sünden“ deklariert, angelehnt an die sieben schlechtesten Charaktereigenschaften, diese wurden immer wieder variiert:
Es folgt höchst erquicklich die WOLLUST mit Kirchengeläut und köstlichen Schuldgefühlen.

Übersicht:
Dieser wenig erquickliche Wesenszug ist einer von den sieben Lastern der Menschheit.

Entstehung: Der ursprünglich vom Wüstenmönch Evagrios Pontikos um 390 aufgestellte Lasterkatalog mit acht Hauptsünden wurde von Papst Gregor dem Großen († 604) auf sieben fixiert, die sogenannten „Todsünden“.
Definition: Die Todsünden sind wissentliche und freiwillige Übertretungen des göttlichen Gesetzes in einer schweren Sache. 
Als eine „Sünde“ deklariert, angelehnt an die sieben schlechtesten Charaktereigenschaften, diese wurden immer wieder variiert:

  • Hochmut, Stolz –  Superbia
    (Stolz, Übermut, Überheblichkeit, Selbstgefälligkeit, Vermessenheit, Frevel, von sich selbst eingenommen, hier sind Egozentrik, Narzissmus, Arroganz und Blasiertheit mit im Bunde) http://berlinspirit.de/der-herbst-und-der-hochmut/
  • Wollust, Unkeuschheit – Luxuria
    (Genuss auslösender Reiz, Begehren, Genusssucht, Verlangen, Ausschweifung, Nebenabsichten in der Liebe)
  • Geiz, Habsucht, Habgier – Avaritia
    (Enge, Gier, angstbesetzte Lebensverneinung, Gewinnsucht, Geldgier, Begierde, Wucher, ungestillter Hunger auf immer mehr)
  • Zorn – Ira
    (Groll, Bitterkeit, Wut, Rachsucht)
  • Völlerei, Unmäßigkeit – Gula
    (Maßlosigkeit, Selbstsucht, Gefräßigkeit)
  • Neid – Invidia
    (Eifersucht, Missgunst)
  • Faulheit, Trägkeit, Überdruss – Acedia
    (Trägheit des Herzens, Feigheit, Ignoranz)
Boris Dmitrievich Grigoriev

Boris Dmitrievich Grigoriev

Schöne neue Welt oder Neuzeit, denn „Gott sei Dank“ wird heute von den meisten menschelnden Menschen Wollust mehr als Begierde unserer sexuellen Natur angesehen, denn als Sünde.
Ok, die Kirche gibt hier zur menschlich fleischlichen Begierde heute noch ein anderes Statement ab.

Diese Moraltheologie duldet frohsinnig und gnädig, was das Sexualleben der Menschen betrifft, den Geschlechtsverkehr mit dem Ziel der Fortpflanzung.
Als sündig galt es denn auch für Ehepaare die des Leibes sinnlich wohlige (wol-lüstige) Lust beim Geschlechtsakt zu empfinden.

Ich bin zwar keine Freundin der  Psychoanalyse im Sinne Sigmund Freuds doch hat er genau mit seinen Ansätzen in der Psychoanalyse zur Enttabuisierung des Themas Sexualität entscheidend beigetragen, dies allerdings mehr auf wissenschaftlich forschender Ebene.
Dank der sexuellen Revolution nach der Mitte des 20 Jahrhunderts durch die bahnbrechende Erfindung der „Anti-Baby-Pille“ änderte sich ab den 1960er Jahren peu à peu das vormals bezüglich seiner Folgen von Angst besessene sexuelle Verhalten betreffend ungewollter Schwangerschaften.

Gebärfähige Frauen brauchten somit keine Angst mehr vor einer ungeplanten Schwangerschaft zu haben und die Herren der Schöpfung konnten somit unverbindlich „beischlafen“ ohne Angst vor einer verbindlichen Verpflichtung, auch einer finanziellen befürchten zu müssen. ABER, was trotzdem blieb und das bis heute, trotz Aufklärung und freier Liebe, sind dem einen bewusst, dem anderen unbewusst, die tief eingegrabenen, recht umtriebigen Schuldgefühle der jahrhundertelangen kirchlichen Prägung.

Glaubt ihr tatsächlich von Schuldgefühlen hinsichtlich eurer Sexualität komplett frei zu sein?

Dann schaut euch einmal an – in Kurzversion versteht sich – was die Art der kirchlichen Erziehung an Spuren von arglistiger und verlogener Prägungen in unseren Zellen bis in unsere heutige Zeit durch die Erziehung von einer Generation an die nachfolgende Generation weitergebend so hinterlassen hat.
Jahrhundertelang gut konserviert und mit jedem Samenschuss der reifend ankam, wurden Schuldgefühle, Schuld und Sünden-Denken dann an die „Frucht“ erzieherisch bewusst oder unbewusst  weitergegeben.

Boris Dmitrievich Grigoriev

Boris Dmitrievich Grigoriev

Ich persönlich finde es einerseits perfide, was sich die machtbesessenen Kirchenherren so ausgedacht haben, andererseits war das Buch der Bücher auch ein Gesundheitspflege-Katalog zum Beispiel, was die „Nachwehen“ eines sündigen „wollüstigen, der Fleischeslust ergebenen Lebensstils betraf, wie Geschlechtskrankheiten.

  • Fakt ist, ungeschützter Sexualkontakt ist der Förderung von Krankheiten wie Syphilis, Gonorrhö, Chlamydien, etc. oder der Verbreitung des HI-Virus dann wollüstig dienlich.
  • Und in der frühen Neuzeit (16-17 Jhdt.) stellte eine uneheliche Geburt ein gesellschaftliches Desaster dar, denn in dieser historischen Zeitspanne der von Kriegen, Pest, Inquisition, Feudalismus und Wandlung betroffenen Zeit der Not, war der Schutz durch die „Familie“ existenziell notwendig für das Überleben.
  • Durch die Kirchen-Direktiven wurde somit die auszulebende Sexualität auf die Ehegemeinschaft zweier Menschen beschränkt, um so das Volk vermeintlich zu schützen und das Funktionieren der Gesellschaft zu lenken. Naturellement wurden die Direktiven (die alternativlos von allerhöchster Stelle kamen) so verfasst, wie es den Kirchenmächtigen mit ihrem Machthunger und materialistischen Bestreben nach dienlich war und sich gut mit der adligen, regierenden Riege vereinbaren ließ.
    Wollust – die fleischliche Begierde wurde somit in den Pakt der Ehe verbannt.

Ein wahrer Schelm, der hier Ähnlichkeiten der Praktiken in der Heute-Zeit betreffend Politik und Wirtschaft vermeint zu bemerken.

Boris Dmitrievich Grigoriev

Boris Dmitrievich Grigoriev

Schaut man noch tiefer in dieses Sitten-Handbuch ist die sinnliche Lust (die nebenbei gesagt ja auch der lustvollen Entspannung dienlich ist und „Paare“ zusammenhält) einfach (immer noch) sündige Sünde.
Über die Selbstbefriedigung als solche wollte ich mich erst gar nicht auslassen, aber diese auf sich selbst bezogene Lust  wurde von der Kirche ab dem 18. Jhdt. bis weit ins 20 Jhdt. mit Schreckens-Szenarien bis hin zu der Behauptung der gesundheitsgefährdenden Wirkung, im wahrsten Sinne des Wortes „ver-Teufel-t“. 
Schuldgefühle – wohin unser Blick auch schweifen mag – Schuldgefühle – werden hier prächtig als Gratisbeigabe vermittelt.
Bravissimo, jahrhundertelang währende Gehirnwäsche lässt kein Hinterfragen zu – und das auch heute noch.

 „Cui bono –  Wem nützt es? Wer hat davon einen Vorteil?“
 – Ein von Schuld geplagtes Volk, tja, das lässt sich halt leichter lenken und für dumm verkaufen. Auch mit Wollust.

Der moralische Einfluss der katholischen Kirche hatte bis ins 20 Jhdt. zwar noch einen gravierenderen Einfluss bis hinein in die Schlafzimmer der Menschheit, als das heute der Fall ist, und somit hatte/hat sie mit ihrer Sittenlehre bis in die heutige Gegenwart viele Menschen voll im Griff. Man schaue nur einmal, ganz nahe hin nach Polen, dann weiter fort zum südlichen Europa, ab geht es über den großen Teich hin zu den lateinamerikanischen Ländern.

Boris Dmitrievich Grigoriev

Boris Dmitrievich Grigoriev

Dogmatismus (auch Intoleranz) in jedweder Art auch immer praktiziert, ist meiner Meinung nach eine ganz und gar schädliche Geisteshaltung für das gesunde Miteinander in einer Gesellschaft. Wenn es der Massenbeeinflussung dienlich erscheint, wird das dogmatisch, religiöse dann als gottgefällig deklariert.
Wollust kann demnach Gott ja offensichtlich nicht gefallen haben, das wurde durch die Vertreibung aus dem Paradies von Adam und Eva deutlich bewiesen.
So steht es im 1. Buch Moses, Genesis genannt, geschrieben. Dies war das erste Buch von einer Reihe von Büchern (Bibelkanon), welche im Judentum und Christentum dann als Maßstab (Kanon) und Bestand in der Bibel zur Religionsausübung festgelegt wurde.

Was den Begriff eines „autoritären Charakters“ ausmacht, schließe ich mich gerne der Aussage von Erich Fromm an (deutsch-US-amerikanischer Psychoanalytiker, Philosoph und Sozialpsychologe), wo sich seiner Auslegung nach, bestimmte Merkmale, Einstellungen und Eigenschaften einer Persönlichkeit in deren negativen Verhaltensweisen und somit in der Form von ablehnender sozialer Einstellung zeigen.
Diese präsentieren sich dann in Vorurteilen, Übereinstimmung durch Konformität und Destruktivität  mit zerstörenden, zersetzenden Mitteln, dieses ausübende Muster hat sich offenbar seit hunderten von Jahren menschlich, menschelnd auch nicht verändert.
Ich glaube, dass solch ein praktiziertes Modell, speziell das der katholischen Kirche jahrhundertelang kulturell nur durch diese ganz bestimmten Persönlichkeitseigenschaften der führenden Kirchen-Mächtigen, welche einen extremen Gehorsam gegenüber Autoritäten forderten, möglich war.

Boris Dmitrievich Grigoriev

Boris Dmitrievich Grigoriev

Kurze Abschweifung:

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sehr stark konservativ-rechtslastige Regierungen, Sekten oder Parteien die jeweils gleiche dogmatische Haltung betreffend ihres Sozialverhaltens zeigen. Man schaue sich deren Frauenbild an, den Rassismus usw.
Angst zu verbreiten lähmt die Menschen und lässt sie wie folgsame Schäfchen verdummen.
Eine beschränkende Sexual-Moral ist der Garant dafür in einem Meer von Schuldgefühlen zu ertrinken.

Aber: Die katholische Kirche hat ja das probate Mittel der Beichte zur Sündenvergebung. Feinchen, diese Methode sorgt höchst effizient dafür, dass die Mitglieder-Bindung an dieses Institut so hervorragend klappt.
Eigentlich schade, dass es den Ablasshandel nicht mehr gibt, dann könnte man sich nicht nur von der Wollust freikaufen.
Wer hat doch gleich mal den Kapitalismus erfunden?

So was aber auch – der böse Martin Luther hat mit seinen 95 Thesen, welche die darauf folgende Reformation in Europa auslösten, dieses Freikaufen von Sünden versaut.

Boris Dmitrievich Grigoriev

Boris Dmitrievich Grigoriev

Meine Lieben, die Wollust mit ihrer ausschweifenden Lust ist jetzt thematisiert als Sexualität hin zu einer laufenden, lustvollen Bereitschaft mit einem Hang zur ständigen Verfügbarkeit mit einem Zwang zur Lust. Herzlich willkommen in unserer ach so schönen Leistungs-Gesellschaft. Wollust ist zwar keine Sünde mehr, aber ständig ist das Thema Sexualität, Sex anwesend. Das kann uns Menschen auf eine andere, ungesunde Art unter Druck setzen.
Die Er-Lösung heißt genießen, der Genuss besteht darin seinen wollüstigen Trieben aus dem Bauch heraus mit seinen Kopf-Betrachtungsweisen in Einklang zu vereinen – das ist sinnlicher Genuss.

Und das fühlt sich dann aber so was von einem genussvollen, entspannten, befriedigenden, lustvollen und unser Immunsystem stärkenden GUUUUT in unserem Leben an und das gilt dann – so einfach – einfach so – bitte schön, auch für die Selbstbefriedigung.

Boris Dmitrievich Grigoriev

Boris Dmitrievich Grigoriev

Erster Akt
Der Wollust Anbeginn

 

Wollust des Geistes: es beim Geheimnis belassen;
Wollust des Fleisches: das Geheimnis zerstören.
Leo (Lew) Nikolajewitsch Graf Tolstoi (1828 – 1910), russischer Erzähler und Romanautor

 

denn

 

Die Wollust liebt die Mittel, nicht den Zweck.
Hugo von Hofmannsthal (1874 – 1929), österr. Lyriker, Dramatiker, Erzähler

Zweiter Akt
Zu bedenken gäbe es…

 

Das Zartgefühl ist der Schatten,
die Wollust der Körper und
die Grausamkeit
der Geist der Liebe.
Donatien Alphonse François Marquis de Sade (1740 – 1814), französischer  Romanschriftsteller und Novellist, nach ihm wurde der Sadismus benannt

 

denn

 

Eifersucht, Wollust und Ehrgeiz
richten die Menschen zugrunde.
(Aboth 4.21) Talmud »Lehre«, Sammlung der Gesetze und religiösen Überlieferungen des Judentums nach der Babylonischen Gefangenschaft

 

und

 

Mord ist der Wollust nah wie Rauch dem Feuer.
William Shakespeare (1564 – 1616), englischer Dichter, Dramatiker, Schauspieler und Theaterleiter, Quelle: Shakespeare, Perikles, Prinz von Tyrus (Pericles, Prince of Tyre), entstanden um 1607, erste Druckfassung 1609

Boris Dmitrievich Grigoriev

Boris Dmitrievich Grigoriev

Dritter Akt
Der Wollust Ehrenrührung

 

Die Wollust zu bändigen, ist Tugend, und nicht, keine zu empfinden.
Erasmus von Rotterdam (1469 – 1536), holländischer Theologe, Philologe und Humanist, Quelle: Erasmus von Rotterdam, Handbuch des christlichen Streiters (Enchiridion militis Christiani), 1503

 

Vierter Akt
Liebe und Wollust

 

Wie oft ist die Liebe nichts als Eigenliebe – mit Wollust gewürzt.
Paolo Mantegazza (1831 – 1910), italienischer Arzt, Anthropologe, Ethnologe und Neurologe

 

Fünfter Akt
Spielarten der Wollust

 

Ehrgeiz ist eine Wollust, die nie erlischt, die der Genuss nur noch wilder entflammt.
Unbekannt

 

und

 

Die Wollust sucht nicht immer das Schöne, das Fremde in der Form reizt sie.
Sully Prudhomme (1839 – 1907), eigentlich René François Armand Prudhomme, französischer Notar und Lyriker, erster Nobelpreisträger für Literatur 1901, Quelle: Aus: »Kuriositäten«, Weimar, 1882

 

denn

 

Segen und Freude um sich her zu verbreiten,
welche Wollust, welche Verzückung!
Johann Heinrich Pestalozzi (1746 – 1827), Schweizer Pädagoge und Sozialreformer, Quelle: Pestalozzi, Briefe. Aus der Zeit der Verlobung, 1767-1769

Boris Dmitrievich Grigoriev

Boris Dmitrievich Grigoriev

Sechster Akt
Der süßen Wollust Vielfalt Schlusswort

 

Es ist Wollust, süße, süße Wollust,
so in diese seligen Tage der Unschuld zurückzugehen,
sich all die Standorte wieder zu vergegenwärtigen
und die schönsten Augenblicke noch einmal zu fühlen, wo man – gelebt hat.
Ulrich Bräker (1735 – 1798), Schweizer Schriftsteller, anfangs Hirtenjunge, dann Weber; eignete sich seine Bildung autodidaktisch an, seine »Lebensgeschichte und natürliche Ebentheuer des armen Mannes im Tockenburg« zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Autobiografien, Quelle: »Der arme Mann im Trockenburg«

 

Sehen Sie, dass auch die Freude ihre Tränen hat?
Hier rollen sie, diese Kinder der süßesten Wollust.
Gotthold Ephraim Lessing (1729 – 1781), deutscher Schriftsteller, Kritiker und Philosoph der Aufklärung

 

Süß ist ein neidloses Anerkennen,
Doch eine Wollust, dann und wann
Einen aufgeblasenen Scharlatan
Recht gradheraus einen Wicht zu nennen.
Paul von Heyse (1830 – 1914), deutscher Romanist und Novellist, Nobelpreis für Literatur 1910, gleichzeitig geadelt, Quelle: Heyse, P. v., Spruchbüchlein, Verlag von Wilhelm Hertz (Bessersche Buchhandlung) 1885. Originaltext

 

Sei ohne Tugend, doch verliere
Den Vorzug eines Menschen nie!
Denn Wollust fühlen alle Tiere,
Der Mensch allein verfeinert sie.
Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832), deutscher Dichter der Klassik, Naturwissenschaftler und Staatsmann, Quelle: Goethe, Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, Aus: Der wahre Genuss

 

Der Kunstgriff

 

Wollt ihr zugleich den Kindern der Welt und den Frommen gefallen?
Malet die Wollust – nur malet den Teufel dazu.
Johann Christoph Friedrich von Schiller (1759 – 1805), deutscher Dichter und Dramatiker, Quelle: Schiller, Gedichte. Xenien. Erstdruck in: Musenalmanach für das Jahr 1797

 Ich wünsche euch, eine hinreißende Woche
voller sinnlicher Aktivität um diese
dann genussvoll spürend in eurem Leben genießen zu können
herzlichst eure Ute Weiss-Ding

Boris Dmitrievich Grigoriev

Boris Dmitrievich Grigoriev

Bilder: Boris Dmitrievich Grigoriev 1886-1939, war ein russischer avantgardistischer Maler und Dichter. Er lebte einige Zeit in Paris, wo er auch starb.

Quellen:
Erich Fromm: Psychoanalyse und Religion von, dtv Verlagsgesellschaft, und Anatomie der menschlichen Destruktivität, Rowohlt Taschenbuch Verlag

Eine österreichische, in Wien erscheinende Tageszeitung – nach dem Vorbild der New York Times.
http://derstandard.at

http://www.amigoo.de/gedichte/index.html

https://de.wikipedia.org/wiki/17._Jahrhundert

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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