Die Energie der Anerkennung – Die Magie des Lobes – Die Macht der Wertschätzung


23. Wochentipp
Einfach so – so einfach zitierte Pythagoras
Den Göttern Weihrauch, den Menschen Lob!

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In welcher Welt leben wir, dass wir Menschen nur noch digital anstupsen,
um Aufmerksamkeit zu erregen, anstatt jemanden real zu umarmen,
um Wertschätzung zu verschenken?!

© Steffen Kirchner (*1981), Profisport Mentalcoach, heute Buchautor, Motivationsexperte und Topspeaker in der Wirtschaft

Der Worte Anfang überlasse ich dem Duden mit der Wortwurzel für loben:
mittelhochdeutsch loben, althochdeutsch lobōn = für lieb halten; gutheißen.
Synonyme: anerkennen, sich anerkennend äußern, bekomplimentieren, belobigen, ein Lob aussprechen/erteilen, Anerkennung/Lob zollen, des Lobes voll sein, mit Lob bedenken/überschütten/überhäufen, preisen, usw.

Wow, und schon sind wir in der Mitte des Jahres 2016 angekommen.
Was folgt ist der 23. Wochentipp mit einem Thema, welches ich dem kleinen Wörtchen „Lob“ mit seiner einflussreichen Wirkung gewidmet habe.
Nein, Lob ist kein neues Kuchenrezept von mir. Lob ist, wenn diese vom Herzen kommende Zutat in Bio-Qualität rein und ehrlich ist, eine ganz und gar wohlige, anerkannte Ingredienz in unser aller Leben, welche das lebendige Miteinander auf das köstlichste bereichert.

Einspruch:
Es gibt noch einen mächtigeren Motivator, welcher unser Gehirn zur „Bestleistung“ anspornt und dieser heißt Anerkennung, denn Lob so ganz auf sich alleine gestellt, genügt eben nicht. Da das Thema ein klein wenig diffizil ist, probiere ich es einfach mal möglichst simpel für mich und euch aufzudröseln. Wir wollen ja schlussendlich alle etwas davon haben – oder?

Walter Ludin, ein Schweizer Journalist hat unser gesellschaftliches Lebens-Miteinander beachtenswert klar auf den Punkt gebracht –

Kapitalistische Gesellschaft: Wertschätzung beruht auf Wertschöpfung.

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Leistungsdenken wird akkurat weitergegeben, beginnend von der Familien- Kindergarten- und Schul-Gestaltung bis hin in die Arbeitswelt, Privat- und Freizeitformung. Ich persönlich habe den Eindruck, dass sich dieses zukünftig noch mehr verschärfen wird. Ist ja auch toll, wenn Vierjährige schon Chinesisch lernen. Nur Leistung zu loben, kann dazu führen, dass Kinder z.B. mit Stillständen oder Rückschritten nicht fertig werden und dann Ängste entwickeln.

Besser viel besser ist es auch Bemühung, Begeisterung und Aktivität anzuerkennen und dann zu loben. Ich glaube das gilt für Kinder wie auch für Erwachsene.
Die Polarität ist wie immer prächtig mit im Bunde, denn immerhin will die jüngere Generation ihr Berufs- und Privatleben in Einklang bringen, ausgerichtet an ihren persönlichen Bedürfnissen und daran, wie dann die unterschiedlichsten Lebens-Aufgaben mit ihrem Leben zu vereinbaren sind.

Wirtschaftliches-Leistungsdenken versus Work-Life-Balance. Lustig umtriebig mit dabei sind die Herausforderungen der fortschreitenden Globalisierung, ein beharrlicher, technischer Fortschritt, Flexibilität, geforderte Standortunabhängigkeit und damit einhergehend ständig ansteigende Anforderungen an den Einzelnen.
„Lustvoll Arbeiten um zu leben“ versus „ich muss leisten um zu leben“.

Pardon, ich schweife ab.

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Wende ich mich also lieber solchen Begrifflichkeiten wie „Kommunikation“ zu.

Also ich liebe es (tunlichst) von Angesicht zu Angesicht wörtlich, mündlich, austauschend zu kommunizieren. Ok, als Ausnahme auch noch per Telefon oder Skype. Alles andere ist gehaltlose Instantbrühe, namens Mailaustausch, Däumchen hoch usw. – nichtssagend und vor allem beliebig austauschbar – schlicht unbefriedigend – menschliche Nähe oder Wärme fühlen und spüren: Nada.

Da wäre ich schon ganz schnell bei den nächsten zwei Begrifflichkeiten, nämlich „der Anerkennung und der Wertschätzung“.

Denn für mich ist Kommunikation der persönliche Ausdruck meiner inneren Haltung von Anerkennung zu meinem Gegenüber, getragen durch aufmerksames Zuhören.

Das nenne ich die transformierte machende Macht der Wertschätzung in der Unterhaltung des Miteinanders (Handy aus). Denn erst aus dem Handeln des Miteinanders von Personen, die aufeinander bezogen sind, entsteht so aus der von mir vermittelten Anerkennung Wertschätzung.

In meiner Absichtslosigkeit liegt ein Zauber gepaart mit dem aufrichtigen Zuhören können, das ist die Motivation meiner Gesprächshaltung. Anerkennung ist tatsächlich der mächtigste Motivator im zwischenmenschlichen Leben.

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Lob ist ein Mittel der Anerkennung, um sich dann im Miteinander des gemeinsamen Austauschens mit einer anderen Person hin zur Wertschätzung zu wandeln.

Einem Menschen gegenüber unsere Anerkennung auszudrücken, ihn zu loben und ihm unsere Wertschätzung zu bekunden, klingt per se doch ganz einfach.
Wir müssten das doch alle mindestens einmal am Tag hinbekommen, das mit dem Loben.

Ich mag den Konjunktiv wirklich nicht – denn wenn es so einfach umzusetzen wäre – dann wären wir, so glaube ich es, doch alle etwas zufriedener, glücklicher, ODER?

Scheibenhonig, da war ja noch etwas – genannt die „ANERKENNUNG-LOB-Umsetzung“.
Ach ja, und wir wollen es ja auch „tun“, aber da gibt es jeden Tag auf ein Neues unser Ego, welches vieles verneint und uns bockig schweigen lässt, es folgen diese fiesen Zeitfresser und die ekeligen nagenden Vergesslichkeits-Mäuse – und so weiter – und so weiter… und vergesst einfach mal diese menschenverachtende „Zuckerbrot und Peitsche“ Erziehung…

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Wir Menschen sind sensibel und bekommen es sehr schnell mit, wenn „Anerkennung, Lob und Wertschätzung“ durch eine motiviert berechnende Haltung des anderen auf unser Ohr treffen. Oft unbewusst kommen angeblich lobende Worte nur „schleimig schmeichelnd“, begleitet von einem unguten Gefühl bei uns an.

Besser viel besser, ist es bei uns selbst anzufangen und auf unsere eigene Motivation bei Gesprächen zu achten, Unehrlichkeit uns selbst gegenüber kann schnell mal nach hinten losgehen.

Ehrliches Lob, dieses  bewusste, achtsame Loben ist eine grandiose, bejahende, anerkennende Wertschätzung und kein bewerten dessen, was meine Mitmenschen ausmacht. Die mich begleitenden Menschen aus den verschiedenen Lebensbereichen Wert zu schätzen ist niemals an eine Forderung oder Leistung geknüpft. Das ist Anerkennung pur.

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Lob während meiner Jugendzeit kam so selten vor wie die Blaue Mauritius, aber wenn ich gelobt wurde, hat dieses mich so beflügelt, dass ich mir mehr zugetraut habe. Ein anerkennendes Lob hat für mich so etwas Verbindliches im Ausdruck auf der gesamten Beziehungsebene.

Dazu gibt ja noch „das Kompliment“. Wobei ich denke, dass sich dieses unverbindlich mehr auf die Äußerlichkeit eines Menschen bezieht. 

Wann habt ihr das letzte Mal jemanden aus eurer Familie, eurem Arbeitsumfeld oder einen eurer Freunde anerkennend gelobt?
Hm, es gilt wohl folgendes zu bedenken: Anerkennend zu loben bezieht sich nicht nur auf das Schul- und Berufsleben, sondern auf unser gesamtes Lebens-Umfeld.

Es gibt so viele herrliche Charakter-Eigenschaften für die ein Mensch ehrlich anerkennend gelobt werden darf.
Derjenige, der es sich zum Beispiel erlaubt seine eigenen Fähigkeiten, Kenntnisse, seine Kreativität, Leistungen wie Fleiß, Arbeitseifer und so vieles mehr als wertvoll anzuerkennen, der wird ein  ernstgemeintes anerkennendes Lob problemlos aussprechen können und auch entgegen nehmen können.
Auch das Danken für eine erbrachte Unterstützung oder Leistung gehört mit in die Rubrik des respektvollen Umganges mit anderen Menschen.

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Sich spontan über eine gelungene Darbietung im Außen lobend zu äußern, lässt einen selbst mit an der Freude oder am Erfolg des anderen begeisternd und beglückend teilhaben. Es macht eben beide Seiten zufrieden und glücklich, wenn wir uns aufmerksam anerkennend dem Gegenüber zuwenden.

Verbindlichkeit auf beiden Seiten in Form von Sprache, die verbindend verbindlich ist zu erzeugen, heißt nichts anderes als jegliches Werten, Überbewerten und Urteilen freundlich zu unterlassen.

Hierzu mehr mit der gewaltfreien Kommunikation von Marshall B. Rosenberg. Wer Lust hat kann zu diesem Thema mehr in einem älteren Wochentipp von mir nachlesen: http://berlinspirit.de/einigkeit/

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INFO:

Zu unterlassen ist: Erst loben, dann Kritik anbringen und dann wieder loben.
Eine dämlichere Art von Kritik und Lob zu vermischen kenne ich nicht. Für mich ist das Manipulation pur, eine verächtliche Führungs-Handhabung, welche sich gerne hinter dem Begriff Menschen-Führung versteckt. Diese Unsitte ist nach wie vor bei vielen Chefs und Trainern beliebt.

Bei der Vermengung der beiden Pole Kritik und Lob, heißt es: 
Finger weg von einer Vermischung dieser beiden, denn es macht den so Behandelten unzufrieden und sauer. Bei dieser Taktik heißt es für den Betroffenen bewusst achtsam bei sich zu bleiben, um konsequenter Weise „Nein, danke“ zu sagen.

Meine Lieben, der Appetit nach Anerkennung ist beträchtlich. Unser Dasein wird dadurch, wie ich andere Menschen mit Anerkennung, Lob und aufrichtiger Wertschätzung beschenke, einfach bereichert. Wer umgibt sich nicht gerne mit Menschen, die dieses Bedürfnis ehrlich und respektvoll zu stillen vermögen. Denn dieses motiviert uns alle positiv.

Anerkennendes Lob ist weder unmännlich noch rührselig gefühlsduselig, sondern lustvoll, mutig und lebensbejahend, und zwar für den, der es anerkennend ausspricht und für den, der es erhält.
Ein aus dem Bauch heraus kommendes anerkennendes Lob erfüllt einfach alle Seiten mit Glückgefühlen.
Authentisch loben – heißt sofort spontan, zeitnah und präzise genau, persönlich in der Situation anerkennend zu loben. Auch hier gilt, der Ton macht die Musik.

Erst die natürliche Anerkennung, darauf folgend das herzliche, wahre Loben, hinführend vermittelnd zur aufrechten Wertschätzung, das fühlt sich aber auf Dauer in unser aller Leben, so was von einem wohlig bereichernden, beschwingten, unvergesslichen lebendigen GUUUUT an.

 

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Des Lobes Anbeginn


Lob ist rund. Tadel ist eckig.
© Waltraud Puzicha (1925 – 2013), deutsche Aphoristikerin, Quelle: »Kurz belichtet, Klappe 1«


und

 

Bei Lob und Beleidigung frage: „woher?“
Unbekannt, Quelle: Aus den Fliegenden Blättern, ersch. 1845-1928 bei Braun & Schneider, München

 

denn

 

Es gibt lobenden Tadel und tadelndes Lob.
François VI. Duc de La Rochefoucauld (1613 – 1680), franz. Offizier, Diplomat und Schriftsteller, Quelle: Rochefoucauld, Reflexionen und moralische Sentenzen (Réflexions ou sentences et maximes morales), 1665, endgültige Fassung 1678. Erste deutsche Übersetzung von August Bohse 1699

 

darüber hinaus

 

Lob macht tatendurstig.
© Erhard Horst Bellermann (*1937), deutscher Bauingenieur, Dichter und Aphoristiker, Quelle: Bellermann, Menschs Tierleben, Schardt Verlag, 2001

 

Bewunderndes Lob


Staunen ist unfreiwilliges Lob.
Edward Young (1683 – 1765), englischer Satiriker, Komödienschreiber und anglikanischer Pfarrer


Aufgeblasenes Lob

 

Lob kitzelt den Eitlen unaussprechlich.
Adolph Freiherr von Knigge (1752 – 1796), deutscher Jurist, Beamter und Satiriker

 

denn


Unverdientes Lob ist eine maskierte Satire.
Lucius Annaeus Seneca (ca. 4 v. Chr – 65 n. Chr., Selbsttötung auf Geheiß seines ehem. Schülers Nero, Kaiser v. 54 – 68 n.Chr.), römischer Politiker, Rhetor, Philosoph und Schriftsteller

 

Allerlei Weisheiten
rund um das Lob, die Anerkennung und die Wertschätzung

 

Findet sich niemand, dich zu loben, so lobe dich selbst.
Deutsches Sprichwort, wird auch Erasmus von Rotterdam zugeschrieben

 

denn


Für ein Lob gibt es keine Bankverbindung,
Lob gibt man einem Menschen persönlich.
© Edmund Kreuzner (*1949), Journalist, Hörfunkautor


und

 

Lob ist ein treffliches Mittel,
die Menschen zu lobenswerten Handlungen zu bestimmen;
schon das unverdiente Lob ist ein Sporn.
Karl Salomo Zachariä von Lingenthal (1769 – 1843), deutscher Rechtsgelehrter, Quelle: Lingenthal, Vierzig Bücher vom Staate, 1820-1832

 

 bekanntermaßen


Alle brauchen wir Anerkennung. Wir haben ein Recht darauf.
© Raymond Walden (*1945), Kosmopolit, Pazifist und Autor, Quelle: Walden, Sequenzen von Skepsis


erfahrungsgemäß


Wer uns seine Nähe spüren lässt,
schenkt uns seine Anerkennung.
© Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker, Quelle: Ferstl, 365 Liebesgedanken, Coppenrath Verlag, 2008

 

bedauerlich


Wertschätzung und Demut gehören leider nicht mehr
zu den menschlichen Lebensprämissen.
Wir befinden uns in einem Strudel der Selbstverständlichkeiten.
© Stefan Wittlin (*1961), Schweizer „Medicus-Canis“, Kynologe-Hundetherapeut, Tierpsychologe, Buchautor und Kolumnist


aber

 

Alle Geister sind dem unsichtbar, der keinen hat:
und jede Wertschätzung ist ein Produkt
aus dem Werte des Geschätzten mit der Erkenntnissphäre des Schätzers.
Arthur Schopenhauer (1788 – 1860), deutscher Philosoph, Quelle: Schopenhauer, Parerga und Paralipomena (2 Bände), 1851. Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 5: Paränesen und Maximen


Vollziehendes Lob

 

Die Menschen sind zum Tadeln aufgelegt,
weil sie sich durch dieses indirekt selbst loben.
Arthur Schopenhauer (1788 – 1860), deutscher Philosoph

 

Des Lobes Schlusswort

 

Lob ist der Goldstaub im Sand des Alltags.
© Siegfried Wache (*1951), technischer Zeichner, Luftfahrzeugtechniker und Buchautor

 

am Ziel

 

Lob ist wie eine Feder.

Von Zeit zu Zeit ein Lob,

und Menschen bekommen Flügel.
© Phil Bosmans (1922 – 2012), belgischer Ordenspriester, Telefonseelsorger und Schriftsteller, ›der moderne Franziskus‹, Quelle: Bosmans, Ich hab‘ dich gern, Herder Verlag, 1986

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Ich wünsche euch, dass ihr immer zur rechten Zeit
die berauschende, positive Magie des anerkennenden Lobes
selbst genussvoll gebend sowie annehmend
in eurem Leben wertschätzend genießen könnt
herzlichst eure Ute Weiss-Ding